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150 Jahre „ Zoo“-Bahnhof St. Ingbert

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Es ging aufwärts damals in St. Ingbert. 1866 erschien in der Ingobertusstadt die erste Zeitung und die hatte ein Jahr später Sensationelles zu berichten. Endlich gab es einen Anschluss ans Eisenbahnnetz und mit der Eröffnung der Linie St. Ingbert – Hassel – Homburg – Kaiserslautern war man nun an die Welt angeschlossen. Grund genug, das 150jährige Jubiläum gebührend zu feiern. Samstag, 10. Juni, wurde zum großen Eisenbahnaktionstag am Bahnhof St. Ingbert gefeiert.
Ein passender Ort, denn auch das erste Bahnhofsgebäude in der Ingobertusstadt feiert sein 150. Jubiläum. Allerdings nicht der Bahnhof, den wir heute in dieser Funktion kennen. Das ursprüngliche Gebäude steht auf der anderen Gleisseite und beherbergt heute eine bekannte italienische Trattoria. Der heutige Bahnhof wurde 1879 eröffnet und war dank der rasanten Entwicklung des Bahnverkehrs und des weiteren Ausbaus der Strecke bis Saarbrücken notwendig geworden.
Pünktlich um 12 Uhr eröffnete Oberbürgermeister Hans Wagner den Festtag auf dem Bahnhofsvorplatz. Es gabt Livemusik mit der Bergkapelle St. Ingbert, der Musikschule St. Ingbert und der Gruppe Dusemond De Soto und Band, ein Kinderprogramm mit Hüpfburg und Mini-Dampflok. Damit niemand Hunger und Durst leiden musste, war für Speis und Trank bestens gesorgt. In der Bahnhofsgaststätte war eine Fotoausstellung mit historischen Dokumenten zu sehen und der St. Ingberter Modelleisenbahnclub präsentierte seine eindrucksvolle Anlage im Maßstab 1:87. Die Deutsche Post eröffnete eine Sonderpostfiliale mit einem eigens entworfenen Sonderstempel zum St. Ingberter Bahnjubiläum.
Höhepunkt des Jubiläums waren jedoch die Fahrten mit einem Sonderzug mit einer historischen E-Lok „Krokodil“ aus dem Jahr 1943 zwischen St. Ingbert und Homburg. Der Zug fuhr viermal von St. Ingbert nach Homburg und zurück. Der Zug war als Ersatz für die angekündigte Dampflok eingesetzt worden, die wegen einer Panne St. Ingbert nicht erreichte. Die legendäre Lok war von den 1950er bis in die 1980er Jahre bundesweit immer dann im Einsatz, wenn besonders schwere Lasten transportiert werden mussten.
15:30 Uhr berichtete Albrecht Ochs, der 1936 im Bahnhof geboren wurde, über den Bahnhof während der Zeit des 2. Weltkrieges und danach. Der Vortrag war sehr interessant und seine Frau Ursula las ein paar lustige Verse dazu.
Den Abschluss des turbulenten Jubiläums rund um die Eisenbahn in St. Ingbert machten ein großes und schönes Feuerwerk nebst Illumination des Bahnhofs um 23 Uhr.
Obwohl die Dampflok nicht in St. Ingbert ankam, war es ein sehr schönes Fest, das allen, die hier waren noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Text: Wolfgang Philipp, Fotos: Wolfgang Philipp und Jochen Haltern

St. Ingberter Anzeiger ·
1865–2017