Bilder

Freitag, 18. August 2017 · wolkig  wolkig bei 16 ℃ · Hasseler Dorffest 2017Jugendcamp des SV Rohrbach 2017Erneuerung des Partnerschaftsvertrages

Facebook Twitter Google+ Instagram RSS Feed

30. Internationales Jazzfestival St. Ingbert

30 Jahre sind in unserer schnelllebigen Gesellschaft eine lange Zeit. Besonders, wenn es sich um eine Kulturveranstaltung handelt. Dieses Jubiläum durfte das Internationale Jazzfestival St. Ingbert in diesem Jahr feiern. Vier Tage lang, vom 14. bis 17. April, standen wieder Künstler aus dem In- und Ausland auf der Bühne der Stadthalle.


Donnerstag, 14. April
Zum Auftakt am betrat das achtköpfige Jazzensemble Baden- Württemberg unter Leitung von Thomas Siffling mit dem Programm „The DOORS – without words“ einer musikalischen Legende die Bühne in der Stadthalle. Für die Arrangements konnte übrigens der international renommierte und auch in St. Ingbert bekannte Berliner Arrangeur Nicolai Thärichen gewonnen werden. Dass musikalische Größen auch talentierte Kinder haben können, bewies anschließend die Sängerin China Moses. Sie setzte nun mit ihrem brandaktuellen Programm „Breaking Point“ das Programm fort. Als Tochter der legendären Dee Dee Brigdewater ist sie mit Musik groß geworden und selbst zu einem Star des Jazz gewachsen. Sie verkörperte Jazz und Soul wie kaum eine andere Künstlerin der jüngeren Jazz-Szene. Die Mission, den Jazz „souliger“ und den Soul „jazziger“ zu machen, ist ihr an diesem Abend in der Stadthalle gelungen.
Freitag, 15. April
Jazz und großes Kino wurde dem Publikum am Freitag geboten. Bereits um 19 Uhr leitete das Jugend Jazz Orchester Saar zusammen mit dem polnischen Musiker Pjotr Wojtasik und seiner Band den Abend ein. Anschließend betrat der Gitarrist Howard Alden mit seinem Trio die Bühne. Alden hat für Woody Allens 1999 entstandenen Film „Sweet and Lowdown“ zum einen Kompositionen beigesteuert, zum anderen den Soundtrack selbst interpretiert. In St. Ingbert konnte man Alden mit seinem Trio und Auszügen aus der Filmmusik hören und im Anschluss den Streifen über einen fiktiven Jazzmusiker der 40er-Jahre auf der Leinwand genießen.
Samstag, 16. April
Der Festivalsamstag stand ganz unter dem Motto „Jazz de France“. Zum Auftakt erlebten die Zuhörer mit Brady Winterstein ein Trio, das sich ganz der Manouche-Musik in der Tradition Django Reinhardts verschrieben hat. Der heute mit 21 Jahren noch recht junge Brady ist ein überaus talentierter Gitarrist, der das Herz des Trios zusammenhält. Zusammen mit seinem sechs Jahre älteren Bruder Hono (Rhythmusgitarre) und Xavier Nick (Kontrabass) bot das Trio ein turbulentes Musikerlebnis. Es begeisterte seine Zuhörer u. a. mit Swing à la Django Reinhardt – rasant, melodisch und zum Mitswingen. Anschließend durften die Jazzfreunde in St. Ingbert mit Jacky Terrasson einen der ganz großen Stars aus Frankreich begrüßen, der in seiner Heimat stets für ausverkaufte Hallen sorgt. Kein Wunder, dass die französische Wochenzeitschrift „Télérama“ Jacky Terrrason als „Pianist des Glücks“ bezeichnet hat. Mit seiner Improvisationslust, Lebensfreude und Spontaneität gelang es diesem außerordentlichen Jazz-Interpreten und Komponisten immer wieder, das Publikum in den Bann zu ziehen. Terrassons ausgereifter Stil inspiriert sich an den größten Pianisten aus Vergangenheit und Gegenwart. Dennoch hat er seine ganz eigene Interpretationsweise gefunden: subtil, basierend auf brillanter Technik und Ausdruck einer immer wieder beeindruckenden Dynamik und unerschöpflicher Kreativität. Terrasson hat es von Beginn seiner Karriere an als Herausforderung gesehen, Jazz-Standards neu zu arrangieren. Der Franzose sondierte hier nicht nur neue Klänge, Grooves, Beats und Vibes, sondern präsentierte sich als Vokalist. Und er zeigte verspielte Lust am Experiment, wenn er etwa Jazzballaden mit der Musik von Michael Jackson kombinierte.
Sonntag, 17. April
Der bekannteste Star des Festivals kam am Sonntag zum Jazzfestival nach St. Ingbert. Am 16. Mai wird Billy Cobham 72 Jahre alt. Bereits vor zwei Jahren war er beim 28. Internationalen Jazzfestival St. Ingbert zu Gast. Die Resonanz des Publikums war so groß und die Wünsche nach einem Wiedersehen so zahlreich, dass Billy Cobham auch 2016 der Stargast des Festivals war. Zumal er mit “Terra del Fuego” ein neues Programm vorstellen konnte.
Mit seiner aktuellen, hochrangig und international besetzten Band – Jean-Marie Ecay (Gitarre), Michael Mondesir (Bass), Steve Hamilton (Keyboard) und Camelia Ben Naceur (Keyboards) – kam Billy Cobham zum Festival nach St. Ingbert und zeigte die neuesten Ideen und Arrangements.
Text/Fotos: Wolfgang Philipp

St. Ingberter Anzeiger ·
1865–2017