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Doberstein ist neuer Junioren-Weltmeister

Der 23-jährige Profiboxer Jürgen Doberstein ist neuer IBF-Junioren-Weltmeister im Super-Mittelgewicht. In der fast ausverkauften Industriekathedrale Alte Schmelz in St. Ingbert organisierte DogEventBoxing einen perfekten Boxabend.

Der Abend wurde eröffnet von Dieter Lindegaard (AFSO) und Conferencier Wolfgang Blatt. Nach einem Vorkampf über 3 Runden im K1 kam es gleich zum ersten Titelkampf des Abends: Im Profi EM-Kampf K1 (AFSO/ICO/DBO) siegte Ibo Topyürek gegen Sven Amend.

Ringsprecher Cutman Olaf Schröder präsentierte dann den ersten Boxkampf des Abends. Im Supermittelgewicht siegte Moritz Stahl bei seinem Profi-Debut (D) gegen Sebastian Szymon Skrzypczynski (PL).

Weiter ging es im Supermittelgewicht, hier siegte Enes Zecirevic aus der Schweiz gegen Vasilij Sarbayer (D).

Dann stand der erste Box-Titelkampf des Abends an, die WBF Frauen Intercontinental-Meisterschaft im Superfliegengewicht. Raja Amasheh (D) konnte nach packendem Kampf gegen Fleis Djendji aus Serbien, den Weltmeistergürtel in Empfang nehmen.

Im anschließenden Supermittelgewichtskapf der Herren zwischen Balasz Kelemen aus Ungarn und Harut Sahakyan (D) blieb der Ungar nach einem über weite Strecken ausgeglichenem Kampf dank der besseren Technik auch in seinem 15. Profikampf ungeschlagen.

Lokalmatador Ata Dogan aus Homburg unterlag danach im Halbschwergewicht nach packendem Kampf gegen den Polen Bartolomiej Grafka.

Angefeuert von seinem Trainer gewann der Elsässer Bibi Ondoua im Halbweltergewicht gegen Felix Lamm aus Magdeburg, der – beeinträchtigt durch starkes Nasenbluten – gegen den aktiveren Franzosen in seinem 4. Profikampf die erste Niederlage einstecken musste.

Die polnische Hymne und die von Rolf Stahlhofen (Söhne Mannheims) gesungene deutsche Nationalhymne leiteten dann den Hauptkampf des Abends ein: Die International Boxing Federation Weltmeisterschaft im Supermittelgewicht der Junioren. Der deutsche Meister Jürgen Doberstein schickte Michal Nieroda aus Polen bereits nach wenigen Sekunden zu Boden. Doch der baltischen Meister Nieroda erwies sich als zäher Kämpfer, der dem hochmotivierten Jürgen Doberstein mit guten Angriffen durchaus Paroli bot.

Als in der 2. Runde beide Kämpfer mit den Köpfen zusammenstießen verletzte sich Nieroda am Hinterkopf, doch konnte er in der Folge trotzdem noch einige gute Treffer gegen Doberstein landen. Wie Jürgen Doberstein nach dem Kampf in der Pressekonferenz selbstkritisch einräumte, musste er sich besser konzentrieren, was ihm aber gelang. In den folgenden Runden setzte er sich immer klarer gegen Nieroda durch. Nach weiteren Niederschlägen in der 6. Runde warf der Trainer des Polen dann nach wenigen Sekunden der 7. Runde das Handtuch und Jürgen Doberstein durfte nach seinem 13. Sieg in seinem 15. Profikampf den Weltmeistergürtel in Empfang nehmen.

Überglücklich war nicht nur Doberstein, der sich bei seiner Mutter, seinem Team und seinen Fans bedankte. Auch Trainer Sergej Ostrovski und die Veranstalter Oliver Heib und Bernhard Notar von DogEventBoxing freuten sich über einen gelungenen Abend. Wie es für den ersten saarländischen Boxweltmeister und sein Team weitergeht ist noch abzuwarten – das Dobermannteam hat nun ein Jahr Zeit, den nächsten Kampf zu planen. Erstmal wolle man abwarten, doch der „heimliche“ Traumgegner wäre Robert Stieglitz, der Ex- WBO-Weltmeister im Supermittelgewicht. Die Boxnacht jedenfalls endete natürlich mit einer Afterfight-Party.

Text und Fotos: Claus Dellwing (clde) und Jochen Haltern (jh)

St. Ingberter Anzeiger ·
1865–2017