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Die ersten beiden Tage der St. Ingberter Pfanne 2013

Angriff auf die Lachmuskeln der Zuhörer: Am Samstag 7. September, dem ersten Tag der St. Ingberter Pfanne 2013 traten die Solokabarettisten Alain Frei und Johannes Flöck, danach das Duo Simon und Jan.

Der Schweizer Alain Frei, mit seinem Bühnenprogramm „Neutral war gestern“ überraschte mit viel Witz und Schlagfertigkeit. Er erzählte über fürsorgliche Mütter, „kiffende“ Schweizer und hoffnungslose Dates. Standup-Comedian Johannes Flöck, ging dem Phänomen der mittleren Reife auf den Grund. In seinem Programm „Der Geschmack der mittleren Reife“ gelang es ihm, den Geschmack der mittleren Reife humorvoll und spielend zu servieren. Simon und Jan mit „Der letzte Schrei“, hielten dem Publikum den Spiegel vor und kritisierten ohne zu verletzen. Um ihre zynischen Balladen zu verstehen, musste man nicht jung oder alt sein, sie sind eine Gefühlsangelegenheit und moralisch vertretbar.

Am Sonntag 8. September dem 2. Spieltag der St. Ingberter Pfanne traten nacheinander die Solokabarettisten Martin Valenske und Abdel Karim und das musikalische Kabarett Urstimmen auf. Die „unverwechselbare Berliner Freundlichkeit“ in den Arbeitsämtern der Hauptstadt und den vergrämenden Erfordernissen des modernen Arbeitsmarktes, diesen Fragen ging Martin Valenske in seinem Soloprogramm „Curriculum Vitae Minimals“ nach. Es ist kein Zufall, dass er sich in erster Linie mit den Erfolgs- und Karriereratgebern der unheimlich dämlichen Art beschäftigte. Ganz nebenbei kamen aber auch die Themen Arbeitsagentur, Lebenslauftuning und der Weltfrieden nicht zu kurz. Abdel Karim hatte mit seinem Solokabarett „Zwischen Ghetto und Germanen“ und seinem „Ostwestfälischen Humor mit Migrationsvordergrund“ die Lacher gleich auf seiner Seite. Ob im virtuellen Netzwerkwahn oder real mit original Kunstlederjacke – der Marokkaner selbst, oder sein Vater oder sein bester Freund des Grauens Ali: Einer hat immer (k)eine Lösung parat. Der sympathische Marokkaner aus Bielefeld gilt in der Comedy- und Kabarettszene als Senkrechtstarter. „The fantastic foUrstimmen“ hieß der 3. Auftritt in der Stadthalle. Die vier jungen Künstlerinnen und Künstler aus der Schweiz sind unglaublich cool, sie sind unglaublich sexy, sie sind die Helden des Alltags, sie sind die stimmlichen Organe des Lebens. Die Urstimmen verschmolzen Szenisches, Textliches und Musikalisches mit sprühendem Witz und feiner Ironie: In ihrem Programm ließen  sie ihre Stimmbänder mit allerlei möglichen und unmöglichen Kompositionen kollidieren. Ein unterhaltsames, sinnlich-stimmliches Feuerwerk
Text und Fotos Wolfgasng Philipp.

St. Ingberter Anzeiger ·
1865–2017