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Erster Tag der St. Ingberter Pfanne 2014

Nach der Begrüßung durch Oberbürgermeister Hans Wagner führte Philipp Scharri durch den ersten Wettbewerbsabend mit David Werker, Michael Elsener und Michi Marchner

David Werker „Es kommt anders, wenn man denkt!”
Der Gewinner des Deutschen Comedypreises („Bester Newcomer 2012”) geht mit seinem neuen Live-Programm auf Deutschland-Tour.
Eben noch Student der Germanistik in Siegen und schon Gewinner des „Deutschen Comedy Preises“ in der Kategorie „Bester Newcomer 2012“. David Werker befindet sich in der Blüte seines Lebens und steht nun mit seinem zweiten Solo-Programm in den Startlöchern. Jetzt heißt es: mit Vollgas nach vorn! Denn der späte Wurm überlebt den frühen Vogel! Steh auf an einem anderen Tag! Wer feiern kann, der kann auch ausschlafen! Das war alles gestern, ab jetzt gilt: Wo ein Werker, da ein Weg!
Frisch aus dem Wachkoma des Germanistikstudiums erwacht, lautet die Frage: Aufstehen oder liegenbleiben? Da muss Deutschlands lustigster Student erst mal drüber schlafen! Machen Sie sich bereit für seine Operation: „Jetzt erst recht!“, für das ‘zweiteste’ und Besteste Programm, mit dem David Werker jemals auf Tour gewesen ist! Frei nach dem Motto: Alle für einen und nichts für ungut!
Uni fertig bevor die DM wiederkommt – geschafft! Nicht gleich nach der Exmatrikulation in den Burn-out rutschen – geschafft! Doch da draußen im echten Leben warten noch ganz andere Herausforderungen: Ist es wirklich clever, ein Beziehungsgespräch mit dem Satz zu beenden: „Wenn ich ne eigene Familie gründen will, spiele ich ‘Die Sims‘!”? Heißt die Mischung aus Latte Macchiato und Caffè Latte tatsächlich ‘Latte Latte’? Und wie leise schnurrt plötzlich der Staubsauger, wenn man einmal in fünf Jahren den Beutel wechselt?!
Ganz klar: David Werker ist Ende zwanzig und immer noch ein Kind! Da bleibt das erwachsen werden irgendwann nicht aus: „Brutto“ ist schließlich kein Markendiscount, Eurobonds schmelzen nicht im Mund und auch nicht in der Hand, und die Rente? Die gibt‘s erst ab 67! Also – Euro! Aber egal, wie heißt der Spruch: Dicht daneben ist auch dicht! Wer jung ist, dem steht die Welt offen! Und David Werker wird sie retten, sobald‘s eine App dafür gibt! Erleben Sie es selbst in seinem fulminanten, neuen Programm!
David Werker ist u. a. regelmäßig als Gast im Quatsch Comedy Club, bei NightWash, tv total, Cindy und die jungen Wilden, der Comedy Woche, dem Comedy Adventskalender, Markus Lanz sowie Leute Leute zu sehen.
Michael Elsener: Schlaraffenland − da kann ja jeder kommen
Die Schweiz ist voll. Von Deutschen. Der junge Schweizer (er ist erst 26 Jahre alt) hat das Zeug zu einer steilen Bühnenkarriere. Michael Elsener gibt sich zunächst als braves Bürschchen. Das Publikum hätte ihm zu Beginn fast abgenommen, dass er immer ein ganz Lieber ist, dem keiner Gemeinheiten zutraut, auch wenn er schon seit Schultagen versucht, das Image des braven Jungen los zu werden. Doch zu diesem artigen Image passt das Mundwerk nicht so recht. irekten Demokratie – der Schweiz – und im Nachbarland Deutschland. Er kommt aus Zug, der Zentralschweiz. Elsener hat die Fähigkeit, komplexe Sachverhalte in wenigen prägnanten Sätzen humorvoll darzustellen. Sprachwitz und Wortfindigkeit profitieren von seinem gut verständlichen Schwyzerdytsch, in dem sie serviert werden. Und der Großvater, der mit seiner Schläue und Lebenserfahrung dem jungen Michael den Weg weist. „Deutschland ist zum Schlaraffenland für die Schweizer geworden! Wo jetzt doch alles so billig ist für die Schweizer – in Deutschland. Die bringen uns ihr sauer Verdientes, wir kaufen dann billig in Deutschland ein – da bleibt sogar noch was für uns übrig!“ Elsener kann auch anders. Im zweiten Teil des Programms hat der Humorberater endgültig keine Mühe mehr, den Saal stimmungsmäßig zu kalibrieren. Das Publikum wartet schon auf den facettenreichen jungen Schweizer, der dem Publikum Zucker und Peitsche gibt, den Spiegel vorhält beim Betrachten der emotionalen Stimmungslagen der Deutschen, die zwischen traurig, niedergeschlagen und depressiv schwanken. Deutsch ist die Sprache der Dichter und Denker, der Philosophen, der Grübler. Schon wenn man über die Grenze kommt ins teutonische Tränental, empfangen einen die depressiven Schilder: Schwarzwald, Schauerberg, Sauerland. Und die Literatur ist auch kein Humoristentreff: Die Leiden des jungen Werther, Schimmelreiter, Erlkönig. Sogar der Bundeskanzlerin attestiert Elsener: Die sieht aus, als hätte sie noch nie so richtig guten Sex gehabt
Michael Marchner „Die Besten sterben jung“
Und tatsächlich: Wer schon einmal einen gespickten Lammrücken gegessen hat, wird zustimmen: Jawohl, die Besten sterben jung.
„Live hard – Die young“ war das Motto der Blumenkinder, wobei Hanf streng genommen gar keine Blume ist. Vorbei ist die Zeit der selbstverfassten Bob-Dylan-Songs, als man für sinnfreie Kommunikation noch nicht zwingend What´s App benötigte. Die Besten sterben jung – Michi Marchner hat überlebt und stellt sich den Fragen der Gegenwart: Hat der Jäger sein Image als Schwammerlblockwart verdient oder sind Bambies doch nur Ratten mit Punkten auf dem Rücken? Wird ein Schüler auch dann von ADHS geheilt, wenn er sein Ritalin an die Lehrer weiter verkauft? Wieso nennt ein Naturvolk sein Fußballstadion Allianz Arena und warum sind die Rheinländer eigentlich Preissn und die Preußen nicht? Verwegene Fragen, gepflegte Antworten und ein gerüttelt Maß an selbstverfassten Michi Marchner Songs – Er ist Multiinstrumentalist, Gitarre, Klavier, Bass – ungestöpselt oder eingesteckt, es gibt kein Instrument, dem er nicht zauberhafte Töne entlockt. So rockt er und rollt und lebt seine großen und kleinen Lieder, geschrieben für Vegetarier und Griller, frühe Vögel und späte Würmer, für Grabsteine ohne Namen und Menschen, die tiefgefroren in ihre eigene Zukunft blicken. Ganzkörperkabarett vom Feinsten – jetzt mit 20% mehr Fett!

St. Ingberter Anzeiger ·
1865–2017