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Landpartie „kulturelle Nachhaltigkeit“ für Senioren

Unter dem Motto: “Der Bliesgau und seine globale Vorbildfunktion” hatte die Biosphären-VHS Sankt Ingbert am Montag, 20. 08 2012 zu einer Landpartie für Senioren eingeladen.

Die Bliesgau-Landpartien sind besonders auf die Bedürfnisse von Senioren zugeschnitten. Auf entspannte und bequeme Weise vermittelten die Natur- und Landschaftsführer Jutta Klicker und Hannes Ballhorn, wissenswertes und interessantes über die „kulturelle Nachhaltigkeit“ der Biosphäre in Gräfinthal und Blieskastel. Nach der Fahrt bei schwülen Temperaturen im Bus, gab es vor einem kleinen Spaziergang in Gräfinthal erst einmal Kühles zum Erfrischen, natürlich aus Produkten der Biosphäre. Das Gräfinthaler Kloster wurde zwischen 1253 und 1260 von Gräfin Elisabeth von Blieskastel gegründet. Über die Jahre wurde es immer wieder zerstört, sodass nur noch Ruinen von dem Klostergebäude übrig sind. Die Klosterkirche ist inzwischen zu einem der bedeutendsten Wallfahrtsorte geworden. Besonders sehenswert ist auch das 1766 errichtete Taubenhaus Landschaftsführerin Jutta Klicker, gab einen kurzen Einblick über die Entstehung des Taubenhauses in der Nähe des Gräfinthaler-Hofes, der an der Südroute der saarländischen Teilstrecke zum Jakobsweg liegt. Das Taubenhaus stammt aus dem Jahre 1766 und ist eine Attraktivität des Wallfahrtsortes. Taubenhäuser waren eine Kuriosität im 18. Jahrhundert. Im ganzen Saarland ist ein solches Taubenhaus kein zweites Mal zu finden. Das quadratische Häuschen steht auf vier Säulen, mit einem steilen mit Ziegeln gedeckten Walmdach. Die Wände sind mit einem wabenähnlichen Weidengeflecht bedeckt. Jede dieser Waben bildet ein Taubennest, von außen hat das Taubenhaus 4 „Einflugfenster“. Aber Gräfinthal bietet noch ein weitere Sehenswürdigkeit: die seit 1932 bestehende Naturbühne mit 1500 Sitzplätzen. Sie zählt mittlerweile zu einer der modernsten und schönsten Freilichtbühnen in Deutschland und wird ehrenamtlich von dem Kulturverein Bliesmengen-Bolchen betrieben Danach setzten wir unsere Fahrt nach Blieskastel fort. Der Weg führte uns zuerst zum Brudermannsfeld, das an der südlichen Route des Jacobsweges, 2 km von dem Wallfahrtsort Gräfinthal entfernt liegt. Hier hat, der Legende nach ein Eremit ein Madonnenbild geschnitzt, das von Vagabunden mit Pfeilen beschossen wurde. Daraufhin wäre Blut aus den Einschussstellen gelaufen. Gräfin Elisabeth von der Leyen wurde durch das „Blut“ von einem Augenleiden geheilt und hat aus Dankbarkeit das Kloster Gräfinthal gegründet. Der Ort ist wie eine Grotte gestaltet, ein Bild der Madonna „unsere liebe Frau mit den Pfeilen“ und eine Tafel mit der Legende erinnern an das Vorkommnis. 2 Bänke laden zum verweilen ein. Oberhalb der Stadt auf dem Schlossberg befindet sich ein Franziskanerkloster mit einer schönen Parkanlage. In der Parkanlage ist eine kleine Wallfahrtskapelle mit dem Madonnenbild „Unsere liebe Frau mit den Pfeilen“, aus Gräfinthal. Siegfried Hess, Landschafts- und Touristenführer der Stadt Blieskastel erklärte kurz die Entstehung der Gnadenkapelle. Der Park bietet sich an für einen besinnlichen Spaziergang, viele Bänke laden zum ausruhen ein. Bei Kaffee und Kuchen kehrten wir in der Pilgerrast im Wallfahrtskloster Blieskastel ein. Die Gaststätte ist ohne Ruhetag sieben Tage in der Woche geöffnet, die Küche durchgängig, die verwendeten Produkte kommen alle aus der Region. Die Gaststätte ist wochentags von neun bis 21 Uhr geöffnet, an Sonntagen bereits ab acht Uhr am Morgen. Und angeboten werden neben Kräftig-Deftigem auch Pilgermahlzeiten, etwa eine Suppe mit Brot und einem Glas Pilgerwein für günstige 5,50 Euro, wer den Pilgerstempel hat, zahlt nur vier Euro. Nach erfolgreicher Renovierung war es der Kreuzkapellenstiftung, Eigentümer der Klosteranlagen, sehr wichtig, dass die Gaststätte auch eine „Seele“ habe. Und Blieskastels Pfarrer Herrmann Kast stellte für die Stiftung heraus, dass man mit der Würzbacher Familie Born genau den richtigen Pächter für die Pilgerrast gefunden habe. Die nächste Landpartie für Senioren findet am Montag 1. Oktober statt. Treffpunkt: Sankt Ingbert, Rendezvous-Platz, je nach Bedarf werden zusätzliche Zustiegsmöglichkeiten in den Sankt Ingberter Stadtteilen angeboten. Preis: 10 €. Anmeldung: vhs@st-ingbert.de oder Tel. 06894/13-726

St. Ingberter Anzeiger ·
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