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Nabucco

Der Besuch der gewaltigen, dramatischen Verdi-Oper „Nabucco“ in der Industriekathedrale am 9. Januar 2015 war ein unvergessliches Erlebnis.

Präsentiert wurde „Nabucco“ am von dem hochkarätigen, 100 Mitglieder umfassenden Ensemble der Festspieloper Prag, unter der Leitung von Generalmusikdirektor Martin Doubravský. Die kraftvolle Musik Giuseppe Verdis, die durch ausgezeichnete Gesangssolisten, Chorsänger und Orchestermusiker zu Gehör gebracht wurden und die beeindruckenden Kostüme und Dekorationen machten diese Aufführung der monumentalen Verdi-Oper einzigartig. „Nabucco“ bringt mit einer Geschichte aus dem Alten Testament große Gefühle auf die Opernbühne: Liebe, Verrat, Eifersucht, Hass, Sehnsucht, Rachsucht, Machtstreben und Wahnsinn. Der Inhalt der Oper spricht die verschiedensten Menschen an. Es geht im Kern um den Freiheitswillen eines unterdrückten Volkes: Die Einnahme Jerusalems durch den Babylonierkönig Nebukadnezar (Nabucco) setzt eine Kette sich überstürzender Ereignisse in Gang. Der beeindruckende „Gefangenenchor“ aus dem 3. Akt – „Va, pensiero, sull’ali dorate“ („Flieg, Gedanke, auf goldenen Schwingen“) – wurde seinerzeit zur heimlichen Nationalhymne der Italiener, die sich besonders mit dem Thema der Freiheit identifizierten. „Nabucco“ bot aber auch für jene, die eine romantische Geschichte lieben, eine aufwühlende Handlung mit Liebes-Leid und der Freude eines glücklichen Ausgangs. Wer an kirchlichen Inhalten interessiert ist, konnte sich an der am Ende eintretenden göttlichen Gerechtigkeit erfreuen.
Mich persönlich inspirierte das Klangvolumen der Industriekathedrale in St. Ingbert, wo die hervorragenden Stimmen der Solisten und Chorsänger, sowie das Orchester voll zur Geltung kamen. Beim beeindruckend vorgetragenen „Gefangenenchor“ aus dem 3. Akt – „Va, pensiero, sull’ali dorate“ („Flieg, Gedanke, auf goldenen Schwingen“) blieb mir fast der Atem stehen . So grandios hatte ich den Gefangenenchor noch nicht gehört.
Eine kleine Kritik möchte ich noch erwähnen: Meine Sitznachbarn bedauerten es sehr, dass von sie ihrem Platz im Block B, für den sie viel Geld bezahlt hatten, die Darsteller nicht sehen konnten. Eine ansteigende Bestuhlung könnte in dem großen repräsentativen Saal bei solch hochgeschätzten Veranstaltungen Abhilfe schaffen. Text/Fotos: Wolfgang Philipp

St. Ingberter Anzeiger ·
1865–2017