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Nie wieder Hass

Die Sonne scheint für alle Menschen - Premiere der interkulturellen Theatergruppe „Schams“ am 30. Oktober, 18 Uhr, in der St. Ingberter Stadthalle.

Ganz gleich, wo auf der Erde sich Menschen angesiedelt haben, gibt es Gemeinsamkeiten. Eine davon ist die Sonne, die für jeden, unabhängig von Herkunft und gesellschaftlichem Stand, immer gleich scheint. Kein Wunder also, dass sich das in St. Ingbert gegründete Integrative Theaterprojekt des Netzwerks für Flüchtlinge den Namen „Schams“ gegeben hat. Das heißt im Arabischen „die Sonne“.

Im März 2016 übernahmen der syrische Schauspieler, Regisseur und Autor Mwolaud Daoud und Johannes Becher, Leiter der Jugendtheatergruppe „Musenbolde“ aus St. Ingbert, die gemeinsame Leitung von „Schams“. Zusammen mit insgesamt 30 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen verschiedener Nationalitäten entwickelten sie gemeinsam das Stück „Nie wieder Hass“. Ein szenisches Schauspiel, das den Bogen von Alltag und Arbeit im Orient, den Auswirkungen diktatorischer Systeme auf das Leben der Menschen, über Flucht und die Ankunft im Westen spannt.

Die Zuschauer erfahren von der Angst der Flüchtlinge, ihren Hoffnungen und Wünschen an das neue Leben, dessen Basis „Nie wieder Hass“ sein muss. Das Theaterstück ist Beweis dafür, dass Integration gelingen kann. Vielleicht verstehen jetzt alle, die in der Stadthalle dem Theaterstück beigewohnt haben, warum die vielen Flüchtlinge in unserer Stadt leben. Ich erlaube mir, sie Neubürger zu nennen und ich habe schon viele Freunde unter ihnen gefunden. Auch wohl deshalb, rollten mir bei einigen Szenen Tränen über die Wangen. Wenn man sie näher kennt, kann man viele Schicksale live erleben, die die Negativ Meldungen aus den Medien in den Schatten stellen. Am Ende des Auftritts gab es heftigen Applaus in der ausverkauften Stadthalle. Anschließend gab es ein kostenloses Büffet mit arabischen Köstlichkeiten.  Oberbürgermeister Hans Wagner und Marc White von der Stabsstelle für Flüchtlinge waren begeistert von dem Auftritt und St. Ingbert geht mit gutem Beispiel voran, dass Integration gelingen kann.

Das Theaterstück wurde zusammen mit Mwoloud Daoud, einem syrischen Theaterregisseur und Johannes Becher, Leiter der „Musenbolde“ entwickelt. Das Organisationsteam von Schams besteht aus Christina Wieth, Kai-Uwe Stuber, Hannah und Anne Jungfleisch.

Text/Fotos: Wolfgang Philipp

St. Ingberter Anzeiger ·
1865–2017