Bilder

Freitag, 18. August 2017 · wolkig  wolkig bei 16 ℃ · Hasseler Dorffest 2017Jugendcamp des SV Rohrbach 2017Erneuerung des Partnerschaftsvertrages

Facebook Twitter Google+ Instagram RSS Feed

Rosenmontagsumzug in Oberwürzbach

22 Gruppen zogen – zu Fuß und auf den Wagen – durch St. Ingberts südlichsten Stadtteil. Entgegen der Wetterprognose begann es zum Start um Punkt 16.11 Uhr auch noch zu regnen, allerdings vermehrt Kamellen und Popcorn. Die einzigen Tröpfchen waren alkoholischer Natur und als kleine Muntermacher für zwischendurch nur für Erwachsene gedacht. Der Einfallsreichtum der Gruppen kannte keine Grenzen

Die Hasseler Pfadfinder, die es wohl nicht bis zu dem Umzug in ihrem eigenen Stadtteil 23 Stunden später abwarten konnten, nahmen die europaweite Schuldenkrise zum Anlass um vor allem den griechischen Haushalt durch den Kakao zu ziehen. Sehenswert war vor allem ihr Wagen, der eine Rolle Toilettenpapier mit griechischer Flagge unter dem Titel „Rettungspapier“ zeigte. „Athen – auf Wiedersehen“ stand daneben über einer ziemlich vermackten Ein-Euro-Münze, die den Pleitegeier zeigte. Und sie machten deutlich, dass der kleine Mann die erdrückende Schuldenlast zu tragen hat. Auch der Frauenelferrat des Oberwürzbacher Karnevalvereins „Die Maulesel“ hatten es auf die Politik abgesehen. Ihr Motto: „Dank FDP – Jamaika adé“ versteht sich als Seitenhieb gegen die Regierungskrise in der Landespolitik. Der RCV „Die Stampesse“ mit dem zukünftigen Oberbürgermeister Hans Wagner an Bord machte aus der Biosphäre Bliesgau kurzerhand eine Biersphäre St. Ingbert und ließ natürlich das legendäre Beckers-Bier hochleben. Politisch interessierte dürften bei diesem Wagen ihren Augen kaum getraut haben. Waren da wirklich Hans Wagner und Noch-Oberbürgermeister Georg Jung am Werk, um symbolisch den Graben zwischen St. Ingbert und der Wagner-Hochburg Rohrbach mit Stampes zu verfüllen? Sie waren es tatsächlich. Mit so einer versöhnlichen Geste nach dem mit harten Bandagen geführten Wahlkampf war nicht unbedingt zu rechnen. Unter das närrische Volk mischte sich auch der Musikverein Hochscheid-Reichenbrunn. Die Mitglieder verwandelten sich in Schlümpfe und sorgten so für Farbtupfer. Die Kostüme waren übrigens das einzig Blaue an den Musikern und der überwiegenden Mehrzahl der Teilnehmer. Die Polizei registrierte während des Umzuges keine besonderen Vorkommnisse – trotz des Zuspruchs von etwa 2500 Narren. Nur ein Falschparker blockierte die parallel zur gesperrten Hauptstraße eingerichtete Umleitungsstrecke und behinderte so den Linienbusverkehr und die Heimfahrt trockengebliebener Narren. So hieß es: Warten oder den Umweg über Hassel nehmen. Ein gern gesehener Kostüm-Klassiker sind die Gummibärchen. Gleich 20 von ihnen mit Annette Hauck an der Spitze schlossen sich dem Zug an. Kreativität legten alle an den Tag – sämtlichen Fahrzeugen – und sei es nur der Bollerwagen – verpassten die Narren ein völlig neues Aussehen, das wegen der vielen aktuellen Bezüge ein prägnantes Wiedererkennungsmerkmal des Oberwürzbacher Fastnachtsumzuges 2012 bleiben wird.

St. Ingberter Anzeiger ·
1865–2017