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Tag 3 und 4 der St. Ingberter Pfanne 2013

Angriff auf die Lachmuskeln der Zuhörer Teil 3 und 4: Am Dienstag, 10. September, dem dritten Tag der St. Ingberter Pfanne 2013 traten C. Heiland, danach das Duo Harry und Jakob und zum Schluss Markus Barth auf.

C. Heiland mit seinem musikalischen Kabarett „Scheiße ist das schön“. Der singende Schenkelklopfer, begleitete seine Lieder auf einem Omnichord. Dieses ulkige elektronische Musikinstrument der Firma Suzuki Musical Instruments (für die musikalische Früherziehung von japanischen Kindern gedacht) bildet den kongenialen Partner zu des Heilands Stimme und Texten. Die großen Fragen des Alltags wurden angesprochen u. a. („Dauerhaft Ein-Euro-Jobs in Döner-Läden für das ganze Nazi-Gesindel“).
Harry und Jakob, mit dem Kabarett „Siegertypen“ (Comedy in Reimen). Goethe trifft Schiller. Hirsch trifft Jäger. Wort trifft Wirklichkeit. Wenn Harry Kienzler und Jakob Nacken aufeinander treffen wird es eng. Es bleiben kaum Lücken zwischen den Wörtern und wenn, dann sind sie randvoll mit Zwischentönen. Mal männlich, mal mimosenhaft und manchmal musikalisch. Die beiden Wortvirtuosen wirbeln verbales Wirrwarr auf, verquirlen die Welt mit ihren Vorstellungen und erfüllen nebenbei dem Publikum lang ersehnte Wünsche. Und auch wenn sie sich auf dem Weg ganz nach oben schon beim Anlaufnehmen verlaufen, ganz tief drin sind Harry und Jakob echte Siegertypen.
Markus Barth, mit seinem Solokabarett „ Mitte 30 und noch nicht mal auferstanden“. Markus Barth hatte ich hat eine tolle Show abgeliefert und die Zuhörer haben sich köstlich amüsiert und Tränen gelacht. Besonders gut gefiel der Beitrag „Deppen mit Smartphones“.
Text und Fotos: Wolfgang Philipp

4. Tag der St. Ingberter Pfanne
Philipp Scharri sagte diesmal die Künstler in Rap-Form an.
Onkel Fisch (Adrian Engels und Markus Riedinger) mit Auszügen aus ihrem Programm „Auswandern gilt nicht“ eröffneten den Abend als „Promotion-Team Deutschland“ auf großer Image-Kampagne. Adrian und Markus stellen sich der Herausforderung, die Leichtigkeit im alltäglichen Bundesrepublikanischen Wahnsinn zu entdecken.In ihrem komischen Action-Kabarett kämpfen Onkel Fisch für ein positives und entspanntes Heimat-Gefühl. Irgendwo zwischen Wutbürger und Wohlfühlshampoo, zwischen Wiedervereinigung und Mülltrennung. Ein herrlich wahnwitziger Auftritt voll Wissenswertem (Kreid-Pad…), Ausgedachtem, Liedern, Bewegung, Wortwitz und Improvisation. Und das sogar mit lokalem Bezug (nicht nur) zum Etang de Mittersheim…
Benjamin Tomkin – Der Puppenflüsterer
Zur Einstimmung sprach der begnadete Bauchredner über die Freuden dieser Begabung, etwa wenn er in (fremde) Kinderwagen hineinschaut. Dann der furiose Start mit Opossum… Ob mit oder ohne seine Puppen, dieser Mann ist eine Sensation. Auch die Charaktere seiner Puppen sind einzigartig, Hildegard die vorlaute Fliege, die sensible und schüchterne Schildkröte Henriette und nicht zu vergessen das Häschen. Er kann reden, ohne dass man nur einmal, eine Lippenbewegung erkennen kann, wenn er seine Stimme seinen Puppen verleiht. Highlight: Das Gedankenlesen im Publikum…
Zum guten Schluss Martin Zingsheim mit musikalischem Kabarett „Opus meins“
Originelle Komik, mitreißende Musik am Flügel, an der Gitarre und am „Camping-Flügel“ und ein brillantes Gefühl für Sprache. Er ist ein Querdenker, der geschickt mit den Erwartungen des Publikums spielt und selbst vor kabarettistischen Tabus nicht halt macht. Witz schlägt unbemerkt in Wahrheit um, etwa, wenn er über Menschenrechtsverbrechen in afrikanischen Ländern singt. Mit seiner Mischung aus origineller Kritik und intelligentem Wahnsinn nimmt sich das Ausnahmetalent mit den blonden Engelslocken nicht nur Herman van Veen vor. Im Rundumschlag erwischt es alle – von der Nachbarschaft im Kölner Nobelviertel bis hin zu Costa Cordalis. Mit Hingabe spielt er auf der ganzen Klaviatur der Themen und Tonarten. Manchmal tönt er sprachkritisch dadaistisch, manchmal melancholisch verliebt und oft nachdenklich politisch. Ein grandioser Unterhalter, der wirklich was zu singen hat.
Text und Fotos: Jochen Haltern

St. Ingberter Anzeiger ·
1865–2017