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Ein Theaterstück gegen die Angst

Syrer und Deutsche trafen sich am Freitag 18. März 2016 zur ersten Theaterprobe in der Altenbegegnungsstätte in der St. Ingberter Stadthalle. Zusammen mit einer Gruppe Studenten und Studentinnen, darunter die Ideengeberinnen Hannah und Anne Jungfleisch, stellt Christina Wieth ein integratives Theaterprojekt auf die Beine

Die künstlerische Leitung übernehmen Johannes Becher vom Kinder- und Jugendtheater „Die Musenbolde“ sowie Mwoloud Daoud, ein Theaterregisseur aus Syrien. Viele Familien mit Kindern, sowie junge Männer und Frauen waren gekommen. Daoud hielt die Ansprache auf Arabisch – hauptsächlich waren Syrer gekommen –, Bechers Ansprache dolmetschte er für alle, deren Deutsch noch nicht ausreichend war. Becher: sagte mein Herz schlägt vor Aufregung, mit Euch Theater zu spielen. Ein Vorstellungsspiel folgte, in dem sich die Teilnehmer Bälle zuwarfen, um die Namen der anderen zu erfahren. An diesem Tag blieb es nicht nur bei einer Vorstellungsrunde. Die meisten hatten noch nie Theater gespielt. Als anschließend Gitarrenmusik erklang und alle tanzen sollten, waren die ersten Hemmungen gebrochen. Um eine erste Idee vom Theaterspielen zu bekommen, führte Daouds Sohn zum Abschluss ein eingeübtes kurzes Stück über Angst vor. In wenigen Minuten zeigte er eindrucksvoll, wie es ist, unter einer Diktatur zu leben. Mit einer Improvisation sprang Becher dann ein und zeigte, dass die Flüchtlinge keine Angst mehr haben müssen. Zum Schluss gab es Hausaufgaben für alle: Bis zum nächsten Treffen sollten sich die Teilnehmer überlegen, welches Thema das Stück bekommen soll und vielleicht sogar schon einen Titel finden. Die Gruppe will anschließend zusammen mit den künstlerischen Leitern das Theaterstück schreiben, proben und aufführen. Hannah Jungfleisch berichtet, es sollen unterschiedliche Gruppen entstehen. Neben Schauspielern braucht es für ein Theaterstück natürlich auch ein Bühnenbild und Kostüme, die gefertigt werden müssen. In jedem Team sollen sowohl Deutsche, als auch Syrer mitspielen. Es gibt bereits ein Zieldatum, auf das die Teilnehmerin hinarbeiten: Am 30. Oktober 2016 treten sie gemeinsam in der Stadthalle auf.
Text/Fotos: Wolfgang Philipp

St. Ingberter Anzeiger ·
1865–2017