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On Tour mit dem Heimat- und Verkehrsverein

Am Freitag 3. Oktober 2014 fuhren wir nach Frankreich ins schöne Elsass nach Sélestat, das im Herzen des Elsass, zwischen Colmar und Strasbourg liegt.

Rainer Henrich (1.Vors.), machte mit seiner Ehefrau eine Vor-Tour auf der er sehr schöne Ortschaften und Besichtigungsobjekte ausmachte. Hierfür schon mal meinen besten Dank an Rainer, für die geleistete Arbeit. Pünktlich um 08:00 Uhr starteten wir mit 40 Personen in einem klimatisierten Omnibus der „Mader – Touristik“ in Richtung Frankreich. Bei der Abfahrt, war es noch sehr kühl, doch schon nach etwa einer Stunde zeigte sich langsam die Sonne und es wurde immer wärmer draußen. Über den Tälern im Elsass hingen noch lange dicke Nebelschwaden. Rainer hatte bis zu unserem ersten Halt in Selestat immer wieder die Sonne hervor gelockt, die uns dann bis zur Heimfahrt erhalten blieb. So ist es halt mal, wenn Rainer Henrich etwas organisiert, kann man sich immer drauf verlassen. Nach etwa zwei Stunden erreichten wir unser erstes Ziel. Sélestat, ein wunderschönes Dorf, das noch nicht von Touristen überlaufen ist. Von Weinbergen und einer Stadtmauer umringt, winzig und bezaubernd, reich an Fachwerkhäusern und berühmt durch seine humanistische Bibliothek, die leider wegen Renovierung nicht besichtigt werden konnte. Begonnen hatten wir mit einer fast zweistündigen Stadtbesichtigung mit einer gut Deutsch sprechenden Stadtführerin an der Touristeninformation. Weiter gingen wir dann durch die Rue du Marché aux Vins Richtung place Gambetta, wo sich die berühmte humanistische Bibliothek befindet. Hier wird die, der Stadt geschenkte Privatbibliothek von Beatus Rhenanus ausgestellt. Sie beinhaltet mehr als 3000 Dokumente (Manuskripte und Drucke), welche aus dem 7. bis 16. Jh. stammen. Jetzt gingen wir durch die Rue de l’Eglise und die verschiedenen Gassen welche von der Straße abzweigen. Wir kamen an mehreren sehenswerten Häusern vorbei und Teile der Befestigung. Immer noch in der Rue de l’Eglise befindet sich die ehemalige Residenz von Ebersmünster. Mit einem sehr schönen triumphbogenartigen Renaissanceportal. Wir besichtigten als erstes die St. Fides (Eglise Sainte Foy). Diese sehr schöne romanische Kirche wurde von Hildegard von Buren während des 12. Jh. gegründet. Die Kirche aus rotem Sandstein und Granit besitzt drei Türme. Die Münsterkirche St. Georg (Eglise Saint-Georges) ist eine sehr schöne gotische Kirche, die in mehreren Etappen zwischen dem 13. und 16. Jh. erbaut wurde. Im Inneren wird das schlichte Schiff von schönen Farbglasfenstern beleuchtet. Wir gingen hinten um die Kirche herum Richtung Place Delattre de Tassigny. Der Place Delattre de Tassigny und der Hexenturm (tour des sorcières), welcher sich auf diesem Platz befindet, gehörten zu der ersten Stadtmauer aus dem Jahre 1216. Der Turm wurde während des 17. Jh. als Gefängnis für zum Tode verurteilten Hexen genutzt, daher der Name Hexenturm. Auf dem Weg durch die Rue de la Porte de Brisach kamen wir am La tour Neuve vorbei. Es handelt sich hier um eines der vier Tore der zweiten Stadtmauer. Es wurde am Ende des 13. Jh. erbaut aber die vier Türmchen des Daches wurden 1614 hinzugefügt. Mehrere sehenswerte Häuser befanden sich auf unserem Weg durch die engen Gassen der Altstadt. Bevor wir zur Rue de Vin fuhren, machten wir noch einen Abstecher nach Ebersmünster. Ein kleines Dorf scheinbar ohne große Bedeutung, mit einer ehemaligen Benediktiner-Abtei aus dem 18. Jahrhundert. Ein kleiner Umweg auf dem Weg von Colmar nach Strasbourg der sich jedenfalls lohnte. Von Außen bemerkt man die klassisch streng gegliederte Fassade zwischen den zwei vorderen Zwiebeltürmen und den zurückstehenden dritten Turm. Eine Statue des Heiligen Moritz ist auf der Fassade zu sehen. Das Innere ist wundervoll geschmückt im deutschen Barockstil. Malereien die den Heiligen Moritz (Schutzherr der Kirche) und den Heiligen Benedikt (Schutzherr des Ordens) darstellen zieren die Decke und die Bögen. Der Hochaltar stammt aus dem Jahre 1728 und wird von einer riesigen Krone überragt, welche von Jean-Leonard Meyer aus Séléstat geschnitzt wurde. Die schöne Kanzel wird von Samson getragen. Die Orgel ist eine der letzten, die von André Silbermann hergestellt wurde. Weiter ging unsere Fahrt auf der berühmtesten Weinstraße in Frankreich, mit ihren mittelalterlichen Burgen, Renaissance-Häusern, blumengeschmückten Gassen und Dörfern mit zeitlosem Charme. Sie wurde 1953 offiziell als Touristen-Route eingerichtet. Durch Täler und über Hügel schlängelt sie sich auf über 170 km entlang der Vogesen durch das gesamte Weinbaugebiet – von Marlenheim nach Thann. Auf der Fahrt der Rue de Vin, musste unser Busfahrer eine Umleitung durch Molsheim fahren, wo er eine Meisterleistung durch die engen Gassen von Molsheim vollbrachte. Unser nächster Stop war in Dambach-la-Ville (dt. Dambach). Es gehört wohl zu den etwas weniger bekannten Dörfern im Elsass. Das malerische Winzerstädtchen liegt nördlich von Sélestat an der Weinstraße. Den üppigen und schönen Blumenschmuck, der die Stadt verziert, verdankt Dambach-la-Ville mehrere Auszeichnungen in einem nationalen Wettbewerb. Das Rathaus stammt aus der Renaissance und ist besonders schön anzuschauen. Das bukolische und friedliche Stadtbild wird von spätgotischen Erkerhäusern geprägt. Das alte Bürgerstädtchen besitzt einen 470 Ha großen Weinberg und damit den größten Weinberg im Elsass. Bevor wir zu unserem Restaurant „de Rosemer Vin Stub“ in Rosheim fuhren, machten wir noch einen kleinen Bummel durch Rosheim. Wir besichtigten eines der bedeutendsten romanischen Bauten im Elsass die Église St-Pierre-et-St-Paul. Jetzt waren wir von den vielen Besichtigungen sehr müde, die Mägen knurrten und die Zungen hingen sogar einigen wegen großen Durstes aus dem Hals. Im Restaurant „de Rosemer Vin Stub“ gab es eine Weinprobe aus fünf verschiedenen Sorten und Flammkuchen satt oder einen reich garnierten Wurstteller. Lieber Rainer, ich möchte mich mit dieser Berichterstattung und den schönen Fotos bei Dir ganz herzlich bedanken. Die Fahrt wird mir und ich denke auch allen die mitgefahren waren noch lange in Erinnerung bleiben. Ich freue mich schon heute darauf, wieder mit dem Heimat und Verkehrsverein unterwegs zu sein. Text/Fotos: Wolfgang Philipp

St. Ingberter Anzeiger ·
1865–2017