Bilder

Dienstag, 17. Oktober 2017 · klar  klar bei 10 ℃ · Neuer Kreisvorstand gewähltMalschule Rita Walle zieht umKirmes in St. Ingbert – Familientag

Facebook Twitter Google+ Instagram RSS Feed

Unterwegs im Tal der Mosel und Fensch

Tagesfahrt mit der Initiative Alte Schmelz St. Ingbert auf den Spuren der Industriellenfamilie de Wendel

Zu einer Tagesfahrt unter der Leitung von Historikerin Susanne Nimmesgern, hatte die Initiative Alte Schmelz am Samstag 26. Juli eingeladen. Pünktlich um 08:00 Uhr startete unser moderner Reisebus der Mader-Touristik in Richtung Lothringen. Mit ein paar kurzweiligen Informationen hatte Susanne Nimmesgern die Fahrgäste über Industriellenfamilie Familie de Wendel aufgeklärt. In Lothringen begann mit der Familie de Wendel ein neues Kapitel in der Geschichte der Eisenerzeugung. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts begann die industrielle Eisengewinnung im Tal der Fensch. 1769 funktionierte der erste mit Kokskohle beheizte Hochofen in Hayange. Die Stahlerzeugung brachte einen gewaltigen industriellen Aufschwung in Lothringen, in Luxemburg und im Saarland. Die weltweit höchste Dichte von Hochöfen befand sich im Gebiet von Longwy-Villerupt. Auch Alfons Blug, Vorsitzender der Initiative Alte Schmelz, meldete sich zu Wort und gab einen kurzen Einblick zur Arbeit der Initiative Alte Schmelz. Er verwies auch auf ein zukunftsweisendes Projekt „Der Mint-Campus Alte Schmelz“. Dort werden engagierte Professoren junge Menschen in Zusammenarbeit mit Uni, Fachhochschule und namhaften Firmen an Technik und Forschung heranführen. Unseren ersten Halt machten wir in der Gemeinde Neufchef mit ca. 2500 Einwohnern. Neufchef liegt zwölf Kilometer westlich von Thionville an der Grenze zum Département Meurthe-et-Moselle oberhalb des Fenschtals. Hier besichtigten wir das MUSEUM NEUFCHEF. In einem von ehemaligen Bergleuten geführten, unterirdischen, Rundgang. Auf einer Lange von ca. 1,5 km, erlebten wir die 150 jährige Geschichte der „Gelben Gesichter“ (gehles Zaunes) und die Ausbeutung des lothringischen Eisenerzes. Vom Anbeginn mit Pickel und Haue, bis zur Neuzeit und der Anwendung der großen Maschinen angetrieben von Druckluft, Elektrizität oder Dieseltreibstoff. Nach einer Filmvorführung mit alten und neuen Bildern und einem üppigen Dreigänge Menü, setzten wir unsere Fahrt zum Garten der Spuren in Guckauge fort. Dieser ungewöhnliche zeitgenössische Garten erinnert an die Eisenhüttenindustrie auf einem 4 ha großen ehemaligen Industriebrachengelände. Zum Ausklang der Reise besuchten wir Thionville mit seinen zahlreichen historischen Gebäuden. Das Besichtigungsprogramm sorgte für eine lockere und sehr informative Reise, die allen Mitfahrenden bestimmt noch lange in Erinnerung bleibt.

St. Ingberter Anzeiger ·
1865–2017