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Kinowerkstatt denkt an Fassbinder

Drehbuch: Peter Märthesheimer, Pea Fröhlich und Rainer Werner Fassbinder – Kamera: Xaver Schwarzenberger – Schnitt: Rainer Werner Fassbinder alias Franz Walsch und Juliane Lorenz – Musik: Peer Raben (Gilbert Bécaud, Freddy Quinn) – Darsteller: Barbara Sukowa, Armin Mueller-Stahl, Mario Adorf, Matthias Fuchs, Helga Feddersen, Karin Baal, Ivan Desny, Karl-Heinz von Hassel, Sonja Neudorfer, Elisabeth Volkmann, Hark Bohm, Rosel Zech, Isolde Barth, Christine Kaufmann, Udo Kier u.a. – 1981. Schon zu Lebzeiten ein Mythos wegen seiner schier unerschöpflichen Schaffenskraft, Exzessivität und Kreativität, hat sein früher Tod die Legendenbildung noch verstärkt. Am 10. Juni 1982 wurde der Filmemacher in seiner Münchner Wohnung tot aufgefunden. Er starb im Alter von 37 Jahren vermutlich durch die gleichzeitige Einnahme von Kokain und Schlaftabletten. Seine Urne wurde auf dem kleinen Künstlerfriedhof in München-Bogenhausen beigesetzt.
„Lola“ ist eine eindrucksvolle Satire über die Heuchelei in der Wirtschaftswunder-Gesellschaft der BRD: In einer deutschen Kleinstadt korrumpiert der neureiche Baulöwe Schuckert die Honoratioren. Der neue Baudezernent von Bohm weiß davon zunächst nichts; er führt sein Amt korrekt – und verliebt sich ausgerechnet in Schuckerts Geliebte Lola …Georg Seeßlen schrieb: „Fassbinders LOLA ist der vielleicht heimtückischste seiner „BRD“-Filme. Als dritter Teil einer Geschichte der deutschen Nachkriegsgesellschaft setzt er die Suche nach dem Vater, nach der Frau, nach dem Ursprung fort. Aber es ist nun eine Komödie, das heißt, neben der Zärtlichkeit und der Gewalt ist auch die Verachtung und die Vergebung möglich.
Fassbinder erklärt die Versuchsanordnung: „Es gibt da einen Bauunternehmer, der will verdienen – das ist sein gutes Recht. Es gibt da ein Mädchen, das möchte nicht nur bezahlt werden, sondern auch zu den Kapitalisten gehören. Und es gibt dazu einen Baudezernenten, der von seiner moralischen Haltung her das simple kapitalistische Prinzip ablehnt, dem aber klar wird, daß der Aufbau dieses Landes ohne dieses Prinzip nicht möglich ist.“

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St. Ingberter Anzeiger ·
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