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Interministerielle Arbeitsgruppe:“Anerkennungsverfahren“ für ausländische Abschlüsse

Die verbesserte Anerkennung ausländischer Abschlüsse ist ein entscheidender Schritt für die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund und eine wichtige Maßnahme zur Deckung des Fachkräftebedarfs im Saarland", erklärt Gaby Schäfer, "Viele Zuwanderer können in Deutschland oft nicht in ihrem erlernten Beruf arbeiten, weil ihre im Ausland erworbenen beruflichen Qualifikationen und Abschlüsse hier nicht anerkannt sind. Dies muss sich ändern; mitgebrachte Berufsabschlüsse müssen auf dem Arbeitsmarkt verwertbar sein.
Fehlende Bewertungsmaßstäbe und Bewertungsverfahren sowie die bisherigen wenig einheitlichen Regelungen beim Anerkennungsverfahren erschweren die Integration von Zuwanderern in den Arbeitsmarkt. Mit der Einleitung des Gesetzgebungsverfahrens für ein "Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen" hat der Bund den Anfang gemacht. Migrantinnen und Migranten werden einen individuellen Anspruch darauf erhalten, ihre im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen auf Gleichwertigkeit mit deutschen Qualifikationen prüfen zu lassen. Bisher hatten nur Spätaussiedler einen Rechtsanspruch auf Anerkennungsprüfung, nun sollen neben den EU-Bürgern auch Menschen aus den sogenannten Drittstaaten dieses Recht bekommen.
Integrationsbeauftragte Schäfer: „;Rund 300.000 Menschen werden bundesweit von einer Neuregelung des Anerkennungsverfahrens profitieren. Der Entwurf des Bundesgesetzes setzt einen wichtigen integrationspolitischen Impuls und ist ein erster Schritt, um die im Saarland vorhandenen Qualifikationspotenziale besser zu nutzen. Er sieht vor, dass neben den Zeugnissen auch die individuellen Berufserfahrungen mit in die Anerkennungsprüfungen einbezogen werden“ Das Bundesgesetz regelt aber zunächst nur die Berufe, die in Bundeszuständigkeit liegen, wie zum Beispiel die Heilberufe. Viele andere Berufe, wie beispielsweise Lehrer, Erzieher oder einige Pflegeberufe fallen in Länderzuständigkeit. Deshalb sind hierfür landesrechtliche Regelungen erforderlich.

Unter der Federführung des saarländischen Ministeriums für Arbeit, Familie, Prävention, Soziales und Sport wurde daher eine interministerielle Arbeitsgruppe eingerichtet. Die von der Integrationsbeauftragten, Staatssekretärin Schäfer, einberufene Arbeitsgruppe befasst sich mit dem Regelungsbedarf auf Landesebene. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe haben den hohen Stellenwert möglichst einheitlicher Regelungen der Anerkennungsverfahren von Bund und Ländern hervorgehoben. Dies nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund eines ansonsten drohenden bundesweiten Wettbewerbs um die besten Köpfe. „Wir wollen erreichen, dass künftig für Arbeitgeber und Betriebe nachvollziehbare und bundesweit einheitliche Bewertungen zu den mitgebrachten ausländischen Qualifikationen zur Verfügung stehen. Die Fachkräfte müssen sich dabei an deutschen Ausbildungs- und Qualitätsstandards messen lassen“, erklärt Staatsekretärin Schäfer. „Besonders wichtig ist es mir, dass alle integrationspolitischen Akteure im Saarland frühzeitig am Verfahren beteiligt werden und, dass Transparenz geschaffen wird“

An der ersten gemeinsamen Sitzung der interministeriellen Arbeitsgruppe haben sowohl Vertreter der Kammern, der Vereinigung der saarländischen Unternehmensverbände, des saarländischen Integrationsrates, der Gewerkschaften, der Bundesagentur für Arbeit, der Liga der Freien Wohlfahrtspflege als auch Vertreter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge teilgenommen. Gaby Schäfer: "Ich bin sehr froh über das große Interesse der Experten, die meiner Einladung gefolgt sind und gemeinsam mit der Landesregierung das Anerkennungsverfahren im Saarland auf ein solides Fundament stellen wollen

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