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George Clooney in „Syriana“ in der Kinowerkstatt St. Ingbert

Michael Bodmer von der Neuen Zürcher Zeitung lobt George Clooney dafür, dass er als „Schauspieler, Regisseur (…) und Produzent (…) mit „Syriana“ intelligentes und engagiertes Kino“ mache.
Bei den Recherchen für das Skript zu dem Drogenthriller „Traffic“ bemerkte Drehbuchautor Stephen Gaghan nach eigener Aussage immer wieder erstaunliche Parallelen zwischen der Drogen- und der Ölmafia bzw. deren halbseidenen Vertretern in Politik und Wirtschaft. Als er dann auf das Buch „Der Niedergang der CIA“ stieß, schienen die Weichen für die Dramatisierung dieses Stoffes gestellt, handelt es sich dabei doch um die Memoiren des Ex-CIA-Agenten Robert Baer. Diesen spielt nun George Clooney in Gaghans Film „Syriana“. Das Wort ist ein amerikanischer Fachbegriff für die denkbare Umstrukturierung des Nahen Ostens (nach amerikanischem Vorbild, versteht sich), das Wort Syriana beschreibt einen Wunschtraum der USA: Ein von Amerika kontrolliertes Ölfördergebiet bestehend aus Syrien, dem Irak und den Iran und umreißt damit schon die Themen des Films: Ausgehend vom Wirtschaftsgut Öl erzählt er viele kleine und große Geschichten um Macht und Unterwerfung, Maßlosigkeit und Ausbeutung, und immer wieder um Korruption, von der es an einer wichtigen Stelle einmal heißt, daß wir alle es doch nur durch sie schön warm und trocken haben.

In parallelen Erzählsträngen verknüpft Autor und Regisseur Stephen Gaghan in dem raffiniert erzählten Politthriller das Schicksal verschiedener Figuren, die alle in ein Netz von Intrigen und Korruption im weltweiten Ölgeschäft verstrickt sind. Das klingt nach hoch engagiertem, brisantem Politkino im Stil der 70er Jahre (wie etwa „All The President`s Men“), und wenn man dann noch liest, daß Präsident George W. Bush den Film als „unmoralisch“ bezeichnet hat, schürt das die Spannung um so mehr. Denn die ideologische Ausrichtung des Films ist klar genug, um beim Verständnis der verzwickten Handlungsstränge zu helfen: Der Westen hat kein Interesse daran, dass die Golfstaaten eine taugliche, vielseitige Wirtschaft und eine gesunde Gesellschaftsstruktur entwickeln, denn die einseitige Abhängigkeit dieser Regime vom Ölexport macht sie anfälliger für den Druck des Westens.“

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