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12​5 Jahre Hans Herkommer – ​Erbauer des Beckertu​rms​

Wenn man in diesem Jahr den 125. Geburtstag Hans Herkommers (1877 – 1956) begeht, rückt ein Architekt in den Mittelpunkt einer breiteren Öffentlichkeit, der auch im Saarland markante Bauwerke schuf: darunter St. Ingberts Wahrzeichen – den „Becker-Turm“, oder die Saarbrückens Stadtsilhouette prägende Pfarrkirche St. Michael.

„Im Rahmen der Veranstaltungen zu Hans Herkommers Werk und Wirken wird mit dem Becker-Turm auch immer wieder eines seiner interessantesten Bauwerke gewürdigt“, freut sich St. Ingberts Stadtarchivar Dieter Wirth. Dabei verweist er darauf, dass sich mit dem gegenüber an der Kaiserstraße liegenden Wohnhaus des Malers Franz Helmut Becker ein weiteres, parallel nach Plänen Herkommers errichtetes Gebäude befindet. Das wiederum ist kein Zufall: War es nach Recherchen Wirths doch eben jener Franz Helmut Becker, der durch den Bau dieses damals wie heute außergewöhnlichen Sudturms zum Entwurf des ersten Firmenlogos der Brauerei Becker angeregt wurde. Das Firmenlogo wurde bereits 1927 als Warenzeichen vom Deutschen Patentamt eingetragen. Als Ergebnis entstand 1925 ein deutschlandweit einzigartiges, dem Stil der Zeit verpflichtetes Wahrzeichen, das als bedeutendster Industriebau Herkommers gilt und – eine weitere Besonderheit – zudem konsequenterweise als Logo der Brauerei Becker weiterentwickelt wurde. Zeitgleich zum Becker-Turm hinterließ Hans Herkommer, der in den 1920er und -30er-Jahren als einer der drei führenden Vertreter des katholischen Kirchenbaus in Deutschland galt, am Blieskasteler Wallfahrtkloster der bayerischen Kapuziner weitere Spuren im damaligen Saargebiet.

„Hans Herkommer hat prägende Architektur im heutigen Saarland hinterlassen“, so Claudius Bäuerle, der Vertrauensarchitekt der AKS-Kammergruppe Saarpfalz. „Die Einmaligkeit seiner Architektur“, betont er, „liegt in dem künstlerischen Charakter, den sie durchgehend aufweist“. So wirkt auch der als Betonkonstruktion entstandene, 42 Meter hohe Becker-Turm – ganz im Sinne von Franz Helmut Becker – nach Worten Bäuerles eher als Kunststele denn als profaner Industriebau.

Als herausragenden Vertreter des „Neuen Bauens“ würdigt auch Klaus Friedrich den vor 125 Jahren geborenen Hans Herkommer und wünscht sich, dass dessen Geburtstag und die damit verbundenen Veranstaltungen einen neuen Blick auf seine im Saarland entstandenen Werke nach sich ziehen. „Wie St. Ingbert ist das gesamte Saarland voller bemerkenswerter Baudenkmäler, die in ihrer Dichte und Bedeutung stark zur regionalen Identität beitragen können“, so Friedrich, auf dessen Initiative unter anderem die BarockStraße SaarPfalz zurückgeht.

Um die Bedeutung dieses architektonischen Erbes und dessen Potenziale stärker zu vermitteln planen Claudius Bäuerle, Klaus Friedrich und Dieter Wirth im kommenden Jahr weiterführende Veranstaltungen zum Thema Baukultur. So wird das Augenmerk beispielsweise in St. Ingbert flächendeckend auf dem „Neuen Bauen“ und dem reichen, nur selten als „Industriekultur“ verstandenen Gebäudebestand aus der bayerischen Vergangenheit der Mittelstadt liegen, während in der Nachbarschaft Einzelbauten und Ensembles punktuell vorgestellt werden sollen. In Saarbrücken wird dabei erneut Hans Herkommers Werk und Wirken lebendig werden, wenn man dort 2013 den 100. Jahrestag des Planungsbeginns der katholischen Pfarrkirche St. Michael begeht.

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