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Hilfen, um den Berufsweg zu finden

Das Mentoring-Projekt des Saarpfalz-Kreises entwickelt sich zusehends zu einer echten Erfolgsstory. Im September beginnt bereits der vierte Durchgang – und die teilnehmenden Frauen sind begeistert von dieser Möglichkeit, sich fit für das Berufsleben zu machen.

Birgit Rudolf, Annette Molter-Klein und Sandra Wiegand erläutern die grundlegende Ausrichtung des Projekts, das unter der Federführung des Frauenbüro des Kreises als „Koordinierungsstelle Frau & Beruf“ läuft: „Um den Wiedereinstieg ins Berufsleben zu erleichtern, bieten wir regelmäßig in Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur Neunkirchen und der Arge Saarpfalz Coaching-Maßnahmen an für arbeitslose Frauen. Unter dem Motto „Lernen am Vorbild erfolgreicher Frauen“ beginnt im Herbst der nächste Mentoring-Prozess. Als Mentees bewerben sich nicht nur Wiedereinsteigerinnen, sondern auch Frauen, die eine Existenzgründung anstreben oder eine berufliche Höherstellung im eigenen oder einem anderen Unternehmen anstreben. Zudem sind Teilnehmerinnen mit im Projekt, die nach einer beim Frauenbüro absolvierten Coaching-Maßnahme eine weitere Beratung und Begleitung auf ihrem Berufsweg benötigen.“

In den nun abgeschlossenen Prozessen mit je zwöllf Mentoring-Paaren waren es insgesamt neun, die eine berufliche Neuorientierung und den Wiedereinstieg anstreben; vier, die in ihrem Beruf weiterkommen wollen, und stolze acht Existenzgründerinnen. Im laufenden dritten Prozess werden sieben Frauen von einer Patin auf dem Weg in die Selbständigkeit begleitet. Die angestrebten Berufsbereiche sind Heilpraxis, Medizin, Kunst, Übersetzungen, Büroservice, Oberbekleidung, Verkauf, Ritualbegleitung oder Erziehung.

Wie aber läuft ein solcher Mentoring-Prozess eigentlich ab? Die Mentorin ist Ratgeberin, Vorbild, Türöffnerin, Kontakterin, aber nie professioneller Coach. Ihre Arbeit ist ehrenamtlich und sie gibt der Mentee wichtige Tipps und Hinweise für das berufliche Weiterkommen. Die beiden treffen sich regelmäßig einmal im Monat. Es entwickelt sich ein gegenseitiges Vertrauen, die Kritik läuft im offenen Dialog, es entsteht ein Team, das sich den gemeinsam definierten Herausforderungen stellt. Mentorin Doris Leutz-Maret: „Spannend ist es zu sehen, dass der Prozess nicht linear verläuft und dass sich im Verlauf auch die Ziele modifizieren. Meine Mentee hat inzwischen durch unsere Gespräche ein viel klareres Ziel entwickelt.“

Die Mentees werden in vier zweitägigen Seminaren geschult. Dabei sind Schlüsselqualifikationen – am Bedarf der Mentees orientiert – die zentralen Inhalte. Als Beispiel seien Kurse wie „Fit für den Erfolg“, „Selbstmarketing“, „Selbst-Bewusst-Sein“ oder „Zeitmanagement“ genannt. Bei all´ den Lerninhalten ist besonders die Vernetzung zwischen den Mentees ein wichtiger Baustein, denn hier erwachsen Gemeinsamkeiten, lassen sich Probleme gemeinsam anpacken und diskutieren. Dazu die Mentee Roswitha Ecker: „Der Prozess hat mich in meinem Weg bestärkt. Meine Mentorin hat mir Mut gemacht, mit meinen beruflichen Inhalten nach außen zu gehen. Ich genieße einfach auch den Kontakt zu meinen Mit-Mentees und die gegenseitige Unterstützung.“

Auch den Mentorinnen wird die Möglichkeit geboten, sich zu qualifizieren, zum Beispiel in Seminaren zu Gesprächsführung. Auch hier ist der Austausch der Mentorinnen untereinander ein wichtiges Instrument, um effektiver zu arbeiten, den Prozess voran zu bringen. Doris Leutz-Maret und Roswitha Ecker: „Genauso spannend wie das Verhältnis Mentee-Mentorin sind die Inhalte der Fachvorträge und -seminare, aus denen beide Parteien sehr viel Hilfestellung und Anregungen erfahren.“

Die „Koordinierungsstelle Frau & Beruf“ ist in diesem Prozess zuständig für die Vermittlung der Mentorin, die Koordinierung und Begleitung des Prozesses, das Veranstaltungsmanagement und die Mitarbeiterinnen stehen als Ansprechpartnerinnen bei Fragen und Probleme zur Verfügung. Ein weiterer – Projekt übergreifender – Baustein ist das Mentoring-Café. Hier werden regelmäßig Fachvorträge angeboten; das Café dient als Offener Treff zur Reflexion des Mentoring-Prozesses und zum Erfahrungsaustausch.

Dass diese Arbeit auch erfolgreich ist, belegt die Statistik des Projekts. Bislang sind in drei Durchläufen 36 Frauen durch das Mentoring-Projekt auf das Berufsleben vorbereitet worden. Zwei Durchläufe sind abgeschlossen. Von diesen 24 Frauen sind die Hälfte nun angestellt, die andere Hälfte hat sich selbständig gemacht.

Abschließend betont Birgit Rudolf, Leiterin des Frauenbüros und Projekt-Leiterin: „Als großen Erfolg sehe ich es an, wenn sich in den Mentee-Gruppen eine Eigendynamik entwickelt. Die Frauen unterstützen, stärken und beraten sich neben ihrem intensiven Austausch mit ihren Mentorinnen gegenseitig. Fast im Sinne von Erfolgsteams, in denen sie über einen längeren Zeitraum hinweg die Weiterentwicklung der Gruppenmitglieder untereinander begleiten und fördern. Hier findet echte Netzwerkarbeit statt. Und die müssen Frauen noch sehr ausbauen und pflegen.“

Und nun läuft der vierte Durchgang im September an. Weitere Informationen und Anmeldungen zum Mentoring-Projekt erteilt die „Koordinierungsstelle Frau & Beruf“ unter Telefon 0 68 41 / 12 03 21 und 1 04-3 30, eMail: frauenbuero@saarpfalz-kreis.de und im Internet unter http://www.saarpfalz-kreis.de.

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1865–2017