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Energiepreise im Saarland – Georgi: Geringe Einflussmöglichkeiten des Landes

Im Bundesvergleich befindet sich das Saarland nach den jüngsten Preiserhöhungen bei einem Verbrauch bis zu 2000 kWh zusammen mit Schleswig-Holstein im günstigsten Drittel. Am meisten muss der Kunde in Baden-Württemberg bezahlen.

Von den genehmigten Preisen sind im Saarland etwa ein Drittel aller Haushalte betroffen, die rund 10 Prozent des im Saarland verkauften Stroms abnehmen. „Im Saarland sind das faktisch nur die Haushalte, die bis zu 2000 kWh pro Jahr abnehmen. Für alle anderen bieten die regionalen und überregionalen Versorger individuell maßgeschneiderte Tarife, die ihnen teils automatisch als best price von den Unternehmen angeboten werden,“ sagte Georgi. Ab 2000 kWh spielten die genehmigten Tarife keine Rolle mehr. Diese Tatsache werde allerdings häufig bei nationalen Preisvergleichen nicht berücksichtigt: „Dort werden Abnahmemengen von 3500 kWh verglichen, für die es zwar den allgemeinen Tarif auch im Saarland gibt, nur spielt dieser in der Praxis keine Rolle.“

Grund für die unterschiedliche Nutzung des allgemeinen Tarifs in den Bundesländern, sei die nicht vergleichbare Struktur der Preisgestaltung: „Im Saarland haben wir einen geringeren Festbetrag für die Abnahme von Strom, die Preiskurve verläuft daher direkt abhängig von Verbrauch etwas steiler. Traditionell sind im Saarland die wenig verbrauchenden Bezieher beim linearen Tarif sehr günstig gestellt.“ Der Break-even-point, wo es sich rechne, auf andere Tarife umzusteigen, sei bei etwa 2000 kWh erreicht. Bei höheren Festbeträgen verschiebe sich diese Grenze, wo sich der Wechsel lohne auf 3500 kWh und mehr. Die Tarifprüfung betrifft heute nur noch etwa 30 Prozent des Endpreises. Weitere 30 Prozent sind Netzanteil, 40 Prozent sind staatlich verursachte Preisanteile.

Künftig wird das Land aber keinen Einfluss mehr auf die günstigen Preise für Kleinverbraucher nehmen können. Im Zuge der Liberalisierung und mit dem neuen Energiewirtschaftsgesetz fällt die Genehmigungspflicht weg. Es gibt lediglich die Belieferungspflicht für Kunden bis maximal 10.000 kWh als Grundversorgung zu allgemeinen Preisen.

Am 1.7.2007 entfällt die Genehmigungspflicht für den Endpreis. Kern der neuen Regelung ist die Netzregulierung und damit die Genehmigung der Netzentgelte durch die Regulierungsbehörden.

„Bei den Gaspreisen, die derzeit auch für Diskussion sorgen gibt es,“ so Georgi, überhaupt keine Genehmigungspflicht.“ Zusammen mit dem Bundeskartellamt und den anderen Ländern habe das Saarland im Rahmen seiner Missbrauchsaufsicht einen umfassenden Gaspreisvergleich durchgeführt. Im Ergebnis findet sich das Saarland quasi gleichauf mit Rheinland-Pfalz auf dem 2. Platz bei den günstigsten Preisen. 20.000 kWh kosten 942,45 Euro. Allerdings ist die Spannbreite zwischen dem billigsten Anbieter mit 909,44 Euro und dem teuersten mit 1.012,28 Euro recht groß. Eine Wahlmöglichkeit für die Kunden existiert quasi nicht. In anderen Bundesländern sind die Unterschiede teils noch größer.

Ziel der gemeinsamen Prüfung des Bundes und der Länder war es auch, an Hand dieser Unterschiede einer möglichen Ausnutzung von Marktpositionen auf die Spur zu kommen. Im verhältnismäßig günstigen Saarland gibt es derzeit für einen Marktmissbrauch keine Anhaltspunkte.

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St. Ingberter Anzeiger ·
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