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Von verschwundenen Gärten

In einer gut besuchten Veranstaltung im Annahof stellte
Landschaftsarchitektin Stella Junker-Mielke, Worms, ihre
gartenhistorische Vorstudie zu den Parkanlagen am Würzbacher Weiher vor.
Diese Studie hatten Saarpfalz-Kreis und Stadt Blieskastel gemeinsam dank
einer Leader-Förderung in Auftrag geben können.

Seit 1781 ließen am Würzbacher Weiher Reichsgräfin Marianne von der
Leyen und deren Sohn, Prinz Philipp, zu ihren prachtvollen Bauwerken wie
Annahof, „Rotes Haus“ und Philippsburg auch besonders schöne Gärten mit
exotisch anmutenden Kleinarchitekturen anlegen. Zumeist waren es dem
damaligen Zeitgeist entsprechende sentimentale Lustgärten. Jedoch
integrierte man auch landwirtschaftliche Nutzflächen wie Streuobstwiesen
in das Gartenkunstwerk, um das Nützliche mit dem Schönen zu vereinen.

Diese Parkanlagen wurden seit der Französischen Revolution sukzessive
so verändert, dass heute nur noch Bruchstücke vor Ort auffindbar sind.
Diese können auf alten Karten wie dem Urkataster von 1842 zwar noch
nachgewiesen werden, sind heute jedoch in der Fläche häufig nur noch in
der Geländemodulation erkennbar. Teilweise sind sie auch mittlerweile
überformt und bebaut.

Mit ihrer Gehölzkartierung konnte Junker-Mielke jedoch alten
Baumbestand im Bereich der Philippsburg nachweisen. Sie plädierte auch
dafür, den etwas jüngeren, nachleyenschen Bestand am Junkerwald und beim
Triebscheider Hof in künftige Planungen miteinzubeziehen. Ferner seien
mittels Georadaruntersuchungen die Fundamente früherer
Gartenarchitekturen zu lokalisieren. Zwar seien nur noch wenige
gartenkünstlerische Relikte erhalten, aber angesichts der hohen
Qualität der leyenschen Gartenreiche sollten durch besondere Maßnahmen –
wie Hologrammtafeln -, die dem Betrachter auch verschwundene Bauwerke in
Originalgröße vorspiegeln können, an diese erinnert werden.

Auch neue künstlerische Akzente sollten gesetzt werden. Gestalterische
Maßnahmen seien nicht nur aus historischen Erwägungen naheliegend,
sondern auch wegen touristischer Aspekte und auch zwecks Aufwertung der
Biosphäre durchaus sinnvoll. Auf weitere Diskussionen kann man sich
freuen.

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St. Ingberter Anzeiger ·
1865–2017