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SPK: Kulturlandschaftszentrum Lochfeld

„Abfahrt“, hieß es am letzen Montag vor den Ferien um 9:30 Uhr für 26
Schüler der Erweiterten Realschule Homburg. Zusammen mit Ihren Lehrern
Frau Müller und Herrn Reiland ging es mit dem Bus Richtung Bliesgau,
Ziel der Exkursion war das Kulturlandschaftszentrum Haus Lochfeld in
Wittersheim. Spontan hatte sich die Schulleitung entschieden, die
Ganztagsklasse am Probelauf eines naturpädagogischen Projektes zum Thema
„Streuobstwiesen“ teilnehmen zu lassen. Die Durchführung wurde
finanziell ermöglicht durch die Kreisvolkshochschule des
Saarpfalz-Kreises in Zusammenarbeit mit dem Zweckverband Saar-Blies-Gau
/ Auf der Lohe und spricht speziell Schulklassen an.
Eine gute halbe Stunde später konnte die sechste Klasse von der Dipl.
Biologin Ute Hund und der Dipl. Geografin Heike Welker in Wittersheim in
Empfang genommen werden.
„Sind hier viele Schmetterlinge!“, riefen die ersten Schüler/innen
schon beim Aussteigen aus dem Bus. Noch erstaunter waren die meisten als
sie erfuhren, dass die Streuobstwiesen nahezu 3500 unterschiedlichen
Tier- und Pflanzenarten Lebensraum bieten.
Bei strahlendem Sonnenschein ging es dann durch die Obstwiesen hoch zum
Kulturlandschaftszentrum Haus Lochfeld. Unter Leitung der beiden
Zertifizierten Natur- und Landschaftsführerinnen wurde dabei
Umweltwissen methodisch vermittelt. Begriffe wie „Naturraum“ und
„Kulturlandschaftselement“ stießen dabei auf erstaunliches Interesse
bei den Sechstklässern. Im Schatten eines Apfelbaumes, inmitten von
duftendem Heu, begaben sie sich auf einer Phantasiereise in die Zeit der
Entstehung von Sandstein und Muschelkalk. Später konnten sie beim
Probieren die Unterschiede zwischen Äpfeln aus Plantagen und
Streuobstwiesen herausfinden.
Am Haus Lochfeld angekommen, und bei nunmehr 32 Grad im Schatten,
wussten nun alle, dass der Bliesgau klimatisch begünstigt ist. Deshalb
bedurfte es auch keiner weiteren Erklärung zur Existenz des dort
rekultivierten Weinbergs.
Nachdem man sich bei einem Glas kühlem Apfelsaft, bereitgestellt vom
Kioskwirt Helmut Kihl, im Schatten ausgeruht hatte, wurde anschließend
gemeinsam das Mittagessen zubereitet. Kirschpfannkuchen sollten es
werden. Während die Stärksten der Klasse mit handbetriebenen Mahlsteinen
aus Getreide das benötigte Mehl mahlen durften, rührten die Restlichen
in mehreren Schüsseln den Teig an. Dabei verwendeten sie ausschließlich
regionale Produkte. Der Grundgedanke der Biosphärenreservate, als
einmalige Kulturlandschaften, in denen der Mensch sein Auskommen hat,
wurde ihnen einmal mehr verdeutlicht. Eng wurde es mit den Kirschen,
waren doch die Vögel schneller. Eine Lösung fand sich jedoch schnell. Im
Beerengarten gab es die ersten reifen Johannisbeeren, und Äpfel waren
auch noch da. Mit Zimt und Zucker konnten dann alle die köstlichen
Pfannkuchen genießen.
Gut gelaunt ging es danach zur genauen Betrachtung einer
Salbei-Glatthaferwiese. Trotz flirrender Hitze sammelten die
Schüler/innen eine ansehentliche Anzahl an Blütenpflanzen und Gräsern,
die sie anschließend mit den vorbereiteten Bestimmungskärtchen zuordnen
konnten.
Begeistert bauten die Kinder zum Abschluss kleine Insektenhotels. Mit
großem Geschick und gegenseitiger Hilfe schraubten alle ihre
Holzhäuschen zusammen, die sie mit nach Hause nehmen konnten. Zuletzt
stand noch das Bestücken mit hohlen Stöckchen aus. Leider ist an diesem
Tag die Zeit wohl etwas schneller vergangen. Um 16:30 Uhr sollte die
Klasse wieder zurück in Homburg sein. „Kein Problem, das machen wir
morgen im Werkunterricht fertig“, klärte Herr Reiland spontan die
Situation, „dann können wir uns alle noch einmal an dieses schöne
Erlebnis erinnern“.

Das Streuobstwiesenkonzept am Haus Lochfeld: Am Beispiel der
Streuobstwiesen sollen Schüler die gewachsene Kulturlandschaft sehen,
verstehen und begreifen. Sie werden dabei an ein Naturverständnis
herangeführt, das im Idealfall später die Grundlage für ökologisch
sinnvolles Handeln bildet.
Da „Liebe zur Natur allein nicht genügt, um sie schützen und erhalten
zu können…“ (Richtlinien für die Umwelterziehung an den Schulen im
Saarland; 1994) vereint das naturpädagogische Konzept methodische
Wissensvermittlung mit Spielen, kleinen Naturschutzprojekten und der
Verarbeitung eines Produktes aus der Streuobstwiese.
Zur Durchführung eignet sich dafür in besonderer Weise das inmitten von
Streuobstwiesen gelegene Kulturlandschaftszentrum Haus Lochfeld in
Wittersheim. In seinen Anlagen veranschaulicht es nahezu alle den
Bliesgau charakterisierenden Kulturlandschaftselemente. Daneben bieten
die Räumlichkeiten des energetisch weitgehend autarken Hauses
vielfältige Möglichkeiten für Schulklassen

Weitere Informationen zu Haus Lochfeld und seinem Angebot erhalten Sie
bei der Kreisverwaltung in Homburg von Waltraud Stephan-Diener
(104-8019) und Christian Stein (104-8411).

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St. Ingberter Anzeiger ·
1865–2017