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Mindestlohn Forst

Die Forstgewerkschaft IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) will einen Mindestlohn für Waldarbeiter durchsetzen. Bundesweit soll kein Forstbeschäftigter weniger als 11,00 Euro pro Stunde verdienen. Das hat die IG BAU am Rande der Fachmesse „Interforst“ in der letzten Woche gefordert. Der Branchen-Mindestlohn müsse im Tarifvertrag verankert werden.

„Viel Zeit haben wir dafür nicht. Ausländische Arbeitskräfte stehen schon bereit, um für Dumpinglöhne im Wald zu holzen“, sagte Klaus Wiesehügel. Der IG BAU-Bundesvorsitzende befürchtet, dass bestehende Arbeitsplätze in der Forstwirtschaft massenweise verloren gehen, wenn im Mai kommenden Jahres die Arbeitnehmer-Freizügigkeit kommt. Sobald die Grenzen offen sind, drohte der Waldboden zum Dumpinglohnsumpf zu werden. Dies sei lediglich durch die Einführung des Mindestlohnes zu verhindern. Eine Alternative dazu gebe
es nicht.

Die Forstwirtschaft hat seit Jahren einen drastischen Arbeitsplatzabbau verkraften müssen.
Auch im Saarland. Gerade im Bereich der Waldarbeit, haben Kommunen und Land Arbeiten an Unternehmer vergeben – und damit teilprivatisiert. „Es ist zu befürchten, dass diese Teilprivatisierung massiv ausgebaut wird“, so Jörg Senftleben, Branchensekretär-Forst, bei der IG BAU. So gäbe es, etwa bei SaarForst, eine mehr als ungünstige Altersstruktur im Betrieb. Dies sei bedingt durch eine nicht gerade nachhaltig angelegte Personalentwicklung. In den letzten Jahren sei eine unzureichende Einstellung von Nachwuchskräften erfolgt. Dies trifft auf alle Beschäftigtengruppen zu. Im Bereich der Waldarbeiter fordere die IG BAU seit Jahren die unbefristete Übernahme der Forstwirtauszubildenden. Die Regierungskoalition wolle zwar „den Wald als neuen Grünen Arbeitsmarkt“ entwickeln, sehe aber neben gut ausgebildeten Waldarbeitern und Förstern zudem das Ziel Unternehmensgründungen im Be-
reich der Waldpflege zu unterstützen.

Durch die insgesamt wohl weiter ansteigende Unternehmertätigkeit, werde der Forstmindest-
lohn notwendiger denn je, betont Senftleben.

Mit dem Deutschen Forstunternehmerverband (DFUV), hatte die IG BAU bereits vor zwei Jahren einen Mindestlohntarifvertrag abgeschlossen. Die Branche wurde allerdings nicht in das Arbeitnehmer-Entsendegesetz mit aufgenommen. Der Mindestlohn wurde daher nicht wirksam.

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