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Programm der Kinowerkstatt vom 13. – 16. August

Drei Filme zu Hitchcocks Geburtstag
Welche Titel fallen einem ein, wenn man nach Filmen von Alfred Hitchcock fragt: ‚Über den Dächern von Nizza‘, ‚Psycho‘, ‚Die Vögel‘, ‚Der unsichtbare Dritte‘, ‚Fenster zum Hof‘. Die Kinowerkstatt zeigt zum 111-ten Geburtstag von Altmeister Hitchcock drei seiner Filme, und zwar genau an Hitchcocks Geburtstag, dem 13. August (geboren wurde er 1899!)
Am Freitag läuft um 19 Uhr: „Über den Dächern von Nizza“ (1955, To Catch a Thief – Regie: Alfred Hitchcock – Drehbuch: John Michael Hayes, nach einem Roman von David Dodge – Kamera: Robert Burks – Schnitt: George Tomasini – Musik: Lyn Murray. – Der Zuschauer fühlt sich in dem Film mit Cary Grant, Grace Kelly (der späteren Prinzessin von Monaco), Jessie Royce Landis, Charles Vanel, John Williams, Brigitte Auber u.a. wie im Urlaub: Hitchcock drehte ‚Über den Dächern von Nizza‘ in Saint-Jeannet, Gourdon, Nizza, Monaco, Grasse, Cannes, Èze Village, Saint-Jean-Cap-Ferrat und Cagnes-sur-Mer. Die rasanten Luftaufnahmen einer Verfolgungsjagd durch mehrere Dörfer wurde um Saint-Paul de Vence gedreht sowie eine längere Filmsequenz einer weiteren Ausflugsfahrt auf der am höchsten gelegenen Küstenstraße Grande Corniche (zwischen Nizza und Monaco) mit einem atemberaubenden Ausblick auf das Mittelmeer und Cap Ferrat.
Ein Juwelendieb treibt an der französischen Riviera sein Unwesen. John Robie, vor dem Zweiten Weltkrieg berüchtigter Juwelendieb, bekannt als die Katze, und während des Kriegs Held der Résistance, wird verdächtigt, da der neue Dieb dessen alte Methode kopiert. Um seine Unschuld zu beweisen, macht er sich selbst auf die Suche nach dem Gauner. Seine ehemaligen Partner, die allesamt inzwischen einem ehrbaren Beruf im Restaurant Bertani nachgehen, sind verärgert, da sie ihn für den Dieb halten und sich die französische Polizei daher wieder für sie interessiert. Ein Filmklassiker, den man gesehen haben muss.
Um 21:15 Uhr kommt der Film mit der berühmtesten Filmszene „Psycho“. Regie: Alfred Hitchcock – Drehbuch: Joseph Stefano, nach dem Roman „Psycho“ von Robert Bloch – Kamera: John L. Russell – Schnitt: George Tomasini – Musik: Bernard Herrmann – Darsteller: Anthony Perkins, Janet Leigh, Vera Miles, John Gavin, Martin Balsam u.a. – 1960; 110 Minuten. Mit Psycho erschuf Hitchcock das Genre das Psychothrillers neu. Der berühmteste Mord der Filmgeschichte zeigt widersprüchlicherweise kaum Blut, so dass sich die Gewalt überwiegend im Kopf der Zuschauer abspielt. Marion Crane stiehlt 40 000 $, um endlich mit ihrem Freund einen Hausstand gründen zu können. Auf dem Weg zu ihm gerät sie vom Weg ab und übernachtet als einziger Gast in einem abgelegenen Motel. Etwas oberhalb am Hang steht ein düsteres Wohnhaus. Dort scheint der junge Besitzer des Motels, Norman Bates, seine schwerkranke Mutter zu pflegen …
Um 23 Uhr dann Hitchcocks „Die Vögel“, (The Birds, 1963 – Regie: Alfred Hitchcock – Drehbuch: Evan Hunter, nach der Erzählung „Die Vögel“ von Daphne Du Maurier mit Tippi Hedren, Rod Taylor, Suzanne Pleshette, Jessica Tandy, Veronica Cartwright, Ethel Griffies, Charles McGraw, Ruth McDevitt, Lonny Chapman, Joe Mantell u.a. – 115 Minuten) Der Film aus seinem Spätwerk, gehört sicher zu den bekanntesten des Suspense – Meisters. Mit dem Horrorthriller lieferte Alfred Hitchcock das Vorbild für zahlreiche weitere Filme. Bemerkenswert ist vor allem auch der Soundtrack, der nur aus Geräuschen besteht.

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„Wendy und Lucy“
In der Kinowerkstatt ist an diesem Wochenende, am Samstag, den 14. August, um 21 Uhr, am Sonntag, den 15. August, und Montag, den 16. August, jeweils um 20 Uhr, ein in Amerika und auf zahlreichen Festivals vielbeachteter Film zu sehen: Eine Festivalperle sozusagen ist „Wendy und Lucy“ ( USA 2008) Regie, Buch, Schnitt: Kelly Reichardt mit Michelle Williams, Will Patton, John Robinson, Wally Dalton, Larry Fessenden u.a. (ab 6 Jahren, 80 Min.)
Die obdachlose Wendy fährt in einem alten Honda mit ihrer heißgeliebten Hündin Lucy nach Alaska, wo sie auf einen Job hofft. Eine Autopanne zwingt sie zum unfreiwilligen Zwischenstopp im urbanen Niemandsland von Oregon, wo sie mittellos strandet. Ihr Versuch Hundefutter zu klauen, endet postwendend in Polizeigewahrsam, währenddessen die unbewachte Lucy verschwindet. Verzweifelt sucht Wendy nach ihr und erhält dabei lediglich von einem alten Parkplatzwächter Unterstützung.
Amerika ohne soziales Netz ist ein Ort ohne Hoffnung. So muss es Michelle Williams in Kelly Reichardts bedrückendem, minimalistischen Independent-Drama feststellen.
Kelly Reichardt bleibt ihrem asketischen Stil treu und erzählt ihre Geschichte ausgeprägt reduziert: Wie man ohne soziale Absicherung in den USA überleben kann, aber auch, ob die Gesellschaft noch zusammenhält, oder jeder auf sich gestellt ist.
Die großartige Michelle Williams stellt sich als Wendy diesen Bedingungen mit kämpferischer Würde, aber findet keinen Ausweg aus der Abwärtsspirale in einer feindlichen Welt, die eher an Wildnis denn an Zivilisation gemahnt.

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