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Wilhelm Genazino „Der gedehnte Blick“

Im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung „Kleine Saarländer. Kinderfotos aus 100 Jahren“ liest der Autor Wilhelm Genazino am Freitag, dem 03. September 2010, um 19 Uhr im Historischen Museum Saar aus seinem Essayband „Der gedehnte Blick“.

Wilhelm Genazino ist einer der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftsteller der Gegenwart. Er beherrscht wie kein Zweiter das genaue, lange Hinschauen auf einen sich neu eröffnenden Weltausschnitt oder auch nur einen Gegenstand und das verzögerte Deuten des Wahrgenommenen. Präzise Alltagsbeobachtung wandelt sich dabei in Literatur.

Ausgangspunkt des Essays „Der gedehnte Blick“ ist ein vom Autor auf dem Flohmarkt erworbenes Kinderfoto, das er eingehend analysiert. Da es sich nicht um ein Kunstwerk handelt, die Kinder und ihre Lebensumstände, wie übrigens auch bei den meisten der in der Ausstellung präsentierten Lichtbilder, unbekannt sind, muss das Foto als solches ernst genommen und gedeutet werden.

Doch Genazino schreibt in dem Essayband nicht nur über Fotografien, sondern auch über Theodor W. Adornos Humor, über das Lachen und andere Begebenheiten. Wie immer gelingt es ihm, aus scheinbar Alltäglichem, Banalem das Verblüffende, Unerhörte, nie Gesehene herauszulesen.

Wilhelm Genazino wurde 1943 in Mannheim geboren. Nach dem Abitur arbeitete er als freier Journalist, dann als Redakteur bei verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften.
Er studierte Germanistik, Soziologie und Philosophie in Frankfurt am Main und ist
seit 1971 als freier Schriftsteller tätig. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Georg-Büchner-Preis und dem Kleist-Preis.
Seit 1990 ist er Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt.
2004 wurde er in die Bayerische Akademie der Schönen Künste gewählt.
Wilhelm Genazino lebt in Frankfurt.

„der buchladen gmbh“ wird freundlicherweise im Museum einen Büchertisch mit Werken des Autors betreuen.

Eintritt: 3 €/ 1,50 €

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