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Kinowerkstatt – Programm v. 27. – 30. Aug. 2010

„Kaspar Hauser – Jeder für sich und Gott gegen alle“
Zwei selten zu sehende Filme von Werner Herzog sind an diesem Wochenende in der Kinowerkstatt St. Ingbert, Pfarrgasse 49, zu sehen: „Kaspar Hauser – Jeder für sich und Gott gegen alle“ und „Stroszek“. In beiden spielt der kürzlich verstorbene Bruno S. die Hauptrolle.

„Kaspar Hauser – Jeder für sich und Gott gegen alle“ ((D 1974, 109 Min., Regie: Werner Herzog, Buch: Werner Herzog, Kamera: Jörg Schmidt-Reitwein, Musik: Johann Pachelbel, Orlando di Lasso, Tommaso Albinoni, Wolfgang Amadeus Mozart, mit Bruno S., Walter Ladengast, Brigitte Mira, Willy Semmelrogge, Herbert Achternbusch, Enno Patalas, Alfred Edel läuft am Freitag, den 27. August, um 19 Uhr. Es ist die Geschichte des seltsamen Findlings, der 1828 im Erwachsenenalter in Nürnberg auftauchte, nachdem er sein ganzes bisheriges Leben ohne Menschen und Zivilisation zugebracht hatte. Herzogs erster meisterlicher Kniff für sein historisches Drama war die Besetzung des Kaspar Hauser mit einem Laiendarsteller, dessen Biographie die dem Kaspar Hauser ähnlich war: Bruno S., der als ungewolltes Kind einer Prostituierten seine Jugend, ähnlich der Isolation Hausers, in psychiatrische Kliniken verbrachte.

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Am Samstag, den 28. August, um 21 Uhr läuft „Stroszek“ (D 1977) von Werner Herzog, Kamera: Thomas Mauch, mit Bruno S., Eva Matthes, Clemens Scheitz, Wilhelm Prinz von Homburg u. a. „Stroszek“ ist für nicht wenige Fans des Regisseurs Werner Herzog eines seiner besten, wenn nicht gar das beste Werk seiner Laufbahn. Mit dem abgrundtief bitteren Drama um eine menschliche Tragödie versteht es der gebürtige Münchner trotz aller sozialer Ödnis, seinem Film eine ungeheure Warmherzigkeit zu verleihen. Getragen von brillanten, authentischen Darstellern begeistert „Stroszek“ mit einem genialen optischen Konzept, einer extremen Farbgestaltung und wartet mit dem wohl abgedrehtesten Ende der Filmgeschichte auf.

Der Berliner Straßenmusiker Bruno Stroszek (Bruno S.) wird gerade aus dem Gefängnis entlassen, bietet der befreundeten Prostituierten Eva (Eva Mattes) einen Platz in seiner Wohnung an. Doch ihre beiden Zuhälter (Wilhelm von Homburg, Burkhard Driest) richten sie übel zu und auch Bruno wird verdroschen. Gemeinsam mit ihrem Nachbarn, dem alten Herrn Scheitz (Clemens Scheitz), wollen sie zu dessen Neffen (Clayton Szalpinski) nach Wisconsin auswandern.
Die Existenz von „Stroszek“ ist eigentlich nur einer Verlegenheit zu verdanken. Nach „Jeder für sich und Gott gegen alle“ (1974) versprach Regisseur und Autor Werner Herzog („Aguirre – Der Zorn Gottes“, „Nosferatu – Das Phantom der Nacht“, „Fitzcarraldo“, „The White Diamond“) dem Laiendarsteller Bruno S., der den Kasper Hauser gab, ihn für die Hauptrolle in „Woyzeck“ zu besetzen. Allerdings wurde ihm bald schlagartig klar, dass nur Klaus Kinski dies spielen könne. Peinlich berührt, suchte Herzog nach einem Ausweg und versicherte Bruno S., dass sie einen anderen Film zusammen machen würden. In fünf Tagen wollte Herzog Bruno S. ein fertiges Drehbuch nach Berlin schicken. Er hielt sein Versprechen und „Stroszek“ kam 1977 sogar noch vor „Woyzeck“ (1978) in die Kinos.

Das Besondere: Fast alle Darsteller spielen mehr oder weniger sich selbst . Bruno S., dessen Nachname erst nach seinem Tod bekannt wurde, hatte das gleiche harte Kindheitsschicksal zu teilen, wie sein Film-Alter-Ego Stroszek. Von seiner Mutter wurde er als Baby so sehr geprügelt, dass er in seiner Entwicklung etwas zurückblieb und insgesamt 23 Jahre in Heimen und Nervenheilanstalten verbrachte. Anschließend schlug er sich als Hinterhofsänger und Lagerarbeiter in Berlin durch.

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Aktuell: Micmacs – Uns gehört Paris!

Ganz aktuell ist in der Kinowerkstatt an diesem Wochenende, am Freitag, den 27. August, um 21:45 Uhr, am Samstag, den 28. August, um 18 Uhr, sowie am Sonntag und Montag, jeweils um, 20 Uhr, der neue Film von Jean-Pierre Jeunet zu sehen: „Micmacs – Uns gehört Paris!“ (Frankreich 2009) mit Dany Boon, Dominique Pinon, André Dussollier, Yolande Moreau, Jean-Pierre Marielle, Julie Ferrier – Prädikat: besonders wertvoll – FSK: ab 12 – Länge: 104 min.

Eines Abends tritt Bazil (Dany Boon) vor die Tür seiner Pariser Videothek – nur um eine verirrte Pistolenkugel in den Kopf zu bekommen. Dumme Sache, aber nicht unbedingt tödlich, entscheiden die Ärzte und entlassen Bazil aus dem Krankenhaus – mit Kugel im Kopf, aber ohne Job und Wohnung steht er auf der Straße. Doch das Glück lässt nicht lange auf sich warten: Bazil trifft auf den kauzigen Canaille (Jean-Pierre Marielle), der mit einer Gruppe wunderlicher Außenseiter auf einer Schrotthalde lebt.
Nach „Delicatessen“ und „Die fabelhafte Welt der Amélie“ entführt uns Jean-Pierre Jeunet erneut in sein filmisches Universum und nimmt uns mit in eine Welt voller Poesie und liebevoll-skurriler Charaktere. Neben bekannten Jeunet-Darstellern wie Dominique Pinon („Dante 01“, „Die fabelhafte Welt der Amélie“) und Yolande Moreau („Paris, je t’aime“, „Die fabelhafte Welt der Amélie“) steht der neue französische Superstar Dany Boon („Willkommen bei den Sch’tis“) zum ersten Mal für Jeunet vor der Kamera. Die erstklassig besetzte Komödie MICMACS – UNS GEHÖRT PARIS! feierte ihre Weltpremiere auf den Internationalen Filmfestspielen in Toronto.

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Im Kinder- und Familienkino am Sonntag, den 29. August, um 16 Uhr, sind die Abenteuer von „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ in der Augsburger Puppenkiste zu sehen. Gezeigt werden die letzten beiden von vier Teilen (ca. 1 Stunde), wobei die ersten beiden Teile kurz zusammengefasst werden.

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