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Kinowerkstatt – Programm vom 18. – 20. September 2010

Kinowerkstatt zeigt Claude Chabrol.
Er war ein Erneuerer, ein Schalk, ein Genussmensch und vor allem ein Freund der Schauspieler.
Die Filmwelt trauert um Claude Chabrol.
Die Kinowerkstatt St. Ingbert, Pfarrgasse 49, zeigt am Wochenende zwei Filme von Claude
Chabrol: Am Samstag, den 18. Sept. um 18 Uhr „Geheime Staatsaffären“ mit Isabelle Huppert,
und seinen letzten Film „Kommissar Bellamy“ mit Gerard Depardieu am Sonntag, den 19.
September, um 20 Uhr.
„Er wusste zu lachen“, sagt der Schauspieler über Claude Chabrol, der als letzter mit ihm gedreht
hat: Gérard Depardieu. Er spielte die Hauptrolle in Chabrols letztem Film *Kommissar Bellamy*,
der 2009 auf der Berlinale vorgestellt wurde. „Er liebte das Essen, er hatte ein sehr großes Herz
und einen geistreichen Witz. Er trug die Geschichte des Kinos in sich, Leidenschaft, und auch
Kindlichkeit, das Lachen und das Vergnügen“, sagte Depardieu.
Isabelle Huppert, die wohl wichtigste Schauspielerin in Chabrols Werk, sagte über ihren Mentor:
„Er filmte mich immer ein bisschen so, als sei ich seine Tochter, er hat mich nie als Objekt der
Begierde gefilmt, was manchmal das Verhältnis zwischen einem Regisseur und seiner
Darstellerin ausmacht.“
Isabelle Huppert spielt die Hauptrolle in „Geheime Staatsaffären“ (Frankreich 2006, 110 Min. – Kamera: Eduardo Serra – Musik: Matthieu Chabrol – Buch: Odile Barski und Claude Chabrol – Regie: Claude Chabrol. – Mit Isabelle Huppert, François Berléand, Patrick Bruel, Robin Renucci, Maryline Canto, Thomas Chabrol, Jean-François Balmer, Pierre Vernier.) Als Untersuchungsrichterin Madame Jeanne Charmant-Killman ermittelt sie in einem Fall von Bestechung, der offensichtlich auf den Elf-Aquitaine-Prozess anspielt. Man hat den Eindruck, dass die Untersuchung zunächst sehr ungünstig für den Angeklagten verläuft, doch dass Politiker alles daransetzen, dass der Fall nicht aufgeklärt wird.
„Mir war wichtig, die Macht lächerlich zu machen«, sagte Chabrol. Er wolle zeigen, wie sich
Menschen verändern, wenn sie Macht bekommen. Es gehe um die Trunkenheit der Macht.“
(Claude Chabrol)
„Jegliche Ähnlichkeit mit bekannten Persönlichkeiten wäre, wie man sagt, unbeabsichtigt…“
In seinem Alterswerk „Kommissar Bellamy“ (Frankreich 2009) mit Gérard Depardieu gibt sich Claude Chabrol als Menschenfreund. Scheinbar beiläufig und routiniert hat Chabrol auch „Kommissar Bellamy“ inszeniert, in dem es vordergründig um ein Verbrechen, aber eigentlich um Beziehungen geht. Ex-Polizeichef Paul Bellamy verbringt mit seiner Frau die Ferien lieber in der Nähe von Nimes als auf dem Nil, wie von ihr gewünscht. Denn er mag’s lieber gemütlich als aufregend und will einfach nur seine Ruhe haben. Die wird gestört, als ein Unbekannter auftaucht und behauptet, einen Obdachlosen umgebracht zu haben, um ein neues Leben anfangen zu können. Wie auf einem Spielbrett sind die Paarkonstellationen aufgestellt, die einander spiegeln und kommentieren. Denn jedes unglückliche Paar, das weiß Chabrol, war einmal glücklich. Ob das so bleibt, hängt von Zufällen ab, die nicht zwangsläufig dramatische Folgen haben. Wenn die Beteiligten merken, dass sich etwas geändert hat, weiß keiner mehr wann und warum.
Claude Chabrol im Interview: „Krimis interessieren mich eigentlich gar nicht. Was mich interessiert ist die menschliche Natur. Deswegen wende ich immer wieder einen relativ simplen Trick an, der mir allerdings recht gut gefällt: Ich konstruiere für die Zuschauer einen spannenden Plot, weil sie dadurch leichter einer Geschichte folgen können und sich schneller fesseln lassen. Ein guter Plot gefällt den meisten Leuten, weil sie so das Gefühl bekommen, selbst etwas im Verlauf des Films entdeckt zu haben.“
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„Vergebung – Millenium Trilogie“
Die Kinowerkstatt St. Ingbert, Pfarrgasse 49, zeigt am Samstag, den 18. Sept. um 21 Uhr und am Montag, den 20. September, um 20 Uhr, den letzten Teil und furiosen Höhepunkt von Stieg Larssons Millennium-Trilogie „Vergebung“ (Schweden / Dänemark 2009 – Originaltitel: Luftslottet som sprängdes – Regie: Daniel Alfredson – Darsteller: Michael Nyqvist, Noomi Rapace, Annika Hallin, Per Oscarsson, Lena Endre, Peter Andersson, Jacob Ericksson ): Für Lisbeth Salander geht es nun um alles oder nichts, um Schuld oder Unschuld, Freiheit oder Verurteilung, Leben oder Tod. Unterstützt von Mikael Blomkvist, der auf seiner Suche nach Gerechtigkeit die Verschwörung gegen Lisbeth unbeirrbar aufzudecken versucht, sind die beiden unweigerlich aneinander gebunden – und ihre Tour de Force steuert auf ein grandioses, Nerven zerreißendes Finale zu. Auch in VERGEBUNG sind wieder Noomi Rapace als Lisbeth Salander und Michael Nyqvist als Mikael Blomkvist zu sehen – und auch hier begeistern sie wieder, ein letztes Mal, als eines der ungewöhnlichsten Paare der Literatur und Filmgeschichte.

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Familienkino
„Die große Schlacht des Don Camillo“ läuft im Familienkino der Kinowerkstatt, Pfarrgasse 49, am Sonntag, den 19. September, um 16 Uhr.
Ring frei zur dritten Runde zwischen Don Camillo und Bürgermeister Peppone. Dieses Mal geht es um den Wahlkampf für die Parlamentswahl, zu der Peppone als Kandidat der kommunistischen Partei aufgestellt wurde. Don Camillo ist dies ein Dorn im Auge und so nimmt er jede Gelegenheit wahr, seinen alten Widersacher zu blamieren…
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Am 28. August 2010 startete die Deutschlandtour des Kulturprojekts Cine Móviles, das bis zum 10. Oktober 2010 in großen und kleinen Städten argentinisches Kino zeigt. Cine Móviles ist am Dienstag, den 21. September vormittags zu Gast in der Kinowerkstatt St. Ingbert mit den Filmen Basicamente un pozo – im Grunde ein Loch: Ein Grundschullehrer auf dem Lande hat eine absurde, doch interessante Idee. Er will das Gravitationsgesetz beweisen und ein Loch von einem Ende der Erde zum anderen graben…(für Schüler ab 6 Jahren)
Der zweite Film ist der Dokumentarfilm „Victoria“ von Adrian Jaime. Bis zu 500 Säuglinge und Kleinkinder wurden während der Militärdiktatur in Argentinien entführt und zwangsadoptiert. Nun sind sie auf der Suche nach ihren Wurzeln und wollen mehr über Schicksal ihrer leiblichen Eltern erfahren. Victoria Donda ist die Tochter eines in der Militärdiktatur „verschwundenen“ Paares und zusammen mit der Organisation der „Großmütterder Plaza de Mayo“ auf derSuche nach ihrer Identität. Lehrer können sich mit ihren Schülern für die Vormittagsvorstellung bei der Kinowerkstat anmelden, Tel.: 06894 36821. Der Eintritt ist frei.

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