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Landkreis Saarpfalz-Kreis braucht 3.980 Senioren-Wohnungen bis 2025

Das gehtaus einer aktuellen Regional-Untersuchung zur Wohnsituation im Alter
hervor. Damit haben Verbände der Bau- und Immobilienwirtschaft gemeinsam mit der IG BAU erstmals den Wohnbedarf älterer Menschen für die Kommunen in Deutschland ermittelt. Sie haben sich dazu in der Kampagne Impulse für den Wohnungsbau zusammengeschlossen.

Die vom Pestel-Institut durchgeführte Untersuchung kommt zu dem Schluss,
dass es im Landkreis Saarpfalz-Kreis einen enormen Bedarf an
seniorengerechten Wohnungen gibt. Das bedeute neben dem Sanieren für
Senioren auch den Neubau von altengerechten Wohnungen. Denn ein Teil der
Altbausubstanz lasse sich nicht mehr wirtschaftlich barrierearm umbauen:
ohne Stufen in den Wohnungen und mit einem Aufzug im Haus.

Das Pestel-Institut hat errechnet, dass es im Jahr 2025 im Saarpfalz-Kreis
nahezu 17 Prozent mehr Haushalte mit einem Über-70-Jährigen geben wird als
heute. Wenn man davon ausgehe, dass nur jeder Fünfte der dann 19.900
Senioren-Haushalte auf eine Wohnung ohne Barrieren angewiesen sei, müsse
dringend saniert und neu gebaut werden mit Türen, durch die ein Rollator
oder Rollstuhl passt, und mit schwellenfreien Duschen. Es kann nicht sein,
dass ältere Menschen nur deswegen ins Heim müssen, weil sie zu Hause keine
altengerecht ausgebaute Wohnung haben, sagt Matthias Günther vom
Pestel-Institut.

Neben der Schaffung von altengerechtem Wohnraum sieht das Pestel-Institut im
Landkreis Saarpfalz-Kreis auch einen erheblichen Nachholbedarf bei der
energetischen Gebäudesanierung. So weist die Kampagne Impulse für den
Wohnungsbau auf den hohen Anteil älterer Bausubstanz im Saarpfalz-Kreis
hin: Mehr als 31 Prozent aller Wohngebäude sind demnach Nachkriegsbauten,
die bis Ende der 60er-Jahre errichtet wurden. „Es ist eine Mammutaufgabe,
diese Bausubstanz zu sanieren. Hier stecken aber erhebliche Reserven, die
Hausbesitzer und Wohnungseigentümer nutzen können, um Energie einzusparen“,
so Matthias Günther.

Die Situation in Städten und Landkreisen wie dem Saarpfalz-Kreis zeige, dass
Förderprogramme wie das der staatlichen KfW-Bank zur CO2-Gebäudesanierung
dringend notwendig seien. Hier wie von der Bundesregierung geplant zu
kürzen, sei umwelt- und baupolitisch ein völlig falsches Signal und
kontraproduktiv, sagt Dr. Ronald Rast, Koordinator der Kampagne Impulse
für den Wohnungsbau.

Der Bund dürfe den Wohnungsbau nicht aus den Augen verlieren. Es müssen
dringend mehr Anreize geschaffen werden, damit private Investoren stärker in
energieeffizienten, altersgerechten und bezahlbaren Wohnraum investieren,
sagt Dr. Ronald Rast. Die Kampagne „Impulse für den Wohnungsbau fordert
daher insbesondere bessere steuerliche Rahmenbedingungen für den Neubau
allen voran die Wiedereinführung der degressiven Abschreibung.

Zur Kampagne Impulse für den Wohnungsbau haben sich der Bundesverband
Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB), der Bundesverband Freier Immobilien-
und Wohnungsunternehmen (BFW), die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerksbau
(DGfM), die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und der
Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) zusammengeschlossen.

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