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So kann es einem auf einer Gewinnerreise ergehen!

Ausgelobt wurde ein Gewinn in Höhe von 5000,00 Euro. Dazu wurde zu einer Ausflugsfahrt zur Gewinnübergabe eingeladen.
Diese Ausflugsfahrt wurde unter anderem mit einer kostenlosen Anfahrt mit einem Luxus-Reisebus, einem kostenlosen leckeren Frühstück, einem Freigetränk, einem schmackhaften reichhaltigen Mittagessen und einer kostenlosen Begrüßungsfeier sowie einer kostenlosen Präsentation angepriesen.
Schon im August warnte die Verbraucherzentrale Saarland vor einer Teilnahme, da zu vermuten stand, dass es der einladenden Firma nicht um eine Gewinnerreise mit Bargeldauszahlung ging, sondern um eine so genannte Kaffeefahrt mit Verkaufsveranstaltung. Auffällig war auch, dass kein konkretes Reiseziel genannt wurde. Zudem war von einer kostenlosen viabelen Auszahlung der 5000,00 Euro in bar die Rede, wobei die Verbraucherschützer davon ausgingen, dass es sich dabei um eine Relativierung des Gewinnes handeln sollte.
Silke Schröder, Beraterin bei der Verbraucherzentrale Saarland betont, dass wir bis heute in der Beratung noch keinen glücklichen Bargeldgewinner solch einer Ausflugsfahrt gesehen haben.
Nun meldete sich bei der Verbraucherzentrale Saarland ein Betroffener, der dieser Versuchung eines möglichen Gewinnes nicht widerstehen konnte und in Begleitung seines Bruders mitfuhr.
Wie Herr X berichtete, gab es ein kümmerliches Frühstück bestehend aus einer Scheibe Wurst, einer Scheibe Käse, Butter, einem Brötchen und einer Tasse Kaffee.
Danach begann die Präsentation, besser die Präsentationen durch drei verschiedene Personen. Angeboten wurden zunächst Magnetbettenunterlagen, dann Haushaltswaren, wie Pfanne und Mixer, danach folgten Reiseangebote.

Herr X und sein Bruder bekamen jeder 400,00 Euro als Geschenk für eine Reisebuchung. Herr X buchte daraufhin eine Reise für 4 Personen und setzte die geschenkten 400,00 Euro von sich und seinem Bruder dafür ein. Als Rest -Rechnungsbetrag blieben noch 396,00 Euro zu zahlen.
Außerdem wurden mehrere so genannte Null-Reisen bzw. Gratisreisen gebucht. Das sind bei den Buchungen von Herrn X Reisen, die mit einem Reisepreis aufgeführt werden, aber einen Sponsoren-Rabatt in gleicher Höhe ausweisen, so dass der Rest-Rechnungsbetrag 0,00 Euro aufgeführt wird..
Allerdings wurden 59,00 Euro pro Person und gebuchter Reise für Beratung und Reisekostenservice, wie z.B. Reiserücktrittsversicherung berechnet, so dass sich ein Betrag in Höhe von 472,00 Euro ergab. Diese Summe sollte sofort gezahlt werden.

Nach dem „Verkauf der Reisen“ kamen die 5000,00 Euro Bargeldgewinn an die Reihe. Diese entpuppten sich als Rubbellosziehung. Ein Rubbelloszieher am Tisch von Herrn X hatte tatsächlich einen Euro gewonnen, alle anderen am Tisch eine Niete gezogen.

Zu Hause angekommen wurde Herr X stutzig, als sein Sohn die Rückseite der Reiseverträge las und ihn auf die Reisebedingungen aufmerksam machte.
Dort steht bei den Null-Reisen bzw. Gratisreisen muss pro Person ein Mindestumsatz von 175,00 Euro an Ausflügen gebucht werden, ansonsten wird der volle Reisepreis laut Prospekt berechnet.
Herr X beschloss daraufhin, sich an die Verbraucherberatung zu wenden, da er seine Reisen nicht mehr in Anspruch nehmen wollte.
Kein Problem, so die Beraterin Silke Schröder von der Verbraucherzentrale, denn diese Verträge können innerhalb von 14 Tagen widerrufen werden.
Ein Problem bereiten eher die geleisteten Zahlungen, da alle in Erscheinung getretenen Firmen nur unter Postfach zu erreichen sind und die Verkaufsfirmen zudem in der Schweiz sitzen.
Glücklicherweise hatte Herr X auf der Fahrt nur 100,00 Euro in bar bei sich gehabt und Herr X hatte noch mehr Glück, denn seine Frau hatte ihm per Telefon die Kontonummer nicht korrekt durchgegeben, so dass der wegen der mangelnder Bargeldreserve vorgelegte Überweisungsträger nicht die richtige Kontonummer auswies.
Herr X ist jetzt eine Erfahrung reicher und wird demnächst lieber bei einem Reiseunternehmen vor Ort buchen und auf die Teilnahme von Gewinnerreisen wird er in Zukunft ganz verzichten.

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St. Ingberter Anzeiger ·
1865–2017