Nachrichten

Dienstag, 24. Oktober 2017 · bedeckt  bedeckt bei 11 ℃ · Bilderbuchkino für Kinder ab 4 JahreRohrbacher Weihnachtsmarkt steht vor der TürBarrierefreie Sanierung der Fußgängerzone in Angriff nehmen

Facebook Twitter Google+ Instagram RSS Feed

Forum à Citoyenneté Égale

Ungefähr neunzig Vereinsakteure aus der Größregion sind während einer ersten, 2009 organisierten Versammlung zusammengekommen, um ihre sozialen, wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Visionen unserer Aufnahmegesellschaften auszudrücken und zu teilen.

Der Meinungsaustausch dieses ersten Treffens hat ein erstes Synthesepapier hervorgebracht, das im Anschluss über mehrere Monate innerhalb von Arbeitsgruppen vertieft wurde, die sich aus in der Großregion lebenden Mitgliedern von Migrantenselbstorganisationen gebildet hatten und dessen Endergebnis einen Bündel an Vorschlägen, Empfehlungen und Forderungen ist.

* * *

Das Forum À Citoyenneté Égale, das am 6. November 2010 in der LuxExpo organisiert werden wird, wird wichtige Fragen über die Kohäsion unserer Aufnahmegesellschaften aufwerfen, und zwar zunächst durch eine wichtige Reflexion über die Auswirkungen der aktuellen Einwanderungspolitiken. Das Konzept der selektiven Einwanderung, so wie es durch Frankreich angeregt und dann von den anderen Staaten der Europäischen Union übernommen wurde, verursacht eine zutiefst ungleiche Einwanderung, die kurz-, mittel- und langfristig verhängnisvolle Konsequenzen für die sozialen Dynamiken der Europäischen Union haben wird. Anstatt von einem Einwanderungsgesetz, scheint es sinnvoller, von einer Gesamtheit an Rechten zu sprechen, die entsprechend dem Grad der „Wünschenswertigkeit“ der betroffenen Personen entworfen werden: die internationale Konkurrenz mit dem Ziel, hochqualifizierte Arbeitnehmer anzuziehen, wird unaufhörlich größer, auf Kosten der Rechte, die den anderen Arbeitnehmern gewährt werden. Die Vermehrung der Gesetzestexte, ebenso wie der weitreichende Beurteilungsgrad, der den Behörden vorbehalten wird, führen zu Ausnahmepraktiken, die den Rechtsstaat zu einem willkürlichen Staat kippen lassen.

Die Thematiken, die während des Forums À Citoyenneté Égale diskutiert werden, beschränken sich nicht auf die Einwanderungspolitiken, sondern werden sich ebenfalls mit Fragen um Beschäftigung, Ausbildung und Wohnen, die Schulsituation der Kinder mit Migrationshintergrund, die Wertschätzung der aus der Einwanderung hervorgehenden Kulturen, die Solidarität mit den Herkunftsländern und das Vereinsleben und Vernetzung auseinandersetzen.

Ein großes Programm, das sich über die Verteidigung der Rechte von Einwanderern hinaus darum bemüht, ein gerechteres, egalitäreres und entschlossen den Prinzipien einer modernen Staatsbürgerschaft zugewandtes Gesellschaftsmodell zu entwerfen. Will man heutzutage Ungleichbehandlungen über Anti-Diskriminierungsmaßnahmen bekämpfen, geschieht es in der Tat, dass vergessen wird, dass unsere Gesellschaften zutiefst ungleich sind, dass die Einwanderungspolitiken und den Platz, den man Einwanderern zuweist, diese Tendenz nur weiter verstärken. Personen mit Migrationshintergrund zu erlauben, auf Augenhöhe am wirtschaftlichen, politischen, sozialen und kulturellen Leben teilzuhaben stellt kein Hirngespinst dar, sondern ein tatsächliches Projekt sozialer Gerechtigkeit, dass es Europa endlich ermöglichen könnte, als wirkliches Empfangsland aufzutreten.

Kommentare

Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Kommentar schreiben

Zu diesem Artikel können keine Kommentare mehr abgegeben werden.

St. Ingberter Anzeiger ·
1865–2017