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Zuschauerkritik an „Tatort Internet“

Dr. Gerd Bauer, Direktor der Landesmedienanstalt Saarland (LMS), die das Beschwerdepor­tal für die Arbeitsgemeinschaft der Landesmedienanstalten betreibt, schildert beispielhaft folgende Bedenken:
„Zuschauer sind der Auffassung, es würden in unverantwortlicher Weise minderjährige Opfer von sexueller Belästigung gezeigt und zu ihren Erlebnissen befragt, wobei auch vor intimen Fragen nicht Halt gemacht werde.
Andere befürchten, die umfangreichen Informationen über die vermeintlichen Täter könnten dazu führen, dass nicht nur die zuständige Polizei und Justiz die Personalien dieser Personen herausfinden, was ja deren Aufgabe sei, sondern dass in einem Rechtsstaat, in dem die Unschuldsvermutung gilt, eine Fernsehhetzjagd auf möglicherweise Unschuldige ausgelöst wird.“
Ob durch die öffentliche Zurschaustellung der jugendlichen Opfer wie der Täter Aufklärung und Hilfe für die Opfer erreicht werden könne oder nur Befriedigung der Sensationsgier mancher Zuschauer, sei sicher ebenfalls zu bedenken, so Bauer. „Solche Sendungen, die ja durchaus ein aufklärerisches Ziel verfolgen, dürfen außerdem nicht zu einer pauschalen Verteufelung des Internets führen. Vielmehr seien sachliche Aufklärung, Förderung von Medienkompetenz und konsequente Verfolgung von Straftaten durch die dafür zuständigen Stellen die richtige Antwort auch auf Kriminalität im Internet.“

Landesmedienanstalt Saarland (LMS)
Anstalt des Öffentlichen Rechts
Nell-Breuning-Allee 6
66115 Saarbrücken

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