Nachrichten

Montag, 21. August 2017 · leicht bewölkt  leicht bewölkt bei 14 ℃ · Philosophie im Kino: The Girl KingDorffest mit KirmesÜ30-Party im Eventhaus St. Ingbert

Facebook Twitter Google+ Instagram RSS Feed

Tagung zu Gefahren und Potentialen des Handys

Über 100 Teilnehmer verzeichnete die Fachtagung „Das Handy: Ein Medium mit Potentialen und Gefahren. Informationen für Schule und Jugendarbeit“, die am 10. November 2006 in den Räumen der Landessportschule in Saarbrücken stattfand. Die zahlreichen Interessenten aus den Bereichen Schule, Soziale Arbeit, Jugendhilfe und Kriminalprävention nutzten die Gelegenheit, mit Experten über den Stellenwert des Handys im Alltag von Kindern und Jugendlichen zu diskutieren. Die Häufung der medialen Berichterstattung bezüglich der Verbreitung jugendgefährdender und unzulässiger Medieninhalte über das Mobiltelefon gab in jüngster Vergangenheit unter Eltern und Pädagogen immer wieder Anlass zur Beunruhigung.
Die Veranstaltung ging auf eine Initiative des Landesbeauftragten für pädagogische Prävention, Leo Meiser, und des Vereins „Wir im Verein mit dir“ zurück, einer Einrichtung des Landessportverbands (LSVS) und der Landesregierung. Der Präsident des LSVS, Gerd Meyer, freute sich über die Möglichkeit, mit Fachleuten bereichsübergreifend über dieses Thema zu diskutieren, „in dessen Mittelpunkt immer die Sorge um die Entwicklung unserer Kinder und Jugendlichen zu eigenständigen Mitgliedern unserer Gesellschaft steht“.
In seiner Begrüßung hob Dr. Gerd Bauer, Direktor der Landesmedienanstalt Saarland, den Zusammenhang zwischen Medienkompetenz und Medienaufsicht hervor. Mit der Vorgabe, neben der Aufsicht über privaten Rundfunk und das Internet, die LMS auch zu der zentralen Einrichtung für die Förderung der Medienkompetenz zu entwickeln, habe der Gesetzgeber deutlich gemacht, dass Prävention und Aufsicht organisatorisch aus einer Hand erfolgen sollen und inhaltlich in einem engen Sachzusammenhang gesehen werden müssen. Die Landesmedienanstalt habe deshalb die Initiative des Vereins gerne aufgegriffen und an der Gestaltung des Programms mitgewirkt. Das Handy solle nicht alleine unter einem Schutz und Gefährdungsaspekt betrachtet werden, sondern auch in Bezug auf seine kreativen Möglichkeiten für die Jugendmedienarbeit.
Unterstrichen wurde diese Auffassung durch die Präsentation des Leiters der Landesstelle Kinder- und Jugendschutz Sachsen-Anhalt, Arnfried Böker: Jugendbeeinträchtigende, gefährdende und unzulässige Inhalte werden sowohl im Internet als auch über das Medium Handy verbreitet. Das Mobiltelefon unterliege damit einem ähnlichen Gefährdungsdruck wie andere Medien. Böker zeigte aber auch anhand ausgewählter Beispiele die Potentiale des Mobiltelefons im Kontext unterschiedlicher medienpädagogischer Projekte auf. Es eröffne neue Möglichkeiten des Zugangs an die Zielgruppen für kreative Jugendarbeit.
Die Position der Mobilfunkanbieter erläuterte Valentina Daiber, Jugendschutzbeauftragte von O2. Sie betonte die besondere Verantwortung der Mobilfunkunternehmer gegenüber jungen Mobilfunknutzern und erklärte, dass diese sich in einem gemeinsamen Verhaltenskodex nachdrücklich zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor entwicklungsbeeinträchtigenden und jugendgefährdenden Informations- und Kommunikationsangeboten bekannt hätten. Der Kodex regele außerdem die mobile Nutzung von Chatrooms und den Download von Filmen und Spielen im Hinblick auf den Jugendschutz sowie die Einsetzung von Jugendschutzbeauftragten.
Von Seiten des Ministeriums für Bildung, Kultur und Wissenschaft stellte die Staatssekretärin Dr. Susanne Reichrath fest, dass ein Handy der neueren Generation seinen Nutzern heute nahezu die gleichen Möglichkeiten wie der heimische PC eröffnet. „Die Schulen müssen auf die neue Situation reagieren, ihre Schüler über die Schattenseiten der neuen Technologien informieren und den Missbrauch von Handys unterbinden. Dabei ist die Aufklärung der Kinder und Jugendlichen sicher ein besserer Weg, als die Handynutzung in der Schule generell zu verbieten.“
Die in diesem Bereich konkurrierenden Schutz- und Freiheitsrechte sowie die Rechtslage im Jugendmedienschutz waren Gegenstand eines Vortrages des stellvertretenden Direktors der LMS, Dr. Jörg Ukrow. Über schulrechtliche Fragen zur Handynutzung informierte der Abteilungsleiter des saarländischen Bildungsministeriums, Gerhard Mohr.
Prof. Dr. Günter Dörr, Pädagogische Hochschule Weingarten, war maßgeblich an der fachlichen Vorbereitung der Tagung beteiligt. Er eröffnete mit seinem Impulsreferat über „Chat, Spiele, Downloads und Handy-Filme“ die Abschlussdiskussion unter dem Titel „Das Handy im Kontext von Kommerz, Jugendkultur und neuen Medien“.
Das hohe Interesse des Fachpublikums und der Öffentlichkeit an der Thematik wurde unterstrichen durch die Live-Übertragung der Abschlussdiskussion im Hörfunkprogramm Antenne Saar des Saarländischen Rundfunks.

Kommentare

Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Kommentar schreiben

Zu diesem Artikel können keine Kommentare mehr abgegeben werden.

St. Ingberter Anzeiger ·
1865–2017