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Bald Saar-Landwein aus der Biosphärenregion Bliesgau?

Mörsdorf: „Warum soll beispielsweise im Bliesgau, wo nachgewiesenermaßen bis in die jüngste Vergangenheit Weinreben wuchsen, nicht auch heute wieder Wein angebaut werden?“ Das Interesse dafür ist da, wie Anfragen beim Umweltministerium belegen. „Es gibt viele, denen der Erhalt und die Entwicklung einer vielfältigen Kulturlandschaft am Herzen liegt und die gerne auch in größerem Stil Reben pflanzen würden“, so der Minister. Bislang sind größere Rebflächen außerhalb des anerkannten Weinbaugebietes Mosel-Saar-Ruwer (zu dem das saarländische Anbaugebiet an der Obermosel gehört) jedoch nicht genehmigungsfähig. „Das möchte ich ändern. Mein Ziel ist es, ein Landweingebiet der Saar zu definieren. Dafür müssen jetzt die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden. An geeigneten Stellen im Saarland können Weinfreunde dann Landwein anbauen und auch offiziell vermarkten. In die Bundesweinverordnung soll der Passus aufgenommen werden, dass auf kulturhistorischen Standorten, also einstig en Rebflächen, wieder Wein in bescheidenem Rahmen angebaut werden darf.“

Eine Konkurrenz zu den Qualitätsweingütern in der Gemeinde Perl sieht das Umweltministerium nicht. „Die künftigen Hersteller von Landwein und unsere Spitzenwinzer an der Obermosel nehmen sich gegenseitig nichts weg“, ist sich Mörsdorf sicher. „Ich erwarte vielmehr, dass dadurch etwa für den Bliesgau touristische Impulse entstehen. Außerdem sind Rebanlagen für das Landschaftsbild eine schöne Bereicherung.“ Eine weitere wichtige Voraussetzung für Weinanbau im Saarland auch außerhalb der Gemeinde Perl ist bereits erfüllt: Das Saarland hat von Rheinland-Pfalz kürzlich Anbaurechte für rund fünf Hektar Reben erhalten (siehe Pressemitteilung Nr. 258 vom 27.12.05).

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