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Dr. Halima Alaiyan „Vertreibung aus dem Paradies“

In der Stadtbücherei St. Ingbert findet am Mittwoch, 29. November, um 19 Uhr die Lesung von Dr. Halima Alaiyan aus ihrem Buch „Vertreibung aus dem Paradies – Meine lange Flucht aus Palästina“ statt. Die Lesung findet auf Initiative der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) der SPD St. Ingbert im Rahmen des St.Ingberter Literaturforums statt. Moderiert wird die Veranstaltung von Frau Ikbal Berber, der Vorsitzenden des Vereins Ramesch Forum für Interkulturelle Begegnung e.V.

Dr. Halima Alaiyan wurde1948 in Palästina geboren und bei der Staatsgründung Israels mit ihren Eltern und Geschwistern vertrieben. Aufnahme fanden sie als Fremde in Ägypten. Mit 16 Jahren wurde sie nach muslimischer Tradition mit ihrem Cousin verheiratet und lebte in Saudi-Arabien. Als ihr Mann zum Studium nach Deutschland ging, musste sie mit ihren drei Kindern zur Familie ihres Mannes im Flüchtlingslager in Gaza. 1966 folgte sie ihrem Mann nach Deutschland, musste aber ihre Kinder zurück lassen. Kurz danach brach in Gaza der „6-Tage-Krieg“ aus. Viele Jahre kämpfte sie darum, ihre Kinder aus dem Kriegsgebiet nach Deutschland zu holen.

Durch Nachtdienste im Krankenhaus und später als medizinisch technische Assistentin im Labor sorgte sie für das Familieneinkommen. Nach dem erfolgreichen Studium ihres Mannes trennte sich das Paar. Sie selbst begann mit ihrem Studium der Medizin und sorgte weiterhin für den Lebensunterhalt ihrer Kinder. Von 1986 bis 1993 arbeitete sie an der Orthopädischen Universitätsklinik des Saarlandes und später in der eigener Praxis in Saarbrücken, wo sie heute noch lebt.

Nach dem Tod ihres Sohnes im Jahr 1989 fasste sie den Entschluss, ihre Autobiographie zu schreiben, die 2003 unter dem Titel „Vertreibung aus dem Paradies. Meine lange Flucht aus Palästina“ erschien.

In Erinnerung an ihren Sohn gründete Dr. Alaiyan die Talat-Alaiyan-Stiftung e.V. (www.talat-alaiyan.de). Die Stiftung hat es sich zum Ziel gesetzt, einen Beitrag dazu zu leisten, dass Kinder aus Israel, Palästina und Deutschland – gleich welcher Herkunft und Religion – sich in Deutschland treffen können, um sich näher kennen zu lernen, auszutauschen und vielleicht eine friedliche und versöhnliche Beziehung zueinander aufzubauen. Sie möchte eine aktive Friedensarbeit durch Förderung von Aufklärung, Begegnung, Versöhnung und Freundschaft zwischen den Kindern in Form eines Schüleraustausches ermöglichen. Im Jahr 2003 traf sich die erste Jugendgruppe Palästinenser und Israeli unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten in Saarbrücken.

Dr. Alaiyan wird an diesem Abend mehrere Exemplare ihres Buches mitbringen, die dann käuflich erworben werden können. Der Verkaufserlös ihres Buches fließt in die Stiftung ein.

Alle an der Thematik interessierten sind herzlich eingeladen.

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St. Ingberter Anzeiger ·
1865–2017