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Kinowerkstatt – Programm vom 18. – 21. Februar 2011!

Als Maurice Henri Joseph Schérer wurde er geboren, aber als Eric Rohmer ist er im Januar 2010 mit 89 Jahren in Paris gestorben. Zur Wahl seines Pseudonyms erklärte Rohmer: „Es war ein Name, den ich einfach so gewählt habe, aus keinem bestimmten Grund, einfach weil er mir gefiel“.
Rohmer gehörte mit Francois Truffaut, Jean-Luc Godard, Claude Chabrol, zu den grossen Namen der Nouvelle Vague.
Das Programm wurde wie immer zusammengestellt mit Unterstützung des Institut d’études françaises Saarbrücken, des Romanistischen Instituts der Universität des Saarlandes und des Generalkonsulats der Französischen Republik im Saarland.

Eröffnung der drei Filmtage ist am Freitag, den 18. Februar, um 20 Uhr mit dem Film DIE MARQUISE VON O…(La marquise d’O…), den Rohmer in Deutschland mit deutschen Schauspielern, u. a. Mit Edith Clever, Bruno Ganz und Otto Sander, gedreht hat. Daher zeigen wir die Originalfassung in deutscher Sprache mit französchen Untertiteln. Die Vorlage für das Drehbuch ist die gleichnamige Novelle von Heinrich von Kleist. (1h 47, Prix spécial du Jury, Cannes 1976)
Eine Festung wird von russischen Truppen angegriffen. Eine junge Witwe, die Marquise von O… wird von dem Grafen F… vor der Entehrung durch einen Soldaten gerettet. Er muss wieder ins Feld ziehen, macht ihr aber einen Heiratsantrag….Nach einiger Zeit bemerkt die Marquise, dass sie schwanger ist… Ihr Vater, der nicht an ihre Unschuld glaubt, verjagt sie aus seinem Haus. Wie wird diese Geschichte wohl enden?
Im Anschluss an die Vorführung lädt der Konsul zu einem Vin d’Honneur ein.

Wer Rohmer kennt als Erzähler täuschend einfach wirkenden Alltags- und Beziehungsgeschichten – allerdings raffiniert komponiert – wird am Samstag voll auf seine Kosten kommen:
Um 19 Uhr beginnt der Abend mit „Vier Abenteuer von Reinette und Mirabelle“ (OF, dUT, Komödie, 1h35 avec Joëlle Miquel, Jessica Forde 1986). Eine junge Frau aus der Provinz und eine junge Pariserin lernen sich auf dem Lande kennen und treffen sich wieder in Paris, wo sie ihre unterschiedliche Lebensauffassungen entdecken. In 4 Kurzfilmen zeigt Rohmer den Kontrast zwischen einer gesunden, vielleicht naiven Moral und der Infragestellung dieser Moral.

Im Anschluss um 21 Uhr bleiben wir in Paris: In LES RENDEZ -VOUS DE PARIS (OFdUT, Komödie, 1h40 mit Clara Beller, Antoine Basler, Mathias Megard, Judith Chancel, 1995) vereint Frankreichs Großmeister des Dialog-Kinos drei Geschichten um Liebe, Untreue und die Kunst: Esther (Clara Bellar) will beim „Rendezvous um 7“ ihrem treulosen Freund einen Denkzettel verpassen. „Die Bänke von Paris“ sind der einzige Treffpunkt für ein heimliches Liebespaar. Und ein Maler (Mathias Mégard) lässt sich von zwei Frauen und Picassos Bild „Mutter und Kind, 1907“ inspirieren.

Zur traditionellen Matinée am Sonntagmorgen ab 11 Uhr mit anschliessendem Frühstück sind alle Freunde des französischen Films willkommen: Als besonderer Leckerbissen läuft die kurzweilige „Herbstgeschichte“ (Conte d’automne, OF dUT, Sittenkomödie, 1h50 mit Marie Rivière, Béatrice Romand, Alain Libolt, Didier Sandre, Alexia Portal, 1998).
Magali, eine dynamische Vierzigjährige, baut an den côteaux du Rhône Wein an. Sie mag ihre Arbeit, aber fühlt sich ein wenig einsam. Zwei Freundinnen wollen ihr unbedingt einen Bräutigam beschaffen und machen sich auf die Suche nach dem geeigneten Mann…
Im Anschluss das traditionelle Frühstück, wobei sich die Organisatoren bemüht haben, der Bedeutung des Weines, die ihm im Film zukommt, nachzueifern.

Am Sonntagabend um 20 Uhr dann ein kleiner Vorgeschmack auf Sommergefühle mit „Pauline am Strand“ (Pauline à la plage, OF dUT, dramatische Komödie, 1h35 mit Amanda Langlet, Arielle Dombasle, Pascal Greggory, Féodor Atkine, Simon de La Brosse, Rosette, 1983)
Am Beispiel eines scheinbar harmlosen Hin und Her von Liebe, Indiskretion und Zufall analysiert Rohmer mit teilweise grausamer Ironie die unterschiedlichen Verhaltensweisen gegenüber der Liebe. Henri (FéodorAtkine) möchte sich nicht binden, während Pierre (Pascal Greggory) von idealer und dauerhafter Liebe träumt… Pauline (Amanda Langlet) lernt, dass nicht jede Wahrheit ausgeplaudert werden soll. Dieser Film gehört zum Zyklus «Comédies et Proverbes » (Komödien und Sprichwörter) und ist ein ganz typischer Rohmer-Film: Eric Rohmer hat es wie kein anderer verstanden, charmante und verspielte Dialoge und Handlungen vor der Kamera natürlicher, unterhaltsamer und vor allem geistreicher zu inszenieren.

Als Zugabe und Beispiel für Eric Rohmers Liebe zum Theater und zur Klassik läuft am Montag, um 20 Uhr, sein Spätwerk und letzter Film aus dem Jahre 2007: „Les amours d’Astrée et de Céladon“ („Die Liebesgeschichten von Astrée und Céladon, OF, nach dem Roman von Honré d’Urfé, 1h49, mit Cécile Cassel, Véronique Reymond, Rosette, Jocelyne Quivrin, Rodolphe Pauly, Mathilde Mosnier, et Serge Renko)
In einem Wunderwald, zur Zeit der Druiden lieben der Hirte Céladon und die Schäferin Astrée einander in reiner Liebe. Getäuscht von einem Bewerber bricht Astrée mit Céladon, der sich in seiner Verzweiflung in einen Fluss stürzt. Sie glaubt, er sei tot, aber er wird von Nymphen gerettet. Er hatte Astrée versprochen, sich nie wieder vor ihr zu zeigen. Die Nymphen machen ihm deutliche Avancen. Wird es ihm gelingen seine geliebte Astrée wieder zu sehen?

Alle Filme laufen (ausser dem Eröffnungsfilm) in der französischen Fassung mit deutschen Untertiteln, der letzte Film am Montag läuft in der Originalfassung ohne Untertitel.
Preise: Carte Festival 10.- Euro. Filme einzeln: Erwachsene: 4, – Euro/Studenten: 2,50 Euro/Mitglieder: 3,- Euro. Matinée mit Frühstück: Erwachsene: 8, – Euro/Studenten: 6,50 Euro/Mitglieder: 7,- Euro.

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