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Kinowerkstatt Programm vom 4. – 8. März 2011

Filmklassiker „Es war einmal in Amerika“
„Es war einmal in Amerika“ (Once Upon a Time in America, US, IT 1984) von Sergio Leone mit Robert De Niro, James Woods, Elizabeth McGovern, Treat Williams, Tuesday Weld, Burt Young, Danny Aiello, William Forsythe u.a läuft am Freitag, den 4. März, ab 19 Uhr in voller Länge.
Sergio Leone erzählt die Lebensgeschichte der beiden befreundeten Gangster David Aaronson (Robert De Niro) und Maximillian Bercouicz (James Woods). In der Zeit der Prohibition begann ihre zweifelhafte Karriere, die in den 60er Jahren ihren Höhepunkt hatte. Als Noodles und Max im Jahre 1933 die Nachricht vom Ende der Prohibition erreicht, beschließt Max einen halsbrecherischen Plan. Er will als letzten Coup die Federal Reserve Bank überfallen. Noodles, der erkennt, dass die Durchführung dieses Vorhabens Max und seinen Freunden mit hoher Sicherheit das Leben kosten würde, greift zum letzten Mittel, um seine Mitstreiter zu retten: Er informiert die Polizei. Doch Noodles erreicht nicht sein Ziel, denn bei dem Polizeieinsatz werden alle seine Freunde getötet. Als Noodles vom Tod seines besten Freundes Max erfährt, taucht er unter…Die Wahrheit darüber was wirklich passiert ist, erfährt er erst 35 Jahre später: Noodles kehrt als alter Mann nach New York zurück, um seinen Jugendfreund Moe Gelly zu besuchen und einer mysteriösen Einladung zu einer Party eines gewissen Staatssekretärs Bailey…
Fernab jeglicher Erzähl-Konventionen besticht „Es war einmal…“ durch seine verschachtelte Erzähltechnik, die zwischen den Zeitebenen von 1968 (als der gealterte Noodles an die Orte seines Gangsterlebens zurückkehrt), 1922 und 1932/33 hin und herwechselt.

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Another Year – der neue Film von Mike Leigh
Noch einmal, am Samstag, den 5. März, um 18 Uhr, ist der neue Film von Mike Leigh noch mal zu sehen: „Another Year“ mit Jim Broadbent, Ruth Sheen, Lesley Manville, Oliver Maltman, David Bradley, Karina Fernandez, Martin Savage, Peter Wight, Imelda Staunton, Phil Davis. Tom und Gerri sind ein über die Jahre harmonisch und liebevoll zusammengewachsenes Paar. Sie arbeitet als Therapeutin im Gesundheitsamt, er untersucht als Geologe die Bodenbedingungen für zukünftige Bauprojekte. Ihr Leben verläuft im Rhythmus der Natur, die ihnen die Aufgaben auf ihrem Schrebergartengrundstück vorgibt.
Durch ihre Herzenswärme, Gastfreundschaft und Gutmütigkeit wird ihr kleines Londoner Häuschen im Lauf des Jahres zur Zuflucht für Freunde und Familienmitglieder, denen das Schicksal nicht ganz so wohlgesonnen ist wie ihnen. Mit ihrer Menschlichkeit, aber auch mit ihrem typisch britischen Sinn für Humor finden sie auch in scheinbar aussichtlosen Situationen neuen Lebensmut…

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„We want Sex“ und Frühstück in der Kinowerkstatt

Auch in diesem Jahr veranstaltet die Kinowerkstatt St. Ingbert anläßlich des Internationalen Frauentages, der sich zum 100sten Mal jährt, ihr traditionelles Filmfrühstück. Ausgesucht wurde die aktuelle charmante Sozialkomödie „We want Sex“ des britischen Regisseurs Nigel Cole. Viele werden sich noch mit Freude an seinen Film „Kalender Girls“ erinnern, der vor einigen Jahren im Rahmen des Frauenfilmfrühstückes lief. Der Film beginnt am Sonntag, 6. März um 11 Uhr. Natürlich gibt es im Anschluss wieder ein leckeres Frühstücksbuffet mit vielen verschiedenen Köstlichkeiten, das den Rahmen schafft zu ungezwungenem Kennenlernen und interessanten Gesprächen. Karten sind im Büro der Kinowerkstatt, Pfarrgasse 49, Erdgeschoss, von 8 Uhr bis 13 Uhr 30 und während der Filmvorführzeiten im Kino erhältlich. Erwachsene bezahlen für den Film inclusive Frühstück 8 €, Mitglieder 7 €, Schüler und Studenten 5 €. Zu den üblichen Eintrittspreisen kann man auch Karten für den Film allein erwerben.

„We want Sex“ (Großbritannien 2010) mit Sally Hawkins, Bob Hoskins, Miranda Richardson, Geraldine James, Rosamund Pike, Andrea Riseborough, Jaime Winstone und Daniel Mays, um nur einige aus der großartigen Darstellerriege zu nennen, erzählt die wahre und sympathische Geschichte eines erfolgreichen Streikes, den die englischen Arbeiterinnen von Dagenham im Jahr 1968 für die Lohngleichheit mit ihren männlichen Kollegen ausfochten. Nigel Cole gelingt ein unterhaltsames Lehrstück für politischen Mut,gespickt mit trockenem englischem Humor.

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Solidarität mit dem iranischen Regisseur Jafar Panahi
Zwei aussergewöhnliche, selten zu sehende Filme, obwohl mit dem Goldenen Löwen und der Goldenen Palme ausgezeichnet, zeigt die Kinowerkstatt St. Ingbert an diesem Wochenende: „Offside“ (Sonntag, 6. März und Dienstag, 8. März, jeweils 18 Uhr) und „Der Kreis“ (Sonntag, 6. März und Dienstag, 8. März, 20 Uhr). Beide Filme stammen von dem iranischen Regisseur Jafar Panahi. Er war der große Abwesende der diesjährigen Berlinale und auch der Filmfestspiele in Cannes letztes Jahr. Jafar Panahi war in die Jury des Festivals berufen worden. Im Dezember wurde er in Teheran zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. Der Name Panahi wurde zum Symbol des Widerstandes gegen das unmenschliche System in Teheran. Bei der Eröffnung der Berlinale hatte – wie schon in Cannes – ein leerer Stuhl demonstrativ an ihn erinnert. Jurypräsidentin Isabella Rossellini las eine bewegende Botschaft Panahis vor: „Ich werde nicht aufhören, davon zu träumen, dass ich in 20 Jahren Filme über den Frieden und den Wohlstand in meinem Land machen werde.“ – schrieb Panahi.

Am Sonntag, den 6. März, um 18 Uhr und am Dienstag, den 8. März, um 18 Uhr läuft „Offside“. Frauen dürfen im Iran kein Fußball gucken, zumindest nicht im Stadion. Davon handelt der Film „Offside“ von Jafar Panahi. Der Film gewann 2006 den „Silbernen Bären“ der Berlinale.
Ein etwa 16jähriges Mädchen will das entscheidende WM-Qualifikationsspiel zwischen dem Iran und Bahrain im Teheraner Stadion sehen und dringt als Junge verkleidet in die Fußballarena. Im Iran dürfen Frauen kein Stadion betreten. Was sie dabei riskieren, wird nur angedeutet: Festnahme, Verhaftung, Gefängnis? Wahrscheinlich Schlimmeres. Auf jeden Fall bewegt sich das Mädchen, das in dem Film „Offside“ von Regisseur Jafar Panahi keinen Namen hat, ins Abseits.
Dabei ist das Mädchen nicht allein. Gleich mehrere fußballbegeisterte junge Frauen versuchen ihr Glück. Doch von der Armee gefasst, landen sie hinter einem Absperrgitter und müssen auf den Abtransport zur Sittenpolizei warten. Sie stehen symbolisch für alle Frauen, die von dem rigiden iranischen Regime ins gesellschaftliche Abseits gedrängt werden.
Ein Gesellschaftssystem, an das nicht einmal die Soldaten glauben. Dabei erstaunt, wie offensiv die jungen Frauen die sie bewachenden Soldaten angehen, Fragen stellen, Auseinandersetzung und Diskussion fordern: Warum dürfen Japanerinnen sich ein Spiel ansehen, Iranerinnen aber nicht? Warum dürfen Frauen und Männer in ein Kino gehen, aber nicht in ein Fußballstadion?
Die jungen Frauen stellen ein Gesellschaftssystem in Frage, die Soldaten, die sie bewachen, halten es aufrecht, aber glauben selbst kaum daran. Und in einer kurzen Szene wird klar, dass auch Männer das Fußballstadion als einen Ort der Befreiung empfinden, wo sie sagen können was sie empfinden, ohne Repressalien zu befürchten.
Am Ende werden die jungen Frauen im Armeebus zur Sittenpolizei gefahren. Dort erleben sie am Radio, wie sich der Iran schließlich für die Fußballweltmeisterschaft qualifiziert und sich die Straße plötzlich in eine Partymeile verwandelt. „Wir fahren zur WM! Iran! Iran! Wir fahren zur WM!“ skandieren die jungen Frauen. Aber sie fahren nicht mit. Sie landen in Untersuchungshaft.

„Der Kreis“, am Sonntag, den 6. März, um 20 Uhr und am Dienstag, den 8. März, um 20 Uhr handelt von acht Frauen in Teheran, die nichts verbindet, außer dem menschenunwürdigen Leben, das die iranische Gesellschaft für sie vorgesehen hat – nur, weil sie Frauen sind. Solmaz bekommt eine Tochter, obwohl die Familie ihres Mannes fest mit einem Sohn gerechnet hatte. Solmaz’ Mann lässt sich deshalb scheiden, ihr Leben ist für immer ruiniert. Pari ist aus dem Gefängnis geflohen. Sie ist schwanger, ihre Familie hat sie längst verstoßen und niemand riskiert es, ihr zu helfen. Nayereh muss ihre eigene Tochter aussetzen, weil sie ihr als unverheiratete Mutter keine Zukunft bieten kann. So hofft sie auf ein besseres Leben für sie.
Gezeigt werden die Schicksale von Frauen, die ständig überwacht werden und erniedrigenden Diskriminierungen ausgesetzt sind. Worin ihre Verbrechen bestehen, erschließt sich nicht. Doch so unerbittlich die Schikanen auch sein mögen – sie schaffen es nicht, die Energie, die Kraft und den Mut zu brechen, durch den sich dieser Kreis von Frauen auszeichnet.
Der Kreis von Jafar Panahi wurde auf den Filmfestspielen in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet.

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