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Unabhängiger von Atomstrom – welche Heizung hilft dabei?

In diesem Zusammenhang sind Wärmepumpen ungünstig. Sie nehmen zwar Umweltwärme auf, brauchen dafür aber besonders viel Strom. Dadurch wird der Strombedarf erhöht, was einer zunehmenden Unabhängigkeit von Kernkraftwerken entgegen laufen kann.
Nach Aussage der Verbraucherzentrale des Saarlandes wird ein vermehrter Einsatz von Wärmepumpen außerdem zu einer Erhöhung der Strompreise führen, weil speziell für die Wintermonate zusätzliche Kraftwerke notwendig werden. Mit Blockheizkraftwerken wird dagegen der Anstieg der Energiepreise verzögert und die Abhängigkeit von Atomstrom geringer.
Mit Holz- und Holzpelletsheizungen nutzt man zu hundert Prozent regenerative Energien. Gegenüber Wärmepumpen wird damit Strom eingespart und die Abhängigkeit von Atomstrom reduziert.

Welche Heizung ist für welches Gebäude am besten geeignet? Die Fachleute von der Verbraucherzentrale beraten unabhängig und individuell zu verschiedenen Heizungssystemen und ziehen dabei das gesamte Gebäude sowie dessen Nutzung mit ein.
Für eine persönliche Beratung in einer der 14 Beratungsstellen ist eine Anmeldung erforderlich.
[i]In St. Ingbert finden jeden Montag Energieberatungen durch die Verbraucherzentrale statt im Infocenter der Stadtwerke, Kaiserstraße 71. Anmeldung unter 06894 / 955 2550 oder 0681 / 50089 – 15.[/i]

[u]Hintergrundinformation:
Effizienzvergleich vonn Pelletheizungen, Blockheizkraftwerke und Wärmepumpen[/u]

[i]1. Ausgangslage:[/i]
Der Weltenergiebedarf wird gegenwärtig überwiegend fossil (Erdöl, Erdgas, Kohle) und in geringerem Umfang nuklear (Kernkraft) oder regenerativ (Sonne, Wind, Wasser, Biomasse) gedeckt. Die fossilen und nuklearen Ressourcen sind begrenzt, während die regenerativen Potentiale, wie aus der Bezeichnung schon zu entnehmen ist, immer wieder neu gebildet werden und den Bedarf um ein vielfaches überschreiten. Aus der begrenzten Verfügbarkeit der fossilen und nuklearen Energieträger ergeben sich insbesondere im Hinblick auf eine wachsende Weltwirtschaft zunehmend Probleme. Durch das enorme Wirtschaftswachstum in China, Indien und weiteren Schwellenländern werden in immer rasanterem Tempo die bisherigen Energieressourcen aufgebraucht. Dies wird unweigerlich zu starken Preissteigerungen führen, wie es bereits 2008 vor der Wirtschaftkrise der Fall war. Steigende Energiepreise gefährden den wirtschaftlichen Aufschwung. Da zur Herstellung fast aller Produkte und Dienstleistungen mehr oder weniger Energie eingesetzt werden muss, sind deshalb Wohlstand und Arbeitsplätze in Gefahr. Steigende Energiepreise führen darüber hinaus zu sozialen Problemen. Untere Einkommensschichten können sich Energie oder energieintensive Produkte immer weniger leisten und rutschen dadurch tiefer in die Armut. Dies kann zu weiterer Politikverdrossenheit, zu einem Zulauf bei radikalen Parteien und schlimmstenfalls zu sozialen Unruhen führen.
Ein weiteres gravierendes Problem stellen die Kohlendioxidemissionen dar, die durch die Verbrennung fossiler Energien freigesetzt werden. Sie sind für den Klimawandel verantwortlich. Steigende Temperaturen in der Atmosphäre führen zu mehr Stürmen und auch zu stärkeren Stürmen. Gleiches gilt für Starkregen mit nachfolgenden Überschwemmungen, weil warme Luft mehr Wasserdampf aufnimmt als kalte. Das zunehmende Auftreten solcher Naturkatastrophen gefährdet ebenfalls den Wohlstand, wenn es schlimm kommt, sind Hab und Gut und sogar Leib und Leben gefährdet, wie die Ereignisse in China und Pakistan im vergangenen Jahr eindringlich zeigen.

[i]2. Lösungswege:[/i]
Wie aus dem zuvor Geschilderten hervor geht, ist es dringend geboten, unseren Umgang mit Energie grundlegend zu überdenken. Dabei sind 3 Wege als gleichwertig einzustufen:
a) Energiesparen: So kann z.B. durch eine Wärmedämmung der Heizenergiebedarf eines Hauses um 50 – 90 % gesenkt werden.
b) Einsatz regenerativer Energie: Durch eine Holzpelletheizung kann der Heizöl-/Gasverbrauch eines Hauses zu 100 % ersetzt werden.
c) Steigerung der Energieeffizienz: Durch Kraft-Wärme-Kopplung (Fernwärme, Nahwärme, BHKW) kann Energie doppelt genutzt werden. Da man mit der Abwärme aus deutschen Kraftwerken alle Häuser in Deutschland beheizen könnte, liegt die Effizienzsteigerung bei 100 % (Effizienzsteigerungen von 100 % sind unter normalen Umständen nicht zu erreichen; in diesem Fall aber doch, und zwar wegen den Abwärmeverlusten in unseren Kraftwerken zur Stromerzeugung. Mit dieser Abwärme können Häuser beheizt werden, so dass die sonst in den Häusern übliche Öl- oder Gasheizung zu 100 % ersetzt werden kann.).
Ob eine bestimmte Menge fossiler Energie, z.B. 1000 l Öl, durch Energiesparen, oder durch Einsatz regenerativer Energie oder durch Effizienzsteigerung ersetzt wird, ist gleichrangig: Durch alle 3 Varianten werden die oben geschilderten Probleme (Klimawandel, soziale Schieflagen und Gefährdung des Wohlstands) reduziert.

[I]3. Effizienzvergleich neuer Heiztechniken (Pellet, BHKW, WP):[/I]
a) Durch eine Holzpelletheizung werden fossile Energieträger wie Öl oder Gas zu 100 % ersetzt:
100 % – Technologie.
b) Durch ein Blockheizkraftwerk (BHKW) wird sozusagen mit der Abwärme geheizt, die ansonsten ungenutzt beim Kraftwerksbetrieb an die Umwelt abgegeben wird. D. h. Energie wird doppelt genutzt, entsprechend einer Effizienzsteigerung von 100 %:
100 % – Technologie.
c) Wird ein BHKW mit Biomassen (z.B. Biogas oder Rapsöl) betrieben, ergibt sich neben der 100 %igen Effizienzsteigerung noch der 100 %ige Ersatz fossiler Energie durch nachwachsende Rohstoffe:
200 % – Technologie.
d) Bei einer Wärmepumpe (WP) wird zwar Umweltwärme genutzt, aber mit einem hohen Stromeinsatz. Je nach Art der WP und unter Berücksichtigung der Kraftwerksverluste (Deutschland 2010) ergeben sich Effizienzsteigerungen von ca. -30 % bis ca. +30 %:
bestenfalls 30 % – Technologie, in ungünstigsten Fall Verlusttechnologie.

[I]4. Fazit:[/I]
Wie aus dem vorigen Abschnitt hervorgeht, stellen Pelletheizungen und BHKW`s hervorragende Möglichkeiten dar, den o. a. Problemen (Klimawandel, Wohlstandsverlust, verstärkte Armut unterer Bevölkerungsschichten) zu begegnen. Demgegenüber leisten Wärmepumpen keinen oder nur einen bedeutend geringeren Beitrag. Man kann sie somit als drittklassig bezeichnen. Wenn man bedenkt, dass alle oben aufgeführten neuen Techniken doppelt bis viermal so viel kosten als herkömmliche Heizungstechnik, ergibt sich ein weiterer Grund, auf jeden Fall den effektiven Lösungen den Vorzug zu geben. Mit WP wird, wenn überhaupt, nur ein geringer Fortschritt erreicht: Man könnte genauso gut bei herkömmlicher Heiztechnik bleiben und das ersparte Geld in andere Energiesparmaßnahmen stecken und hätte mehr für Klimaschutz, Wohlstandswahrung und für die Verhinderung sozialer Spannungen getan. Außerdem gilt es zu bedenken, dass die o. a. neuen Techniken nur von gut situierten Personen finanziert werden können. Dies bedeutet, dass diesem Personenkreis die Hauptverantwortung für die Lösung der oben genannten Probleme zugeschrieben
werden muss. Da es sich um ernsthafte, drängende Probleme handelt und Kapital ebenfalls eine begrenzte Ressource ist, handelt es sich bei jeder Investition in eine WP um eine verpasste Chance.

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St. Ingberter Anzeiger ·
1865–2017