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Aufführung von Friedrich Dürrenmatts Stück „Die Physiker“

Nach dem Erfolg von „Ein Engel kommt nach Bagdalon,“ frei nach Friedrich Dürrenmatt, wählten die Jugendlichen der Theatergruppe „Die Musenbolde“ „Die Physiker“ vom selben Autor als nächste Stückbearbeitung aus. Sie hatten sich damit einen dicken Theaterbrocken vorgenommen. In 9-monatigem intensiven Proben haben sie sich in das Stück hineingearbeitet, Ebene für Ebene dieser Komödie mit bitterernstem Hintergrund erspürt und erspielt.
Damals konnten sie nicht ahnen, wie brandaktuell die Thematik angesichts der Ereignisse in Fukushima sein würde. Der Physiker Möbius lässt sich in eine Irrenanstalt einweisen, als er erkennt, welche katastrophalen Folgen seine Forschungsergebnisse haben, wenn sie in die falschen Hände kommen (Zitat: die Wirklichkeit ist uns nicht gewachsen). Welche Opfer er dafür gebracht hat, zeigt sich einfühlsam in der Abschiedsszene von seiner Familie. Sein Irresein legitimiert er mit dem Erscheinen des Königs Salomon, der all diese genialen Gedanken diktiert habe.
Dürrenmatt lässt Salomon durch Möbius Mund sagen: „Aber meine Weisheit zerstört meine Gottesfurcht und als ich Gott nicht mehr fürchtete meine Weisheit meinen Reichtum. Nun sind die Städte tot. und irgendwo. kreist, sinnlos, immerzu, die radioaktive Erde“. Aber die Irrenanstalt hat Löcher. Aus diesen Physikergedanken lässt sich kräftig Kapital schlagen. So versuchen alle – voran die Leiterin der Anstalt, Frau Dr. von Zahnd an die Manuskripte zu kommen (Zitat: Das Weltunternehmen startet, die Produktion rollt an.) Zu ihrem teuflischen Plan gehören auch die Morde an den drei Physiker pflegenden Krankenschwestern durch die „Physiker“. Die Besucher können sich auf ein spannendes vielschichtiges Stück, das durch seine komischen Züge jedoch nie belehrend wirkt freuen. Gespielt wird in einem Bauzaunkäfig, um den die Zuschauer gruppiert werden. Den Untertitel ihres Stückes entlehnten die Musenbolde dem Pink Floyd-Album „Atom heart mother“, dessen Musik erklingt, wenn „Einstein“ nach seinem Mord die Kreutzer-Sonate spielt.

Karten für das Stück „Die Physiker“ am 6. April 2011gibt es ab sofort an der Infotheke im Sankt Ingberter Rathausfoyer unter Tel. 06894 13 891.
Der Eintrittpreis beträgt acht Euro für Erwachsene, drei Euro für Schüler und Gruppen ab zehn Personen pro Person 2.50 Euro, ausgenommen sind Erwachsene.

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St. Ingberter Anzeiger ·
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