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Kinowerkstatt-Programm vom 10. – 13. Juni 2011

„Kung Fu Panda 1“
Bevor der zweite Teil von „Kung Fu Panda“ nächste Woche startet, zeigt die Kinowerkstatt Teil 1 der Kung-Fu Story (USA 2008 – Regie: Mark Osborne, John Stevenson – Darsteller: (Stimmen) Hape Kerkeling, Gottfried John, Thomas Fritsch, Ralf Schmitz, Cosma Shiva Hagen, Bettina Zimmermann, Stefan Gosslar, Tobias Kluckert am Freitag, den 10. Juni, 19 Uhr und am Sonntag, den 12. Juni, um 20 Uhr. (Prädikat: wertvoll – FSK: ab 6 – Länge: 95 min.)
Als Nudelsuppen-Lehrling hat Po (Stimme: Hape Kerkeling), der Panda, seinen Beruf längst gefunden. Heimlich träumt der pummelige Bär mit dem respektlosen Mundwerk davon, ein berühmter Kung Fu-Kämpfer zu sein, doch im Grunde ist jedem klar, dass er besser beim Essen fassen und Sprüche klopfen ist als beim Anwenden von raffinierter Kampftechnik. Bevor der zweite Teil von „Kung Fu Panda“ nächste Woche startet, zeigt die Kinowerkstatt Teil 1 der Kung-Fu Story am Freitag, den 10. Juni, 19 Uhr und am Sonntag, den 12. Juni, um 20 Uhr.

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Rassismus: Clint Eastwoods „Gran Torino“
Die Kinowerkstatt St. Ingbert zeigt am Freitag, den 10. Juni, um 21:45 Uhr, am Samstag, den 11. Juni, um 21 Uhr, sowie am Montag ,den 13. Juni, um 20 Uhr „Gran Torino“ (USA 2008) von Clint Eastwood mit Clint Eastwood, Bee Vang, Ahney Her, Christopher Carley, Brian Haley, Geraldine Hughes, Dreama Walker, Brian Howe, John Carroll Lynch. (Prädikat: besonders wertvoll – FSK: ab 12 – Länge: 116 min.)

Clint Eastwood ist ein Markenzeichen der amerikanischen Filmlandschaft. Sowohl sein Schauspiel, das durch minimalistische und doch so ausdrucksstarke Mimik funktioniert, als auch seine Regieleistungen bürgen fast stets für Qualität.

Bereits unter dieser Voraussetzung ist Eastwoods Geniestreich „Gran Torino“ – ein aussergewöhnlicher Film gegen Rassismus – eine interessante Angelegenheit: Der von Eastwood gespielte Koreakriegsveteran Walt Kowalski ist an sich ein Menschfeind, ein Ausländerhasser in einer Siedlung, aus der fast alle Weißen weggezogen sind. Eher unfreiwillig wird Zyniker Walt zum Beschützer seiner südostasiatischen Nachbarn, Migranten vom Volk der Hmong, deren jüngsten Sproß eine gewaltbereite Gang aufnehmen will – notfalls gegen seinen Willen. Man wartet darauf, daß sich die Konfrontation von Rentner und Jugendgang entlädt, man wartet auf den Erbarmungslos-Moment in Gran Torino. Doch der Ausnahmeregisseur ist schlau genug, die Situation anders zu lösen als erwartet.
Doch nicht nur in dieser Hinsicht ist Gran Torino ein echter Eastwood, der geschickt Erwartungen unterläuft. So entpuppt sich der Stoff über weite Strecken als kleine, (leicht schwarze) Komödie. Bereits in der Eröffnungsszene tritt Walts Enkelin bei der Beerdigung von Walts Frau unpassend gekleidet auf, tippt während der Zeremonie lautstark auf ihrem Handy rum und fragt ihren Großvater bei der Totenwache unverblümt, ob sie nicht seinen 1972er Gran Torino haben könne, da er ja wohl auch bald sterben würde. (Nils Bothmann)
Eastwood ist als Regisseur wie Schauspieler voll in seinem Element, inszeniert die Wandlung Walts vom Menschenfeind zum eigenwilligen Helfer in ruhigen Kamerafahrten und langen Einstellungen – ein gemächliches Tempo inmitten all der schnell geschnittenen Blockbuster. Auch in seinem leisen Witz unterscheidet sich Gran Torino von dem, was man von Mainstreamkino gewöhnt ist, meist entspringt die Komik dem unangepaßten Verhalten der Hauptfigur. Walts grobe Kommentare erinnern an Eastwoods Oneliner aus seinen Polizeifilmen, bieten Wortwitz, der teilweise fast schon politisch inkorrekt ist – doch gleichzeitig unterläuft Gran Torino den Rassismus.
Alles in allem ist „Gran Torino“ aber trotzdem wirklich schönes Kino – ein echter Eastwood eben.

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