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FDP: Kulturstadt St. Ingbert muss Chancen nutzen

St. Ingbert, den 19.6.2011: Die St. Ingberter FDP würde es sehr begrüßen, wenn im neuen Kulturzentrum Baumwoll-Spinnerei mit seinem großen und offenbar immer noch disponiblen Raumangebot auch Objekte zur Geschichte unserer Stadt und ihrer Industriekultur zu sehen wären. Das seit 2006 geschlossene Heimatmuseum muss nach Auffassung der Liberalen unbedingt wiederbelebt werden.

Die von 1991bis 2006 erfolgreich laufende Dauerausstellung mit dem Titel „Kohle – Eisen – Glas“ wurde, für viele Bürger unbegreiflich, im Jahr 2006 auf Anordnung der Verwaltungsspitze aufgelöst. In der Baumwollspinnerei ist glücklicherweise genügend Raum verfügbar, um auch die Sammlungen zu unserer Industriekultur zu präsentieren, die bestens geeignet sind, den Hintergrund des Schaffens Albert Weisgerbers zu erhellen und hervorragend in den architektonischen Rahmen dieses Industriedenkmals passen. Das sollte jeder nachvollziehen können, der sich St. Ingberts Anspruch als Kulturstadt und dem Biosphärenkonzept verpflichtet fühlt. Es gilt, in den nächsten Monaten eine Lösung zu finden, die Zeugnisse unserer Industriekultur, die sich weitgehend unter Verschluss befinden, in das Umzugskonzept zu integrieren. Die Verbindung zu den großen Entwicklungslinien unserer industriellen Tradition darf für kommende Generationen nicht abgeschnitten bleiben, sie muss im neuen Museum wieder aufgenommen werden, das damit seinem Stellenwert als Kulturzentrum unserer Stadt noch besser gerecht werden kann.

Ideal wäre zudem die Übernahme der volkskundlichen Sammlung Gunter Altenkirchs, die St. Ingbert eine Ausstrahlung weit über die Region hinaus einräumen könnte. Denn die unserer Stadt angebotene Sammlung ist einmalig, von niemand mehr könnte eine ähnliche Kollektion angelegt werden. Zeitzeugen stehen heute nur noch sehr wenige zur Verfügung, und das Wissen um das Alltagsleben von Menschen, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts geboren waren, kann nicht mehr erfragt werden. Die Biosphärenstadt St. Ingbert wäre mithin zentraler Anlaufort für alle Besucher, die sich für Geschichte und Kultur unserer Region und des gesamten Saarlandes interessieren. Die Einmaligkeit und Fülle der Exponate könnte in unserer Mittelstadt ein Saarländisches Volkskundemuseum erstehen lassen, zu dem die bereits in St. Ingbert eingelagerte Sammlung von Hermann Keuth (im Besitz der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz) optimal passen würde. In einer ersten Phase sollte man für die Präsentation stetig wechselnder Ausstellungen eine Fläche von ca. 200 m² veranschlagen. Ein geeigneter Ausstellungsort bietet sich gleichfalls an: das Baumwoll-Lager neben dem Hauptgebäude.

Hier sind die politisch Verantwortlichen gefordert, diese Offerte umzusetzen, die die kulturelle und touristische Infrastruktur in St. Ingbert und seinem Umkreis deutlich stärken und aufwerten würde.

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St. Ingberter Anzeiger ·
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