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Rundgang durch die ehemalige Industriestadt

Im 19. Jahrhundert mauserte sich das kleine Provinzstädtchen St. Ingbert zu einer der interessantesten Städte des Königreichs Bayern. Ursache dieses Aufschwungs war die rasante Entwicklung der Industrie vor Ort. Aus den kleinen Glashütten, Eisenwerken und Kohlengruben waren moderne Großbetriebe geworden. Hier verdienten tausende von Menschen gutes Geld und fanden sichere Arbeitsplätze. Als unmittelbare Folgen wuchs die Einwohnerzahl der Stadt und die örtlichen Geschäfte blühten auf, denn das sauer verdiente Geld wurde ja auch wieder unter die Leute gebracht. Parallel zum Aufschwung entwickelte sich eine interessante und attraktive Infrastruktur mit Eisenbahn, Telegrafenstation, Fernstraßen und Dienstleistern. Die wiederum übten eine Sogwirkung auf andere Unternehmer auf, die dann in St. Ingbert neue Fabriken gründeten und für einen zusätzlichen Wachstumsschub sorgten.
Hätte sich diese Entwicklung nahtlos fortgesetzt, St. Ingbert wäre heute eine Stadt ohne Sorgen und Geldnöte, noch dazu eine mit eindrucksvoller Industriekulisse.
Doch die Dinge kamen anders. Spätestens mit dem Ende des Bayerischen Königreiches verlor St. Ingbert seine geschützte Sonderstellung und sah sich zunehmend mehr der nationalen wie internationalen Konkurrenz ausgesetzt. Ein Wettkampf, dem die hiesigen Betriebe auf Dauer nicht gewachsen waren. Das Ergebnis: ein radikaler Strukturwandel, dem viele Betriebe und Einrichtungen zum Opfer fielen, verbunden mit einem radikalen Umbau der Stadt in den letzten Jahrzehnten.
Am Mittwoch, dem 13. Juli bietet sich die Gelegenheit, in die jüngste Vergangenheit einzutauchen. Hans-Werner Krick, ein ausgewiesener Kenner der St. Ingberter Arbeits- und Sozialgeschichte, lädt zu einer Spurensuche ein, die Vergangenes wieder sichtbar werden lässt. Das Abenteuer beginnt auf dem Beckerturm mit einem fantastischen Überblick über die Stadt. Aus der Vogelperspektive wird ganz schnell deutlich, warum sich die Industriebetriebe nur an bestimmten Stellen im Stadtgebiet ansiedeln konnten und warum die St. Ingberter Schwerindustrie auf Dauer keine Chance hatte, sich unter den Global-Players zu behaupten. Anschließend geht es mit dem ingo-Bus zum Rendez-Vous-Platz und dann zu Fuß zu einigen der ehemaligen Produktionstätten und Versorgungsbetriebe im Westen der Stadt: Trikotage, Schlachthof, Fabrikgebäude Hirsch-Peters, Rheinische Lederwerke, JEGA, Aktien-Glashütte, Gasanstalt und Kaiser-Werke. Danach geht es mit dem Bus wieder zurück zum Innovationspark, wo sich für diesen Tag der Kreis schließt.

Eintritt: Erwachsene 4 €, Kinder/Jugendliche 2 €, Familien 10 €, zzgl. Anteil Busfahrkarte

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St. Ingberter Anzeiger ·
1865–2017