Nachrichten

Dienstag, 22. August 2017 · sonnig  sonnig bei 19 ℃ · Doppelkreisel in der Spieser LandstraßeSchachclub feierte sein SommerfestFazit zum LMS-Mediensommer 2017

Facebook Twitter Google+ Instagram RSS Feed

50 Jahre Mauerbau – Bericht eines Zeitzeugen

Die Veranstaltung steht allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern zur Teilnahme offen. Die Teilnahme ist kostenfrei. Im Anschluss an die Veranstaltung sind Sie herzlich zu einem kleinen Umtrunk eingeladen.

2011 jährt sich der Bau der Berliner Mauer zum 50. Mal. Anlässlich des Jahrestages erinnert die Villa Lessing an die Zeit, in der die Mauer Ost und West trennte, bevor sie 1989 fiel. „Sie wurde eingedrückt, und zwar von Menschen, von Bürgerinnen und Bürgern, die mit ihrem Freiheitswillen dieses Monument der Unfreiheit eingestürzt haben und zwar von Osten in Richtung Westen“, so Außenminister Guido Westerwelle bei der Eröffnung der Ausstellung „Die Mauer – Eine Grenze durch Deutschland“ im Lichthof des Auswärtigen Amts. Der Freiheitswille der Menschen in der DDR habe zu „einem der glücklichsten Momente in der deutschen Nachkriegsgeschichte“ geführt, und
schließlich auch dazu, „dass 1990 die Wiedervereinigung die Spaltung unseres Landes überwunden hat, für die die Mauer stand“, erklärte der Bundesaußenminister weiter.
50 Jahre zuvor, im Juni 1961 auf einer Pressekonferenz in Ostberlin, erklärte der Staats- und Parteichef der DDR, Walter Ulbricht, „Niemand hat die Absicht,
eine Mauer zu errichten.“ Knapp zwei Monate später, am 13. August 1961,
verwirklichte er mit Zustimmung der Sowjetunion diese Absicht. 180 km Betonmauer und Signalzaun rund um Westberlin und über 1000 km Grenzanlagen zwischen Ost- und Westdeutschland manifestierten
die Trennung Deutschlands. Über 16,5 Millionen Ostdeutsche waren somit eingesperrt, Familien und Freunde getrennt. Hunderte Fluchtwillige ließen
an dieser Mauer ihr Leben. Wenige erreichten durch spektakuläre Fluchten die Freiheit. Wegen sogenannter „Versuchter Republikflucht“ saßen Zehntausende
in den Gefängnissen der Staatssicherheit. Der Lebenslauf unseres Gasts gleicht zunächst dem klassischen Werdegang eines Jugendlichen in der
DDR: Mitglied der Jungen Pioniere, später der FDJ. Die innere Wende für Lukow kam mit 18 auf einem Punkkonzert, wo er die Macht, die physische Gewalt seines Staates gegen ein Publikum erlebte, das sich nur amüsieren wollte. Lukow drückt die Erlebnisse in einem Satz aus, der für ihn auf die gesamte DDR zutrifft: „Wir hatten schon Spaß in der DDR.
Allerdings oft nur einmal, denn dann kam die Stasi und es war Ende mit Spaß!“ Seine Abneigung gegen eine Staatsmacht, die ihre Bürger bespitzelte
und gewaltsam gegen sie vorging, trieb ihn zum Fluchtversuch – der allerdings misslang. Über all das und das Leben in einer Diktatur spricht Thomas Lukow, der wegen „Westkontakten“ und „Versuchter Republikflucht“ fast zwei Jahre in den Stasi-Gefängnissen Hohenschönhausen und Bautzen II saß. Bis zu seiner Ausreise mit Frau und Kindern nach Westberlin im Jahr 1989 brachte sich Thomas Lukow aktiv in der Kultur- und Musikszene Berlin-Prenzlauer Berg ein und bewegte sich in Kirchenkreisen, in denen die friedliche Revolution der
DDR-Bevölkerung ihre Wurzeln hatte. Unser Gast ist freier Mitarbeiter im Bundespresseamt sowie in der Gedenkstätte Hohenschönhausen, Mitglied im Bautzenkomitee und des Vereins „Antistalinistische Aktion Berlin Normannenstraße“. Sie sind herzlich eingeladen, mit unserem Gast über
seine und Ihre Erlebnisse zu diskutieren. 50 Jahre Mauerbau.
Öffentliche Abendveranstaltung
in der Villa Lessing.

Kommentare

Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Kommentar schreiben

Zu diesem Artikel können keine Kommentare mehr abgegeben werden.

St. Ingberter Anzeiger ·
1865–2017