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„Kindermilch“ – teuer und nicht unbedingt sinnvoll

In einem aktuellen Marktcheck haben die Verbraucherzentralen den Preis von 23 Kindermilchprodukten von insgesamt sechs Herstellern untersucht – bis auf eine Ausnahme war die Ersatzmilch in allen Fällen teurer als Kuhmilch (Trinkmilch 1,5% Fett).
Mit der massiven Bewerbung dieser Produkte wird dem Kunden suggeriert, dass das Ersatzprodukt für die Ernährung von Kleinkindern besser geeignet sei als Kuhmilch. Tatsächlich ist die Zusammensetzung der „Kindermilch“ im Vergleich zum „Original“ eine andere: Der Eiweißgehalt des Surrogats wurde reduziert, ebenso ist der Calciumgehalt im Vergleich zu Kuhmilch geringer, zugesetzt werden unter anderem Eisen und Vitamin D. „Die Notwendigkeit und der Nutzen sind jedoch umstritten“, kritisiert Barbara Schroeter, Ernährungsreferentin der Verbraucherzentrale Saarland. „Gesunde Kleinkinder können ab dem 10. Lebensmonat an die normale Familienkost herangeführt werden und damit auch Milch- und Milchprodukte zu sich nehmen – bei einer ausgewogenen Ernährung werden keine besonderen Lebensmittel wie „Kindermilch“ oder ähnliche Produkte benötigt“. Zuviel dieses Milchersatzes könnte auch zusammen mit anderen angereicherten Produkten zu einer Überversorgung mit einzelnen Nährstoffen führen. Außerdem wird das Kind nicht an den natürlichen Geschmackder Milch herangeführt, sondern an den Geschmack verarbeiteter Produkte.
Zudem ist diese „Ersatzmilch“ fast immer teurer als Frischmilch. Bei der teuersten Kindermilch (2,10 Euro/l) empfiehlt der Hersteller eine tägliche Verzehrsmenge von 480 ml. Eltern hätten damit Ausgaben in Höhe von 368 Euro pro Jahr für diese Ersatzmilch. Trinkmilch verursacht bei gleicher Verzehrsmenge nur Ausgaben in Höhe von derzeit ca.95 Euro im Jahr. „Der Verbraucher zahlt pro Jahr bis zu 273 Euro mehr für die vom Hersteller empfohlene Verzehrsmenge „Kindermilch“ als für die gleiche Menge Trinkmilch einer preiswerten Handelsmarke“, erläutert Barbara Schroeter. Und ein direkter Preisvergleich ist oftmals gar nicht möglich, da sich der Grundpreis bei der meistens in Pulverform angebotenen Ersatzmilch in der Regel auf das Gewicht und nicht auf die verzehrsfertige Menge bezieht. „Hier besteht Regelungsbedarf“.

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