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Kinowerkstatt – Programm

zu sehen am Freitag, den 15. Dezember, um 19 und 21.45 Uhr, am Samstag, den 16. Dezember, um 21 Uhr, sowie am Sonntag und Montag, jeweils um 20 Uhr.

Stasi-Hauptmann Gerd Wiesel (Ulrich Mühe) ist ein ganz harter Hund. Eiskalt setzt er seinen Verdächtigen im Verhör so lange zu, bis sie alles und jeden verraten. Auf Wunsch des Kulturministers, der hinter der Schauspielerin Christa-Maria Sieland (Martina Gedeck) her ist, soll er sie und ihren Lebensgefährten, den Dramatiker Georg Dreymann (Sebastian Koch), überwachen. Für Wiesler ein Job wie tausend andere zuvor: Wohnung verwanzen, Nachbarn einschüchtern, observieren rund um die Uhr, dunkle Punkte finden. Doch diesmal läuft etwas aus dem Ruder. Zunehmend fasziniert ihn die freigeistige Clique rund um das Künstlerpaar. Die Gespräche über Kunst, Liebe, Freiheit und Wahrhaftigkeit geben ihm Einblicke in „Das Leben der Anderen“, die auch sein Leben verändern. Aus dem Beobachter wird ein Zweifler, am Ende ein Verräter am eigenen System. Im Spielfilmdebüt des jungen Regisseurs und Autors Florian Henckel von Donnersmarck gibt es nicht einen falschen Ton. Mit der Präzision eines Seziermessers entlarvt er die Mechanismen eines Überwachungsapparats, demaskiert die Politiker, die ideologisch verbrämt ihre persönlichen Ziele verfolgen. Es geht ebenso um individuelle Verantwortung und Schuld in einem Unrechtssystem wie um die Rolle der Kunst zwischen Anpassung und Verweigerung. Aus dem sowieso schon exzellenten Schauspielensemble ragt einer noch über die anderen hinaus: Ulrich Mühe. Seine Wandlung vom Befehlsausführer zum mitfühlenden Menschen ist allergrößte Kunst.

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St. Ingberter Anzeiger ·
1865–2017