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Kinowerkstatt St. Ingbert: Programm vom 26. – 29. August 2011

Berlinale Gewinner 2011

Die Kinowerkstatt St. Ingbert, Pfarrgasse 49, zeigt am Freitag, den 26. August, um 19 Uhr, am Sonntag, den 28. August, um 20 Uhr und am Montag, den 29. August, um 18 Uhr „Nader und Simin“ (Iran 2011, Originaltitel: Jodaeiye Nader az Simin) von Asghar Farhadi mit Leila Hatami, Peyman Moadi, Shahab Hosseini, Sareh Bayat, Sarina Farhadi, Babak Karimi, Ali-Asghar Shahbazi, Shirin Yazdanbakhsh (FSK: ab 12 – Länge: 123 min.)
Auf der Berlinale 2011 gewann das vielschichtige iranische Drama zu Recht den Goldenen Bären sowie zwei Silberne Bären und wurde von Presse wie Publikum euphorisch umjubelt.
„Nader und Simin“ beginnt als Beziehungsdrama. Die erste Einstellung zeigt einen Mann und eine Frau nebeneinander sitzend, sie sprechen direkt in die Kamera, versuchen vehement, ihre jeweiligen Standpunkte zu erklären. Simin will sich scheiden lassen, da ihr Mann Nader sich weigert, mit ihr und der gemeinsamen Tochter Termeh ins Ausland zu gehen. Simins Hoffnung auf ein besseres Leben für ihre Tochter im Ausland kollidiert mit Naders Verantwortungsgefühl gegenüber seinem demenzkranken Vater, wegen dem er den Iran nicht verlassen möchte. Eine Einigung scheint unmöglich. Trotzdem wird dem Paar die Scheidung von dem zuständigen Familienrichter verwehrt.

Als „Nader und Simin“ dieses Jahr bei den Internationalen Filmfestspielen in Berlin mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet wurde, war man sich recht schnell einig, daß die Jury hiermit ein politisches Zeichen setzen wollte im Angesicht der Inhaftierung des regimekritischen Regisseurs Jafar Panahi und neuerlicher Proteste gegen das Regime in Teheran. Doch man darf den Gewinn des Goldenen Bären für Farhadi nicht auf die politische Signalwirkung reduzieren: Zum einen, da Farhadi mit „Nader und Simin“ ein grandios inszeniertes, komplexes Portrait zweier Familien gelungen ist, was man als solches erst einmal würdigen sollte, zum anderen, da der Film sich jeglicher offener Kritik am Regime enthält.

…“Farhadi schafft es, aus einer höchstprivaten Situation heraus ein hochspannendes Gesellschaftsportrait zu entwickeln, bei dem keine Szene, kein Wort und keine Geste zu viel ist und bei dem man nie weiß, was als nächstes passieren wird. Gemeinsam mit den Figuren befindet sich der Zuschauer so auf der Suche nach der Wahrheit, die Farhadi nach und nach enthüllt – um am Ende festzustellen, das diese nicht von Bedeutung ist. Es sind die individuellen Beweggründe der handelnden Figuren, denen hier einzig und allein Relevanz zugemessen wird, und daß diese nicht miteinander vereinbar sind, macht die eigentliche Tragödie aus.
ES geht doch weniger um einen geographisch oder kulturell zu definierenden Konflikt, denn um Trennlinien, die universell sind: die zwischen arm und reich, wie sie anhand der beiden Familien veranschaulicht werden, und die Trennlinien, die im Privaten entstehen, wenn sich Lebensentwürfe nicht mehr miteinander decken wollen. Ein humanistischer Film ist Farhadi hier gelungen, aber kein regimekritischer.“ (Marieke Steinhoff in schnitt.de)

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Tics: Ein Tick anders

„Ein Tick anders“ (Deutschland 2011), ist der gelungene Debutfilm von Andi Rogenhagen mit Jasna Fritzi Bauer, Waldemar Kobus, Victoria Trauttmansdorff, Stefan Kurt, Renate Delfs, Falk Rockstroh, Nora Tschirner, Katja Liebing (FSK: ab 6 – Länge: 85 min.) und läuft weiter am Freitag, den 26. August, um 21:45 Uhr, am Sonntag, den 28. August, um 18 Uhr und am Montag, den 29. August, um 20:30 Uhr in der Kinoswerkstatt.

Die siebzehnjährige Eva leidet unter Tourette oder wie sie erkärt „Schluckauf im Hirn „. Manchmal treiben ihre Tics sie in den Wahnsinn, doch eigentlich ist Eva glücklich. Denn im Kreise ihrer schrägen, aber liebevollen Familie akzeptiert jeder sie, wie sie ist. Erst als ihr Vater seinen Job verliert, gerät die familiäre Balance aus dem Lot: Gemeinsam mit ihrer kauzigen Oma und ihrem durchgeknallten Onkel versucht Eva bei der Existenzsicherung zu helfen, was zusehends ins Chaos führt – bis Eva schließlich über sich und ihre Krankheit hinauswächst und merkt, dass es Zeit wird, ihr eigenes Leben zu führen…
Eine anarchische, überdrehte, unbändige und zartfühlende Familien-Komödie über Liebe, Toleranz und die vielleicht verrückteste Krankheit der Welt – das Tourette-Syndrom.
Mit der fantastischen Newcomerin Jasna Fritzi Bauer als Eva ist Regisseur Andi Rogenhagen die perfekte Besetzung gelungen: Waldemar Kobus und Victoria Trauttmansdorff glänzen in den Rollen ihrer Eltern, Stefan Kurt spielt den durchgeknallten Onkel Bernie, Urgestein Renate Delfs brilliert als kauzige Oma und Falk Rockstroh mimt den fiesen Bankdirektor. In einem Gastauftritt ist zudem Publikumsliebling Nora Tschirner zu sehen.

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Kino im Freien am Beckerturm: Künstlerportät über Niki des Saint Phalle von Peter Schamoni

ST. INGBERT Die Turmkünstler im Innovationspark am Beckerturm in St. Ingbert feiern Jubiläum: Fünf Jahre „Kunst am Beckerturm“. Im Rahmenprogramm der Ausstellung gibt es bei freundlichem Wetter Kino im Freien: Am Samstag, den 27. August, um 21:30 Uhr das Künstlerportät „Niki de Saint Phalle – wer ist das Monster, du oder ich?“ mit Niki de Saint Phalle, Jean Tinguely, Bernhard Luginbühl, Regie: Peter Schamoni. Ort: Im Park der Becker Villa, Becker-Brauereigelände St. Ingbert. Eintritt 3,50 Euro.
Höhepunkt der Dokumentation „Niki de Saint Phalle: Wer ist das Monster – Du oder ich?“ ist die Eröffnung des Tarot-Gartens in der Toskana, 100 km nördlich von Rom gelegen. Entstanden sind dort in der Zeit von 1979 bis 1994 mehr als zwanzig begeh- und bewohnbare Skulpturen, die nun den bewaldeten Hügel nahe am Meer schmücken. Die monumentalen Bauwerke veranschaulichen Niki de Saint Phalles Interpretation der „Großen Arkana“, jener Tarotkarten, welche die universalen Prinzipien des Lebens darstellen. Regisseur Schamoni entführt in diese verzauberte Welt, ohne sich selbst dabei durch Deutungen oder kunsttheoretische Exkurse wichtig zu machen. Wen man wirklich in den wunderschönen Bildern entdecken kann, ist eine inspirierte Künstlerin, die zusammen mit ihrem kongenialen Partner Jean Tinguely das Kunstbewusstsein unseres Jahrhunderts stark geprägt hat. Peter Schamoni, der erst kürzlich verstorben ist, erhielt für das einfühlsame Porträt den Bayerischen Filmpreis.

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