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11. Französische Filmtage in der Kinowerkstatt St. Ingbert vom 12. -14. Januar

Unter Federführung von Henri und Helen Schmitt, Heinrich und Ursula Klein wurde in

Zusammenarbeit mit der Kinowerkstatt das folgende Filmprogramm zum Thema â??Krieg und Frieden‘ mit Unterstützung des

AuÃ?enministeriums der Französischen Republik, dem Bureau du Cinéma in Berlin, dem Institut d’Etudes françaises und dem

Generalkonsulat der Französischen Republik im Saarland zusammengestellt. Die Schirmherrschaft hat Monsieur le Consul Général de

la République française en Sarre M. Jean-Georges Mandon übernommen. Er wird zur Eröffnung am Freitag, 12. Januar anwesend

sein. Alle Filme können für interessierte Schulklassen auch vormittags geordert werden. (Tel.: 36821)
Eröffnet werden die Filmtage am Freitag, den 12. Januar, um 20 Uhr mit Jean Renoirs Meisterwerk „La grande Illusion“ mit Jean Gabin (Lt.

Maréchal), Pierre Fresnay (Capt. de Boeldieu), Erich von Stroheim (Major von Rauffenstein), der in einem Gefangenenlager an der

deutsch-französischen Grenze im 1. Weltkrieg spielt. Die Uniform eint die Männer aus den unterschiedlichen sozialen Schichten. Doch

nach einiger Zeit zeigt es sich, dass zwei Offiziere aus den feindlichen Heeren, die der Aristokratie entstammen, mehr Sympathie für

einander empfinden als für Männer aus der gleichen Armee.
Die Botschaft am Vorabend des 2. Weltkrieges war, dass alle Rassen, Klassen und Schichten in Frieden zusammenleben können. Der Film

wurde – wenig verwunderlich – von Joseph Goebbels in Deutschland und später in allen besetzten Gebieten sofort verboten.
Jean Renoir formulierte hier eine klare Absage an Nationalismus, Krieg und Klassenunterschiede. Die groÃ?artigen schauspielerischen

Leistungen, die pazifistische Botschaft und die spannende Handlung lieÃ?en diesen Film zu einem der herausragenden Werke der

Filmgeschichte werden. Er erhielt den Preis der internationalen Jury für den künstlerisch besten Film in Venedig und den Preis für den

besten ausländischen Film der amerikanischen Kritik.
Im Anschluss an die Filmvorstellung findet ein kleiner Umtrunk statt.
Am Samstag, den 13. Januar, um 18 Uhr läuft „La Chambre des Officiers“ (offizielle Auswahl des Festivals in Cannes 2001), eine

Verfilmung des Romans von Marc Dugain über die Soldaten des Kriegs 1914-1918 mit Isabelle Renauld, Eric Caravaca, Sabine Azéma

und André Dussolier: In den ersten Augusttagen des Jahres 1914 bricht Adrien, ein hübscher, junger Leutnant, zu Pferd zu einer

Erkundungsmission auf. Eine Granate schlägt ein, zerfetzt ihm das Gesicht. Den Rest des Krieges verbringt Adrien im Militärkrankenhaus

Val de Grâce, im Zimmer der Offiziere, in dem es keine Spiegel gibt und jeder sich selbst nur im Blick der anderen wahrnehmen kann.

Fünf Jahre, in denen die Zeit still zu stehen scheint, in denen aber auch unzerstörbare Freundschaften wachsen. Dupeyron interessiert sich

für die Frage, wie ein Kriegsversehrter, der für immer sein Gesicht verloren hat, trotz der äu�eren und inneren Wunden ins Leben

zurückfindet…. Fünf Jahre Vorbereitung, auf die Zukunft, auf das Leben… „Non à la guerre! Vive l’amour! Vive la vie!“
„L’armée des ombres“ (Armee im Schatten) von Jean-Pierre Melville, mit Lino Ventura, Simone Signoret, Paul Meurisse schliesst sich am

Samstag um 21 Uhr an.
Melville war im 2. Weltkrieg Soldat der französischen Armee und wurde nach der Einkesselung der alliierten Truppen durch die Deutschen

bei Dünkirchen nach Gro�britannien evakuiert. Zwar war er selbst nicht im Widerstand aktiv, schilderte die Praktiken der Résistance

aber später in einem seiner besten Filme, dem 1969 gedrehten „L’armée des ombres“ (Armee im Schatten) sehr eindringlich; die

düstere Verfilmung des Romans von Joseph Kessel über die Résistance ist ein spätes Meisterwerk. Neun Jahre hat Melville

angeblich Lino Ventura bekniet doch die Rolle des Philippe Gerbier anzunehmen, bis er schlieÃ?lich einwilligte.
Thematisch gehört der Film sicher in die Tradition des Film noir, darüber hinaus lä�t er sich kaum in eine Kategorie einordnen, es ist

eine Mischung aus Kriminal- und Agentenfilm.
Melville sagte über diesen Film: „Zum ersten Mal zeige ich in diesem Film Dinge, die ich gesehen und erlebt habe. Doch natürlich ist

meine Wahrheit eine subjektive und hat nichts zu tun mit der aktuellen Wahrheit. Mit der Zeit tendieren wir dazu, uns an etwas zu erinnern, was

uns angenehm, aber nicht wirklich so geschehen ist.(..) Aus der bereinigten Erinnerung an die Resistance habe ich eine retrospektive

Träumerei geschaffen; eine nostalgische Pilgerreise zurück in eine Zeit, die meine Generation tief geprägt hat.“
Armee im Schatten ist stets auf der Hut vor Klischees, geprägt von genauen Beobachtungen und Detailverliebtheit und meistens

ungeschminkt und erschreckend. So bringen in einer Szene die Resistancekämpfer einen Verräter in ihren eigenen Reihen um.
Die Resistancekämpfer sind so vorsichtig geworden, daÃ? selbst Brüder, die einander begegnen, sich nicht trauen, dem anderen von

dem zu erzählen, was sie tun.
Am Ende töten sie Mathilde (Simone Signoret), die zuvor Gerbier und anderen das Leben gerettet hat, weil sie erpressbar geworden ist und

alle verraten könnte.
Leichtere Kost erwartet den Zuschauer am Sonntagmorgen (14. Januar, um 11 Uhr, mit anschließendem Imbiss) mit LA VACHE ET LE

PRISONNIER, 1959, 118 Minuten, OF von Henri Verneuil, mit Fernadel, René Havard, Ellen Schwiers, Bernard Masson, Ingeborg

Schöner, Maurice Nasil, Heinrich Gretler, Albert Rémi, Pierre Louis.
Charles Bailly (Fernandel) ist Kriegsgefangener auf einem Bauernhof in Deutschland. Um zu fliehen, hat er die originelle Idee sich mit einer

Kuh auf den Weg zu machen. Niemand bemerkt ihn. Kaum in Frankreich springt er in den ersten Zug. Aber…

Nach der Vorstellung gibt es einen Umtrunk mit Imbiss (Wein, Brot, Käse, etc….)
Um 17:30 Uhr LES EGARES, 2002, 95 Minuten, OFeUT von André Techiné, mit Emmanuelle Béart, Gaspard Ulliel,…
Im Juni 1940 als die Deutschen vor Paris stehen, verlässt Odile, eine Lehrerin mit ihren zwei Kindern, Philippe und Cathy, panikartig Paris.

Mit den anderen Flüchtlingen erlebt sie einen Fliegerangriff. Jetzt da die kleine Familie alles verloren hat, begegnet sie einem seltsamen

glatzköpfigen Jungen, Yvan, der wie ein Clown gekleidet ist. Zu viert richten sie sich in einem verlassenen Haus ein ohne Strom. Sie

müssen sehen, wie sie zurecht kommen, um zu überleben. Von der Welt abgeschnitten erleben sie eine seltsame Kriegszeit…
und zum Abschluss LACOMBE LUCIEN, 1973, 132 Minuten, OF von Louis Malle, mit Pierre Blaise, Aurore Clément, Holger Löwendaler,

Thérèse Giehse, Stéphanie Bouy. Juni 1944: Lucien Lacombe, ein junger Bauernbursche aus Südwestfrankreich, der in der Stadt

arbeitet, fährt zu seinen Eltern ins Dorf. Er begegnet seinem Lehrer, dem er sagt, dass er zur Résistance möchte. Doch der lehnt ab. Als

er zurück in die Stadt kommt, gerät er in das Hotel des grottes, wo man ihn anwirbt bei der französischen Hilfspolizei, die für die

Gestapo arbeitet. Er gibt alles auf und fährt eine Art Luxusleben. Schließlich verliebt er sich in eine junge Jüdin, deren Familie er

terrorisiert hat… Der Film wurde ausgezeichnet mit dem British Academy 1974, als bester Film des Jahres, Prix Méliès 1974 und als

bester ausländischer Film für den Oscar 1975 nominiert.
Alle Filme laufen in der Originalfassung mit Untertiteln. Eintritt pro Film: 4.50 Euro, Schüler und Studenten: 2.50 Euro. Weitere Informationen

unter http://www.Kinowerkstatt.de und http://www.kultur-frankreich.de/index.php?ville=24&type=2&event_id=902
Filme und Termine:
Fr. 12. Januar 20 Uhr: La Grande Illussion
Sa. 13. Januar 18 Uhr: La Chambre des Officiers
Sa. 13. Januar 21 Uhr: L’Armee des Ombres
So. 14. Januar 11 Uhr: La Vache et le Prisonnier
So. 14. Januar 17:30 Uhr: Les Egares
So. 14. Januar 20 Uhr: Lacombe Lucien

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