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4:0 gegen München-Solln – Erster Saisonsieg

Nicht einen einzigen Sieg konnte die Truppe des 1. SRC Wiesental, St.Ingbert vor dem 9. und 10. Spieltag aufweisen. Dies änderte sich vergangenen Freitag durch einen deutlichen 4:0-Sieg beim Tabellenletzten München-Solln. Geradezu versüßt wurde das Ergebnis des Doppelspieltags durch ein überraschendes 2:2 Unentschieden gegen den haushohen Favoriten aus Paderborn. Vor heimischem Publikum konnte Markus Voit den ersten Punkt vorlegen, ehe Shahid Khan in einem spannenden Spiel den umjubelten Schlusspunkt setzte.

Dass München nicht direkt um die Ecke liegt, weiß jeder Saarländer der die Hauptstadt Bayerns schon einmal besucht hat. Diese Erfahrung musste auch die Mannschaft um Kapitän Johannes Voit auf der Fahrt zum Schlusslicht der Tabelle aus München-Solln machen. Aufgrund des dichten Verkehrs erreichte das Team erst kurz vor Spielbeginn die Anlage in Solln.
Leidtragender war dabei der auf Position 4 spielende Simon Krewel, der sich nur wenige Minuten auf sein Match vorbereiten konnte. Die Auswirkungen waren zu Beginn der Partie deutlich zu sehen: Krewels Gegner Franz Möller konnte trotz seiner klaren physischen Unterlegenheit die beiden ersten Durchgänge für sich entscheiden. Im dritten Satz fand Krewel erstmals richtig ins Spiel und von diesem Zeitpunkt an diktierte er das Geschehen im Court. Souverän konnte der 19jährige einen 0:2-Rückstand in einen 3:2-Sieg ummünzen und feierte damit seinen zweiten Erfolg in der 1. Bundesliga überhaupt.
Beflügelt von dem Erfolg seines Teamkollegen zeigte Markus Voit auf Position 3, dass er zu seiner alten Form zurückfindet. Voit ließ seinem Kontrahenten Martin Grahamer keinerlei Chance und fuhr ein niemals gefährdetes 3:0 ein.
Johannes Voit nutzte schließlich die Gunst der Stunde und besiegte Karamatullah Khan letztlich deutlich mit 3:1. Shahid Khan, der dritte Profi unter Vertrag des 1. SRC Wiesental, St.Ingbert, ließ am Ende ebenfalls nichts anbrennen und steuerte durch seinen 3:0-Erfolg gegen Kevin Schwentner den vierten Punkt für den SRC bei.
„Endlich geschafft!“, zeigte sich Kapitän Johannes Voit erleichtert „Wir waren heute in sehr guter Form, jeder hat auf einem hohen Niveau gespielt und seinem Gegner selten eine Chance gelassen. Mit dieser Leistung können wir wirklich zufrieden sein.“

Weitaus abwechslungsreicher sollte sich das Sonntags-Match gegen den Paderborner SC gestalten. Denn der Titelaspirant musste auf den verletzten Stefan Leifels verzichten, zudem stand kein Profi zur Verfügung. Die Not-Besetzung bestand dennoch aus hochkarätigen Spielern: Mit Simon Rösner, Lars und Lennart Osthoff sowie Friedrich Scheel war die niedrigste Ranglistenposition die Nummer 18 (Lennart Osthoff). Zum Vergleich: Markus Voit rangiert derzeit auf Position 23.
Dieser zeigte sich davon gänzlich unbeeindruckt: „Eine Überraschung ist auf jeden Fall möglich.“ Schon nach wenigen Stunden sollte sich diese Prophezeiung für den 1. SRC Wiesental, St. Ingbert bewahrheiten.
Doch der Reihe nach:
Zunächst traf Simon Krewel in seinem Match auf Friedrich Scheel. In den beiden ersten Sätzen zeigten sie ein munteres und abwechslungsreiches Spiel, in dem beide jeweils einen Durchgang für sich entscheiden konnten. Zu Beginn des dritten Satzes kam es schließlich zum Einbruch Krewels: Die Fehlerquote stieg rapide und er musste sein Tempo deutlich reduzieren. Das Ergebnis war damit vorherzusehen. Scheel zog sein Spiel routiniert durch und profitierte ein ums andere Mal von den Fehlern Krewels, ehe er schließlich im vierten Satz seinen ersten Matchball verwandelte.
„Am Ende fehlte die Physis“, stellte Krewel im Anschluss den Grund für seinen Einbruch fest. „Freitags gegen Solln hatte ich bei meiner Aufholjagd wohl zuviel Kraft gelassen.“
Doch die Niederlage war schnell vergessen ob des Auftritts von Markus Voit, der sich an diesem Wochenende in bestechender Form befand. Wer mit einem ausgeglichenen Verlauf in der Partie gegen Lennart Osthoff gerechnet hatte, irrte gewaltig. Voit hatte den 19jährigen Osthoff stets im Griff und siegte vollkommen souverän mit 3:0.
„Ich habe jetzt wieder Spaß beim Spiel und bin im Kopf stabiler.“, freute sich Markus Voit über seine Leistung, „Auch meine Kondition wird wieder besser. So kann es jetzt bis zum letzten Spieltag weitergehen!“
Beim Stande von 1:1 konnte Johannes Voit durchaus optimistisch in seine Partie gehen, doch es wurde schon zu Beginn schnell deutlich, dass er gegen den Deutschen Meister Simon Rösner auf verlorenem Posten stand. Rösner verstand es perfekt alles, was Voit ihm entgegenwarf, zu parieren und sogar in einen eigenen Angriff zu verwandeln. Immer wieder erreichte er selbst die besten Bälle Voits, der trotz seiner Chancenlosigkeit eine fantastische Laufarbeit leistete und niemals aufgab. Unter anerkennendem Beifall des Publikums markierte Rösner bereits nach knapp einer halben Stunden einen sicheren 3:0-Erfolg.
„Wenn Simon in dieser Form spielt, schlägt ihn in Deutschland niemand. Er wurde Ende Januar nicht umsonst deshalb Deutscher Meister.“, gab ein erschöpfter Johannes Voit zu bedenken.
Damit war es schließlich am Engländer Shahid Khan auf Position 2, die von Markus Voit prophezeite Überraschung perfekt zu machen. Sein Gegner Lars Osthoff war jedoch ebenfalls hochmotiviert, bedeutete ein Punktverlust für den Paderborner SC doch ein Rückschlag im Rennen um die Playoff-Plätze.
Es schien eine einseitige Partie zu werden. Osthoff hielt Khan nach Belieben in Schach und geriet nur selten unter Druck. Die Quittung folgte auf dem Fuße: die Sätze eins und zwei gingen recht deutlich an den Paderborner. Niemand im Publikum schien mehr so recht an eine Wende zu glauben, doch bereits in der vorherigen Saison hatte Khan gezeigt, dass er zu solch einer Leistung durchaus fähig ist. So drehte er damals gegen Oliver Post (Bonn-Mülheim) ein bereits verloren geglaubtes Spiel und besiegte Post letztlich mit 3:2 nach einem zwischenzeitlichen 0:2-Rückstand.
Und es hatte den Anschein, als erinnerte sich auch Khan an jenen Tag. Im dritten Durchgang legte der 27jährige wie die Feuerwehr los und setzte seinen Kontrahenten unter großen Druck. Als die von Khan gern eingesetzten Stopbälle auf einmal vermehrt ihren Weg ins Nick fanden, keimte Hoffnung auf. Osthoff schien mit dem plötzlichen Leistungsschub Khans nicht zurechtzukommen und musste den Satz mit 11:6 abgeben. Auch im vierten Satz fand Osthoff kein Mittel gegen das aufreibende Spiel Khans. Der Engländer verteilte die Bälle geschickt und erzwang immer wieder leichte Fehler bei Osthoff. Auch dieser Satz ging mit 11:5 deutlich an Khan, ehe es schließlich zum entscheidenden Satz kam. Diesmal fand Osthoff besser ins Spiel und zog mit 4:1 weg, ehe Khan erstmals bei 7:7 gleichzog. Die Ballwechsel wurden schließlich länger, da die beiden Spieler immer weniger riskierten und auf einen Fehler des anderen warteten. Es war Khan, der bei 10:9 zum ersten Matchball aufschlug. Zum Entsetzen der Zuschauer konnte Osthoff wie schon etliche Male zuvor den Aufschlag direkt durch einen Cross-Court Schlag ins Nick verwerten. Der folgende Ballwechsel ging ebenfalls an den Paderborner, womit nun dieser seinen ersten Matchball hatte. Unter den leidenschaftlichen Anfeuerungsrufen des Publikums gelang es Khan nicht nur, den Matchball abzuwehren, sondern auch den folgenden Punkt zu machen. Als der Profi schließlich seinen zweiten Matchball verwandelte, kannten die Zuschauer kein Halten mehr. Mit donnerndem Beifall wurde Matchwinner Shahid Khan gefeiert.
„Ich muss mich bei diesem großartigen Publikum bedanken“, zeigte sich Khan nach seiner Partie überwältigt „Wie sie mich gepusht haben, die ständigen Anfeuerungsrufe. Und als sie merkten dass ich noch eine Chance habe, gaben sie mich nie auf. Einfach Spitze.“

Durch den dreifachen Punktgewinn gelang es dem 1. SRC Wiesental, St. Ingbert am Bremer SC vorbeizuziehen. Die Mannschaft rangiert nun auf Position 5, mit einigem Abstand zu den Abstiegsplätzen.

Begegnung des 9. Spieltags:

SC München-Solln – 1. SRC Wiesental, St. Ingbert
0:4

Spieler Satz 1 Satz 2 Satz 3 Satz 4 Satz 5 Punkte Sätze
Karamatullah Khan : Johannes Voit 7:11 13:11 5:11 6:11 29:43 1:3
Kevin Schwentner : Shahid Khan 6:11 8:11 7:11 21:33 0:3
Martin Grahamer : Markus Voit 4:11 6:11 8:11 18:33 0:3
Franz Möller : Simon Krewel 11:5 12:10 5:11 9:11 7:11 43:48 2:3

Begegnung des 10. Spieltags:

1. SRC Wiesental, St. Ingbert – Paderborner SC
2:2

Spieler Satz 1 Satz 2 Satz 3 Satz 4 Satz 5 Punkte Sätze
Johannes Voit: Simon Rösner 6:11 8:11 6:11 20:33 0:3
Shahid Khan : Lars Osthoff 6:11 7:11 11:6 11:5 13:11 46:43 3:2
Markus Voit : Lennart Osthoff 11:7 12:10 11:0 33:25 3:0
Simon Krewel : Friedrich Scheel 10:12 11:8 4:11 2:11 27:41 1:3

Die aktuelle Tabelle

Platz Mannschaft Einzelp. Sätze Matches Punkte
1 Schängel Squash Club Koblenz 1330:1042 76:37 28:12 16:4
2 Black & White RV Worms 1415:1225 68:50 27:13 16:4
3 Paderborner Squash Club 1405:1071 83:32 29:11 15:5
4 Sport-Insel Stuttgart 1406:1188 81:38 29:11 15:5
5 1.SRC Wiesental, St. Ingbert 1285:1400 64:88 17:23 7:13
6 1.Bremer SC 1205:1361 60:87 15:25 6:14
7 Squash Insel Taufkirchen 1194:1487 52:100 10:30 3:17
8 SC München-Solln 973:1439 27:111 5:35 2:18

Der nächste Doppel-Spieltag der 1. Squash-Bundesliga wird im März ausgespielt:
Am 2. März ist der RV Black&White Worms zu Gast beim 1. SRC Wiesental, St. Ingbert. Sonntags, am 4. März, muss das St. Ingberter Team zur Sport-Insel Stuttgart. Zwei harte Nüsse, aber nach dem 2:2 gegen Paderborn ist wohl durchaus auch in diesen Spielen ein Punkt drin.

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