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Sonntag, 20. August 2017 · sonnig  sonnig bei 14 ℃ · Dorffest mit KirmesÜ30-Party im Eventhaus St. IngbertHasseler Dorffest 2017

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Kinowerkstatt – Programm

In der Kinowerkstatt St. Ingbert, Pfarrgasse 49, läuft am Freitag, den 16. März, um 19 Uhr, am Samstag, den 17. März, um 21 Uhr, sowie am Sonntag und Montag, jeweils um 20 Uhr „Die innere Sicherheit“ (BRD 2000) von Christian Petzold, Drebuch: Christian Petzold, Harun Farocki, mit Julia Hummer, Barbara Auer, Richy Müller, Bilge Bingül, u.a. „Die innere Sicherheit“ ist ein Kinofilm aus dem Jahr Filmjahr 2000, der das Leben einer Tochter von Terroristen zum Thema hat. Regie führte Christian Petzold (Regisseur), der auch das Drehbuch schrieb. Der Film wurde bei den Filmfestivals von Thessaloniki (2000) und Valenciennes (2001) ausgezeichnet, gewann 2001 den Deutscher Filmpreis in Gold und war 2003 für den Adolf-Grimme-Preis nominiert.

Harun Farocki und Christian Petzold graben mit „Die innere Sicherheit“ in fast Vergessenem. Ganz leise und ohne pathetische Gefühlsduselei erzählen sie vom Abschied von Gestern und von ehemaligen Ikonen der bundesdeutschen Linken. Regisseur Christian Petzold las “Nachrichten aus dem Untergrund, die davon erzählten, dass da irgendwelche Gespenster (so sollte der Filmtitel zunächst sein) an ihrer Menschwerdung arbeiten. Wenn Gespenster Menschen werden möchten, dann sind sie immer Protagonisten einer Tragödie.“ Die Gespenster dieser Tragödie, Hans (Richy Müller) und Clara (Barbara Auer), sind gesuchte RAF- Terroristen, die als Urlauber getarnt an der portugiesischen Atlantikküste leben. Vor 15 Jahren haben sie ein Tabu gebrochen: Sie haben eine Tochter gezeugt. Das Leben der 15jährigen Jeanne ist von der (terroristischen?) Vergangenheit ihrer Eltern geprägt: Jeanne (Julia Hummer) hat nie eine Schule besucht, ist allein und völlig isoliert von Gleichaltrigen aufgewachsen. Als loyale Komplizin ihrer Eltern hat sie schon früh gelernt, auf der Flucht zu leben. Aber da gibt es soviel anderes, das Jeanne noch entdecken und wissen möchte über das normale Leben, über das Leben normaler Teenager.
In ihrer „Menschwerdung“ stehen die Eltern kurz vor der lang geplanten Weiterreise nach Brasilien, wo die Familie endlich die erhoffte Ruhe finden möchte. Neue Pässe und Geld sind besorgt. Doch ein Einbruch in die Ferienwohnung macht alle Pläne zunichte. Ohne finanzielle Mittel und Papiere flüchten die drei zurück nach Deutschland, um über alte Kontakte wieder an Geld zu kommen. Währenddessen verliebt sich Jeanne in den gleichaltrigen Heinrich (Bilge Bingül). Eine Liebe, gewachsen aus einer so starken Sehnsucht nach Normalität, die ihre Familie in die Katastrophe führen wird. Jedem ist dieser wundervoll sensible Film empfohlen, der ein aktuelles Thema anspricht, nicht zuletzt auch wegen des am 18. März anberaumten Aktionstag für den politischen Gefangenen.

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St. Ingberter Anzeiger ·
1865–2017