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„Volver“ und „Borat“ in der Kinowerkstatt

Die Kinowerkstatt St. Ingbert, Pfarrgasse 49, zeigt am Wochenende, Freitag, den 13. April, um 19 Uhr, sowie am Sonntag um 20 Uhr noch einmal Pedro Almodovars jüngsten Geniestreich: Eine betörende Mischung aus Drama und Komödie. Ein Film, der Leichtigkeit verströmt, Schwermut atmet und Penelope Cruz als Schauspielerin neu erfindet. In Cannes gab es den Preis für das beste Drehbuch und eine Auszeichnung für das gesamte weibliche Ensemble. Die Rede ist von „Volver“ (Spanien 2006) mit Penélope Cruz, Carmen Maura, Lola Dueñas, Blanca Portillo, Yohana Cobo, Chus Lampreave, Antonio De La Torre, Carlos Blanco, Isabel Díaz – FSK: ab 12 – Länge: 120 min.

Männer spielen in diesem Film keine, oder nur eine passive Rolle. Einer verschwindet ziemlich schnell als Leiche in einer Tiefkühltruhe, danach ist Raum für die Frauen. Pedro Almodovar bereitet seinen Schauspielerinnen ein Fest – keiner kann sie so hinreißend inszenieren wie er. Penelope Cruz spielt Raimunda, die, gemeinsam mit ihrer halbwüchsigen Tochter, in La Mancha nach dem Grab ihrer Mutter sehen will. Doch Mama ist nicht so ganz tot. Sie erscheint ihrer zweiten Tochter Sole als Geist und nistet sich in deren Wohnung ein. Jetzt müssen die Frauen zusammenhalten, einen klaren Kopf bewahren und sich dem Leben stellen.
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Zweiter Film am Wochenende…
Die Kinowerkstatt zeigt „Borat“ (im Original: Borat: Cultural Learnings of America for Make Benefit Glorious Nation of Kazakhstan, USA 2006) von Larry Charles mit Sacha Baron Cohen, Peter Baynham, Anthony Hines, Dan Mazer 82 Min., und zwar am Freitag, den 13. April, um 21.45 Uhr, am Samstag, den 14. April, um 19 und 21 Uhr. Ein Reporter des kasachischen Fernsehens – natürlich Sacha Baron Cohen – reist durch die USA, um Land und Leute kennen zu lernen. Durch sein eigentümliches, politisch ausgesprochen unkorrektes Verhalten verstört und provoziert er die Amerikaner. Hier stellvertretend die verschiedenen Stimmen für das geniale Werk:

Laut Ulrich Kriest vom Filmdienst hält sich Borat „weitgehend ans Fernsehformat – und überschreitet genau deshalb fast unablässig sämtliche Schmerzgrenzen konventioneller Comedy“. Der Film entlarvte „rassistische, intolerante, antisemitische oder frauenfeindliche Vorurteile, indem er die Grenzen der Kommunikation und Contenance auslotet“ und zeichnet eine „dokumentarische Momentaufnahme der amerikanischen Psyche zwischen Bigotterie, christlichem Fundamentalismus, Dummheit, Sendungsbewusstsein und einer puritanischen Körperfeindlichkeit“.
Arno Frank von der taz porträtiert Sacha Baron Cohen und schreibt: „Selten dürfte jemand so unfassbar witzig gewesen sein, dem sein Anliegen so bitterernst ist. Nur die Kasachen haben das nicht verstanden“.

Kai Mihm (epd Film) hat eine „urkomische Doku-Comedy“ gesehen: „Was Borat so clever und bei allem Witz manchmal so erschreckend macht, ist die Leichtigkeit, mit der manche seiner Gesprächspartner ihren Ressentiments freien Lauf lassen, sobald sie glauben, in ihm einen Gleichgesinnten gefunden zu haben. Im selben Atemzug übersteigert Cohen Borats eigene, mitunter höchst widersprüchlichen Vorurteile so sehr, bis man sie nur noch als Groteske wahrnehmen und mit befreiendem Gelächter reagieren kann.“ Mihm rät dringend, sich die untertitelte Originalfassung anzuschauen: „Denn wenn man Borat nicht in seinem radebrechenden Englisch hören kann, das einen Großteil seines Humors ausmacht, sollte man es am besten gleich ganz lassen.“ So läuft der denn auch in der Originalfassung mit deutschen Untertiteln.

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St. Ingberter Anzeiger ·
1865–2017