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Kinowerkstatt – Programm

„Deutschland im Herbst“ (Fr. 27. April, 19 Uhr, So. und Mo. jeweils um 20 Uhr) und „Thank you for smoking“ (Fr. 27. April, um 21.45 Uhr, Sa. 28. April um 21 Uhr)

In der Kinowerkstatt St. Ingbert läuft am Wochenende Freitag, den 27. April, um 19 Uhr, sowie am Sonntag und Montag, jeweils um 20 Uhr ein Klassiker und gleichzeitig wieder sehr aktueller deutscher Film: „Deutschland im Herbst“ (BRD 1977/78/ Regie: Rainer Werner Fassbinder, Alexander Kluge, Volker Schlöndorff u.a./ R: Alf Brustellin, Bernhard Sinkel, Edgar Reitz, u.a., Drehbuch: Heinrich Böll, Peter Steinbach, K: Michael Ballhaus, Jürgen Jürges, Bodo Kessler, Dietrich Lohmann, D: R.W. Fassbinder, Hannelore Hoger, Heinz Bennent, Wolf Biermann, Helmut Griem, Vadim Glowna, Mario Adorf, Manfred Zapatka, F, 123 Min, Prädikat: Besonders wertvoll.

Deutschland im Herbst 1977: Ein „Kommando Siegfried Hausner” entführte den unter „Sicherheitsstufe 1” stehenden Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer, um die Freilassung der in Stammheim einsitzenden RAF-Gefangenen Ensslin, Raspe und Baader zu erpressen. Nachrichtensperre, Hausdurchsu-chungen, Rasterfahndung. Schleyer und seine Entführer sind nicht zu finden. 38 Tage später entführt ein „Kommando Martyr Halimeh” das Flugzeug „Landshut”. Nach einem Irrflug landet die Maschine schließlich in Mogadischu. Mit Erlaubnis des somalischen Präsidenten Barre tötet die sog. GSG 9 die Geiselnehmer und befreit die Geiseln. Nur wenige Stunden später nehmen sich in Stammheim Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan Carl Raspe das Leben. Der Film ist der Versuch von elf Regisseuren, Situation und Stimmung in der Bundesrepublik Deutschland im Herbst 1977 zu beschreiben. „Deutschland im Herbst” ist ein wichtiges Stück dokumentierter und kommentierter Zeitgeschichte.

Die Ereignisse im September und Oktober 1977 sind als „deutscher Herbst” in die Geschichte eingegangen – nicht nur wegen der dramatischen Entwicklung in Stammheim, Mogadischu und der Entführung und Ermordung Schleyers. Der „deutsche Herbst” war auch der Höhepunkt einer Auseinandersetzung, in der eine gespenstische Atmosphäre in der Bundesrepublik entstand: eine Atmosphäre der Angst, des starken Staates, der Verfolgung, der Beschuldigung und des Verdachts. Nicht nur Heinrich Böll und Peter Brückner z.B., sondern auch viele andere „Intellektuelle” wurden der geistigen Sympathie mit den Terroristen beschuldigt, weil sie zur staatlichen Mäßigung aufriefen oder eine Diskussion um die Missstände der deutschen Gesellschaft forderten. Der Staat reagierte auf die RAF nicht nur mit rechtsstaatlich zweifelhaften Konstrukten wie dem Kontaktsperregesetz.
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Am Freitag, den 27. April, um 21.45 Uhr, sowie am Samstag um 21 Uhr ist noch einmal die brillante und boshafte Satire für Raucher und Nichtraucher gleichermaßen zu sehen: „Thank you for smoking“ (USA 2006) von Jason Reitman mit Aaron Eckhart (Nick Naylor), Maria Bello (Polly Bailey), Cameron Bright (Joey Naylor), William H. Macy (Senator Ortolan K. Finistirre), Sam Elliott (Lorne Lutch), Katie Holmes (Heather Holloway), David Koechner (Bobby Jay Bliss), Robert Duvall (Captain Boykin), Rob Lowe (Jeff Megall), Adam Brody (Jack), J.K. Simmons (Budd Rohrabacher), Kim Dickens (Jill Naylor) – Freigegeben ab 12 Jahren – 92 Min.

Während in Deutschland die Politik noch zögert, das Rauchen in Restaurants gesetzlich einzuschränken, ist man in den USA wie üblich schon weit darüber hinaus. Doch die Tabakindustrie kämpft mit allen Mitteln um ihren Markt. Das Thema wurde von Christopher Buckley in seinem Roman „Thank You for Smoking“ aufgenommen, der Grundlage für diesen gleichnamigen Film war.

„Thank You for Smoking“ ist eine bitterböse und doch so geniale Satire auf Lobbyistentum und Tabakindustrie. Rauchen ist schädlich? Von wegen! Aaron Eckhart brilliert als aalglatter Tabak-Lobbyist, der jedem Krebskranken das Wort im Mund verdreht und jede Gesundheitsgefährdung wegdiskutieren kann. In einer der größten Szenen des Films spielt er wie Mephistopheles auf der Klaviatur der menschlichen Gier, um den krebskranken Marlboro-Man zu bestechen, der droht, an die Öffentlichkeit zu gehen. Genial, witzig, böse.

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