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Ausstellung Werner Bauer


Der in Saarbrücken lebende Lichtkünstler Werner gehört zu den herausragenden Künstlern dieses Landes. Experimentierfreudigkeit und innovative Kraft prägen sein Werk, das im Saarland mit zahlreichen Arbeiten auch im öffentlichen Raum präsent ist. Über vier Jahrzehnte hinweg hat er mit Beharrlichkeit und Konsequenz ein Werk erschaffen, das innerhalb der konstruktiv-konkreten Kunst eine herausgehobene Position einnimmt.

Dies veranschaulicht eindringlich die mit der Vergabe des Albert-Weisgerber-Preises an Werner Bauer verbundene Retrospektive im Museum Sankt Ingbert, die sich vom 6. Mai bis 22. Juli dem Werk des 1934 geborenen Lichtkünstlers widmet.

In einem repräsentativen Querschnitt durch die verschiedenen Schaffensphasen ermöglicht diese erstmals in diesem Umfang einen spannenden Einblick in Wandlung und Genese eines faszinierenden Oeuvres, das gestalterischen Vielfalt und hohe künstlerische Qualität in einem reichen Spektrum der Ausdrucksweisen vereint.

Nach dem Studium der Kunsterziehung und der Teilnahme an der Sommerakademie in Salzburg bei Oskar Kokoschka wandte sich Werner Bauer 1968 der konkreten Kunst zu. Seitdem stehen Licht, Bewegung und Strukturen im Zentrum seiner künstlerischen Arbeit. Untersuchte er in seinen frühen Reliefs zu Beginn der 70er Jahre das Wechselspiel von Licht und Form noch an konkreten Objekten aus Holz, so finden in späteren Werkphasen Stoffe wie Plexiglas, Silikon, Lichtsammelfolie sowie farblose Acrylfolie anstelle herkömmlicher Materialien seine Aufmerksamkeit.

Fasziniert vom ästhetischen Reiz der technischen Werkstoffe entwickelte er über die Jahrzehnte hinweg mit außergewöhnlichem Ideenreichtum immer neue Variationen der künstlerischen Form.

Seit Mitte der 1970er beschäftigte sich der in Saarbrücken lebende Künstler ein Jahrzehnt lang mit Bildwirkungen, die durch Lichtbrechung in Plexiglas zustande kommen. Geschliffene Plexiglaselemente wurden mit farbigen Grundflächen oder grafischen Rastern unterlegt, um durch Brechung des Lichtes virtuelle Farben und Formen zu erzeugen. In dieser Zeit entstanden auch die ersten mechanisch-kinetischen Objektkästen, die heute zu den Klassikern der Lichtkunst gehören.

Die Entdeckung des Silikons als Licht leitendes Material und Medium künstlerischer Gestaltung inspirierte Werner Bauer in den 80er Jahren zu einer Gruppe magischer Lichtobjekte, deren Strukturen mitunter erst durch die Berührung des Betrachters als Spuren immateriellen Lichtes aufscheinen.

Einen geheimnisvollen Zauber entwickeln gleichermaßen Bauers Arbeiten der 90er Jahre. Durch den Einsatz verschiedener Lichtsammelfolien, die das Licht prismenartig brechen und als vibrierende Energie wiedergeben, intensivierte Bauer die Wahrnehmung komplexer optischer Phänomene und zielte damit bewusst auf Momente der Überraschung und Irritation.

Ereignisse der Wirklichkeit wie Licht, Bewegung und Energie werden im Werk Werner Bauers in vielfältiger Form sinnlich erlebbar. Seine Kunst fordert die Wahrnehmung des Betrachters in spielerischer Weise immer wieder neu heraus.

Werner Bauer wurde 2006 mit dem Albert-Weisgerber-Preis für bildende Kunst der Stadt St. Ingbert ausgezeichnet. Neben dem Kunstpreis des Saarlandes zählt der seit 1958 alle drei Jahre vergebenen Albert-Weisgerber-Preis zu den hoch angesehenen Auszeichnungen des Landes. Ins Leben gerufen wurde der Preis zum Andenken an den aus St. Ingbert stammenden Maler Albert Weisgerber (1878 -1915), einen der bedeutenden modernen Künstler aus dem deutschen Südwesten, der vor allem in München hohes Ansehen erlangte.

Mit der Vergabe des Preises verbunden ist die Ausrichtung einer Ausstellung durch die Stadt St. Ingbert, die der Öffentlichkeit vom 6.5. bis 22.07.2007 vorgestellt wird.

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St. Ingberter Anzeiger ·
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